Hier würden Sie ein Bild einer Silvesterparty sehen.

Wer haftet für Silvester-Schäden?

Laute Musik, Müll auf der Straße und Raketen um Mitternacht: Was müssen Eigentümer und Vermieter an Silvester tolerieren? Und wer haftet, wenn durch einen Böller Gegenstände auf dem Balkon des Nachbarn beschädigt werden?

Gäste stapfen durch das Treppenhaus, die Musik dröhnt durch die Wände und dann auch noch laute Raketen um Mitternacht: Was müssen Eigentümer und Vermieter an Silvester tolerieren? Und wer haftet, wenn durch einen Böller Gegenstände auf dem Balkon des Nachbarn beschädigt werden? Gerade in einem Mehrparteienhaus empfiehlt es sich, auch an die Nachbarn zu denken – selbst an Silvester. Sonst bricht ausgerechnet in der Nacht zum neuen Jahr ein Streit aus.

Gilt die Nachtruhe ab 22 Uhr auch an Silvester?

In der Praxis gelten an Silvester Sonderregelungen, denn in vielen Wohnungen wird gefeiert, Böller und Raketen werden gezündet. An diesem Abend auf gesetzliche Ruhezeiten zu pochen, ist wenig aussichtsreich. Trotzdem sind gerade Bewohner eines Mehrfamilienhauses zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet. Wer zu Hause die Silvesternacht feiert, sollte deshalb Fenster und Türen geschlossen halten und nicht in voller Lautstärke bis in die frühen Morgenstunden feiern. Daran darf man, wenn es wirklich nötig sein sollte, natürlich auch seine Mieter oder Nachbarn erinnern.

Wie kann ich außerdem Streit vermeiden?

Empfehlenswert ist es, die Nachbarn frühzeitig über die Party zu informieren – und sie gegebenenfalls sogar einzuladen. Und gerade beim Kommen und Gehen, also besonders im Treppenhaus, sollten sich die Gäste ruhig verhalten.

Wie wird die Nachtruhe überhaupt definiert?

Die Nachtruhe bedeutet im Wesentlichen, dass Geräusche außerhalb der Wohnung kaum noch wahrnehmbar sein sollen. Dezibelgrenzen lassen sich dafür nicht nennen. Grundsätzlich ist die Nachtruhe in den Landesimmissionsschutz-Gesetzen geregelt. Meist ist sie von 22.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens einzuhalten. Es ist sinnvoll eine entsprechende Regelung in die Hausordnung aufzunehmen.

Wer ist nach der Party für den Müll verantwortlich?

Hinterlässt ein Mieter Müll auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Wegen, kann der Vermieter ihn dafür nicht zur Rechenschaft ziehen. Und auch gegen das Böllern auf dem privaten Grundstück gibt es meist keine Klausel im Mietvertrag. Dennoch ist jeder Bewohner verpflichtet, seinen Müll wegzuräumen, der aus besonderen Anlässen übermäßig entsteht. Er muss also die Überreste seiner Silvesterparty hinterher beseitigen. Feiern mehrere Parteien im Haus, ist der Schuldige hinterher aber schwierig auszumachen.

Wer haftet, wenn ein Böller auf dem Nachbarbalkon Schäden anrichtet?

Erfahrungsgemäß zählt Silvester zu den schadenträchtigsten Tagen eines Jahres, beispielsweise landen immer wieder Raketen auf Balkonen und hinterlassen dort Spuren. In der Regel haftet derjenige, der den Schaden verursacht. Dessen Privathaftpflichtversicherung übernimmt grundsätzlich Schäden, die bei Dritten entstehen, soweit dies nicht vorsätzlich geschieht. Balkone sind allerdings generell kein geeigneter Ort, um Raketen zu zünden. Die Gefahr von Schäden am Gebäude sei zu hoch, urteilte das Amtsgericht Berlin-Mitte (Az.: 25 C 177/01).

Wer kommt für Schäden auf, die ein Kind an Silvester verursacht?

In der Regel springt die private Haftpflichtversicherung der Eltern ein. Bei Kindern unter sieben Jahren geht der Gesetzgeber davon aus, dass sie die Gefährlichkeit ihrer Handlung nicht erkennen können. Sie können deshalb in der Regel nicht zur Verantwortung gezogen werden. Sind sie älter als sieben Jahre, kommt es auf den Einzelfall an. Wenn das Kind nicht haftbar gemacht werden kann, können Eltern oder andere Aufsichtspersonen eventuell zur Verantwortung gezogen werden, insbesondere, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Wann das genau der Fall ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Um Schäden und kostspielige Folgen zu vermeiden, sollten Kinder nie unbeaufsichtigt Raketen zünden. dpa