Hier würden Sie eine junge Frau sehen, die ihre Jahresendabrechnung überprüft.

Achtung! Kostenfalle Jahresendabrechnung

Anfang des Jahres flattern in vielen Haushalten wieder die Jahresendabrechnungen für Strom, Gas und Wasser ins Haus. Allzu oft sehen sich Eigentümer dabei mit Nachzahlungen konfrontiert. Etwa 5000 Verbraucher geraten jährlich wegen der Abrechnung mit ihrem Energieanbieter in Streit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie erkennen, ob die Nachzahlung berechtigt ist, und wie Sie gegen den Preiswucher vorgehen können.

Einmal im Jahr erhalten Sie als Eigentümer die Jahresendabrechnung von Ihrem Energieversorger für Strom, Gas und Wasser. Das kann zu Ärger führen, wenn die Rechnung höher ausfällt als erwartet. Gründe dafür können ein tatsächlich höherer Verbrauch durch mehr Personen im Haushalt, ein kälterer Winter oder neue Elektrogeräte sein. Manchmal kommt es aber auch vor, dass der Zähler kaputt oder die Rechnung schlicht falsch ist. Wir empfehlen Ihnen daher, bei starken Preisschwankungen Ihren Verbrauch und Ihre Rechnung zu überprüfen,um gegebenenfalls Widerspruch gegen ungerechtfertigte Forderungen einlegen zu können.

Verbrauch zu hoch berechnet

Grundsätzlich lohnt es sich, den Zählerstand selbst abzulesen. Geben Sie diesen dem Versorger nicht an, wird der Verbrauch nur geschätzt. Ist die Schätzung nachweislich zu hoch, erhalten Sie Geld zurück.Auch Zahlendreher sind möglich, die den Verbrauchswert und damit den Rechnungsbetrag verfälschen. In diesem Fall sollten Sie schriftlich nachweisbar Widerspruch gegen die Rechnung einlegen und um eine entsprechende Korrektur bitten.

Ungültige Preisanpassungen

Schätzungsweise die Hälfte der Gaskunden ist von ungültigen Preisanpassungen betroffen. Sowohl der Europäische Gerichtshof als auch der Bundesgerichtshof haben viele Klauseln zur Preisanpassung für nichtig erklärt. Bis dato haben sich Gasanbieter in Sonderverträgen vorbehalten, stetig den Preis anzuheben. Das geht nun nur noch, wenn beim Vertragsabschluss ersichtlich ist, wann, warum und wie weit die Kosten steigen werden. Auch die Weitergabe von erhöhten Steuern und Umlagen ist nur gültig, wenn dies in den Geschäftsbedingungen klar geregelt ist. Doch Achtung! Um Ihr Geld zurückzubekommen, müssen Sie erst Widerspruch gegen die falsche Abrechnung einlegen. Dazu haben Sie ab dem Tag, an dem Sie die unrechtmäßige Abrechnung erhalten haben, drei Jahre Zeit.

Falsche Preisannahmen

Häufig kommt es zwischen Kunden und Energieversorgern zu Ärger, weil versprochene Boni und Rabatte in der Rechnung nicht auftauchen. Die Unternehmen verweisen dabei meist auf Einschränkungen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen. Allerdings zählt hier die Verbrauchersicht. Unklare und für den Kunden nachteilige Klauseln sind nicht wirksam. Fehlt in Ihrer Rechnung also die zugesicherte Rabattierung, sollten Sie entsprechend Widerspruch einlegen.

Starke Preisschwankungen

Sollte es innerhalb des Abrechnungszeitraums zu Preisschwankungen gekommen sein, müssen in Ihrer Rechnung Teilverbrauche aufgelistet sein. Rechnen Sie die einzeln aufgelisteten Teilverbrauche zusammen und überprüfen Sie, ob sich daraus der Gesamtbetrag der Rechnung ergibt. Achten Sie darauf, dass die Teilverbrauche oft netto, also ohne Steuer angegeben werden. Entsprechend müssen Sie 19 % Mehrwertsteuer und die Stromsteuer von 2,05 Cent/kWh bzw. Erdgassteuer von 0,55 Cent/kWh hinzurechnen.
Falls Sie einen Zweitarifzähler haben, wird hier zwischen einem Tages- und Nachttarif unterschieden. Der Nachttarif ist günstiger, da nachts die Nachfrage nach Strom nicht so hoch ist. Meist gilt der Nachttarif von 22 – 6 Uhr. Entsprechend können auch durch den Zweitarif Schwankungen entstehen.
Falls Sie sich unsicher sind und Ihre Rechnung immer noch unklare Beträge aufweist, können Sie sich an die Verbraucherzentrale wenden.

Zähler defekt

Ist Ihre Rechnung korrekt, aber der angegebene Verbrauch dennoch deutlich höher, obwohl Sie Ihr Nutzungsverhalten nicht geändert haben, kann auch der Zähler defekt sein. Um das zu überprüfen, sollten Sie nachsehen, ob der Zähler auch läuft, wenn Sie die Sicherung ausgeschaltet bzw. den Haupthahn zugedreht haben. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Verbrauch von Strom, Wasser oder Gas über eine Weile wöchentlich zu beobachten. Treten sehr große Schwankungen auf, obwohl Sie immer dieselben Geräte gebrauchen, scheint der Zähler defekt zu sein. Wenn Sie sich sicher sind, dass der Zähler kaputt ist, informieren Sie den örtlichen Versorger. Unabhängig davon, welchen Stromanbieter Sie haben, ist der örtliche Versorger für die Wartung des Geräts zuständig. Doch Vorsicht! Stellt sich bei der Überprüfung durch das Eichamt heraus, dass der Zähler nicht kaputt ist, müssen Sie die Kosten von etwa 50 – 250 € tragen. Andernfalls übernimmt der Versorger die Kosten und ersetzt das Gerät.

Widerspruch gegen die Rechnung einlegen:

  • Legen Sie binnen der Zahlungsfrist Widerspruch ein.
  • Reagieren Sie unbedingt schriftlich.
  • Lassen Sie Ihren Widerspruch nachweisbar zukommen (z. B. per Einschreiben mit Rückschein).
  • Durch den Widerspruch handelt es sich um eine bestrittene Rechnung. Sie müssen vorerst nicht zahlen.
  • Das Unternehmen muss erkennen können, um welche Rechnung von welchem Kunden es sich handelt (Rechnungsdatum, Rechnungsnummer, Betrag, Kundendaten und Kundennummer).
  • Benennen Sie, dass Sie die Rechnung nicht akzeptieren.
  • Sie müssen Ihren Widerspruch begründen.
  • Fertigen Sie sich selbst vor Versand eine Kopie Ihres Widerspruchs an.
  • Im Idealfall stellt Ihnen das Unternehmen eine korrigierte Rechnung aus.
  • Bleibt das Unternehmen bei seiner Forderung, muss es diese begründen. Tut es das nicht, sollten Sie bei Ihrem Widerspruch bleiben.