Hier würden Sie einen Musterausdruck zum Energieausweis sehen.

Energieausweis – Ausweispflicht ab dem 1. Mai 2015

Käufer und Mieter haben die Möglichkeit, die Energieeffizienz eines Gebäudes anhand des Energieausweises, auch Energiepass genannt, zu beurteilen. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt diesen seit dem Jahr 2007 vor. Seit dem 1. Mai drohen Bußgelder von bis 15.000 Euro, wenn der Ausweis bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie nicht vorgelegt wird.

Welche Angaben enthält der Energieausweis?

Neben allgemeinen Angaben zum Gebäude enthält der Energiepass Informationen über den verwendeten Energieträger, sowie die Energiekennwerte. Das Ergebnis wird in Form einer Farbskala zwischen Grün und Rot dargestellt. Den meisten Verbrauchern ist die typische Form des Energiepasses bereits durch die Energieeffizienzklassen von Elektrogeräten bekannt. Die Skala reicht von A+ bis H. Die Klasse E entspricht dabei dem durchschnittlichen Verbrauch eines Wohngebäudes. Derzeitige Neubauten erreichen je nach Typ die Klassen A oder B.

Trotz des Ausweises kann kein direkter Rückschluss auf den zu erwartenden Energieverbrauch und die damit verbundenen Energiekosten gezogen werden, denn viele Faktoren werden im Ausweis nicht berücksichtigt.

 


 

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Der aufwendigere bedarfsorientierte Energieausweis (kurz: Bedarfsausweis) wird für Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten vorgeschrieben, die vor 1978 erbaut wurden und seitdem nicht mehr energetisch saniert wurden. Es wird ein technisches Gutachten erstellt, das auf baulichen Gegebenheiten wie der Heizungsanlage, der Qualität der Fenster und der Dämmung basiert. Die Kosten zwischen 150 und 1000 Euro variieren je nach Bundesland und Aufwand. Etwa dreiviertel aller Gebäude in Deutschland benötigen den bedarfsorientierten Energieausweis.

Ergebnis ist der jährliche Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m2) Nutzfläche – kurz: kWh/m2. Je größer die Zahl, desto mehr Energie wird benötigt. Zudem enthält der Bedarfsausweis Vorschläge zur energetischen Sanierung des Gebäudes. Ein Immobilienbesitzer wird nicht verpflichtet, die Maßnahmen durchzuführen, dennoch ist er gut beraten die Energieeffizienz z.B. durch Wärmedämmung zu erhöhen.

Der preiswertere verbrauchsorientierte Energieausweis (kurz: Verbrauchsausweis) wird für alle anderen Gebäude benötigt. Dafür werden die tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre zugrunde gelegt. Die Kosten bewegen sich zwischen 30 und 100 Euro.

Trotz höherer Kosten empfehlen Verbraucherzentralen den Bedarfsausweis, da er für Mieter oder Käufer einen besseren Vergleich ermöglicht.

 


 

Wann ist ein Energiepass vorgeschrieben?

Ein Energiepass wird immer dann erstellt, wenn ein Gebäude neu gebaut wird oder einer umfassenden Sanierung unterzogen wird und eine energetische Gesamtbilanzierung nach EnEV durchgeführt wird. Auch beim Verkauf oder der Vermietung ist ein Energieausweis notwendig. Ausnahmen gibt es für Baudenkmäler und kleine Gebäude mit einer Nutzfläche bis zu 50 Quadratmetern. Bei Besichtigungen ist den möglichen Käufern und Mietern der Energieausweis vorzulegen. Es drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro, wenn kein Energiepass vorgelegt werden kann. Unabhängig von der Art ist der Energiepass 10 Jahre lang gültig.

 


 

Ausstellung des Energieausweises

Verbrauchsorientierte Ausweise werden von den Versorgern bzw. den Messanbietern erstellt. Der bedarfsorientiere Energieausweis darf nur von „baubezogenen Berufen“, also Schornsteinfegern, Heizungsbauern, Architekten, oder Ingenieuren, um nur einige zu nennen, erstellt werden. Eine Zusatzausbildung als Energieberater ist für diese Berufe nicht vorgeschrieben, kann aber empfohlen werden.

Tipp: Wer sein Haus auf Isolierungsstatus und Heizenergiebedarf im Rahmen einer Energieberatung prüfen lässt, kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss beantragen. Eine Energieberatung entspricht in etwa der Erstellung eines bedarfsorientierten Energieausweises. Dieser kann dann gegen eine geringe Gebühr direkt dazu erworben werden. Bereits für Ein- und Zweifamilienhäuser erhalten Sie mindestens 300 Euro.

Energieausweis