Hier würden Sie ein Bild von alten Gebäuden sehen.

Mängel am Haus verschwiegen – Verkauf ungültig

Mängel dürfen bei Immobiliengeschäften nicht verschwiegen werden. Denn das ist arglistig und kann für den Verkäufer sehr unangenehme Konsequenzen haben, wie ein Oberlandesgericht befand.

Warum man Mängel beim Hausverkauf nicht verschweigen sollte

Hausverkäufer müssen ehrlich sein. Denn wer Mängel bewusst verschweigt, handelt arglistig. Und das hat Konsequenzen: Käufer haben in diesem Fall das Recht, das Geschäft wieder rückgängig zu machen, befand das Oberlandesgericht Brandenburg (Az.: 5 U 34/14). Das gilt auch dann, wenn der Verkäufer den Mangel abstellen will.
In dem verhandelten Fall ging es um ein Einfamilienhaus, das vom Verkäufer errichtet wurde. Allerdings war er dabei von der erteilten Baugenehmigung abgewichen. So war unter anderem der Keller größer als genehmigt. Der Käufer erfuhr davon nichts. Als dieser kurze Zeit nach dem Kauf Feuchtigkeit im Keller feststellte, flog der Schwindel auf. Daraufhin trat der Käufer vom Kauf zurück, er forderte sein Geld zurück. Mit Erfolg: Das Gebäude ist mangelhaft, befand das Oberlandesgericht. Dass die Genehmigungen fehlten, habe der Verkäufer bewusst verschwiegen und damit arglistig gehandelt. Daher müsse das Geschäft rückabgewickelt werden. Auch dass die Bauaufsichtsbehörde bereit erklärt habe, die Genehmigung nachträglich zu erteilen, wenn alle Unterlagen nachgereicht werden, ändere daran nichts. Denn ob es nach Prüfung der Unterlagen tatsächlich zur Genehmigung kommt, sei nicht gesichert.
Ob Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz – im Falle arglistiger Täuschung kann der Käufer verschiedene Gewährleistungsansprüche geltend machen. Mängel sollten deshalb bei einem Verkauf immer offengelegt werden. Um sich im umgekehrten Fall vor ungerechtfertigten Forderungen zu schützen, sollte bei der Übergabe ein Protokoll angefertigt werden, welches belegt, dass die Immobilie mangelfrei übergeben wurde oder Mängel schon beim Kauf bekannt waren.