Hier würden Sie das Bild des Testturm Thyssenkrupp in Rottweil sehen.

In diesem Testturm lernen Aufzüge das Fahren

Die älteste Stadt Baden-Württembergs hat ein neues Wahrzeichen: Eine 246 Meter hohe Säule aus Stahl und Beton ragt hinter der historischen Altstadt von Rottweil in die Höhe. Der 40 Mio. Euro teure Hightech-Turm ist eine Teststrecke für neue Aufzüge – manche davon fahren sogar ohne Seil.

14 Ingenieure nehmen im Rottweiler Testturm für Aufzüge in diesen Tagen ihre Arbeit auf. Nun beginnt hier die Entwicklung neuer Aufzugsysteme, für die der Turm in zwei Jahren Bauzeit in den Himmel wuchs.

Warum ein Testturm für Aufzüge?

Gründe gibt es dafür genug, meint sein Erbauer, der Industriekonzern ThyssenKrupp. “Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, und der Trend wird sich fortsetzen”, sagt ThyssenKrupp Elevator-Vorstandschef Andreas Schierenbeck. Die Zahl der Hochhäuser steige und stelle neue Herausforderungen an den Transport. In ein Bürogebäude etwa müssten morgens Tausende Menschen hinein- und abends genauso viele wieder herausgebracht werden.

Die Aufzüge der Zukunft

Seillose Aufzüge, die ab Mai in Rottweil getestet werden sollen, könnten eine Lösung für diese Aufgabe sein. Ihr großer Vorteil sei, dass dabei mehrere Kabinen im selben Schachtsystem in einem Kreislauf verkehren, ähnlich wie bei einem Paternoster. Statt an einem Seil zu hängen, werden sie mit Magnetschwebetechnik bewegt. Aber auch herkömmliche Aufzüge werden weiterentwickelt, beispielsweise werden neue Bremsen und Seile getestet. In einem Fallschacht können die Ingenieure außerdem große Gewichte abstürzen lassen, um Puffer am Boden des Schachts zu prüfen. «Am Computer kann man vieles testen, aber nichts ist besser als der Test in der Praxis», sagt Schierenbeck.

Attraktion für Schwindelfreie

Einen der Aufzüge können auch Besucher testen: Der vollverglaste Lift bringt sie auf eine Höhe von 232 Metern – zu Deutschlands höchster Aussichtsplattform.

Der Rottweiler Aufzug-Testturm in Zahlen

  • 40.000 Tonnen wiegt der Turm nach seiner Fertigstellung – so viel wie 8.000 afrikanische Elefanten.
  • 30.000 Kubikmeter Aushub wurden beim Bau bewegt.
  • 232 Meter hoch ist seine Aussichtsplattform. Bei idealen Bedingungen erlaubt sie eine Sicht bis auf die Schweizer Alpen.
  • Der Testturm enthält 12 Schächte, 9 davon werden für Tests mit Aufzügen benutzt.
  • Die Aufzüge sind bis zu 64,8 km/h schnell.
  • 17.000 Quadratmeter misst die Hülle aus Glasfasergewebe, die sich um den Turm wickeln und ihn vor Sonneneinstrahlung und Wind schützen soll.
  • 40 Millionen Euro wird der Turm kosten.