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Hier würden Sie ein Foto von Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen sehen, der mit HOMEDAY ein Experteninterview zu Qualitätsmerkmalen bei der Maklersuche geführt hat.

Das macht einen guten Makler aus

Den richtigen Makler zu finden stellt für viele Eigentümer und Verkäufer oftmals eine große Herausforderung dar. Worauf ist zu achten?

Homeday hat sich mit Hartmut Schwarz, einem Immobilienexperten der Verbraucherzentrale Bremen, unterhalten, um herauszufinden, worauf es bei der Maklersuche ankommt, warum das Berufsbild des Maklers nicht den besten Ruf hat und wie sich trotzdem ein guter Makler finden lässt.

Im Gespräch mit Hartmut Schwarz

Wie lange sind Sie schon als Experte tätig?

H.S.: Ich bin mittlerweile seit 13 Jahren bei der Verbraucherzentrale Bremen tätig.

Gibt es bestimmte Ziele, die Sie mit Ihrer Tätigkeit erreichen wollen?

H.S.: Wir möchten, dass die Verbraucher bei Ihrer Entscheidung hinsichtlich eines Immobilienkaufs oder einer Immobilienfinanzierung in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das ist für den Verbraucher heutzutage leider nicht ganz einfach, da dieser oftmals nicht sicher ist, auf welche Empfehlung er sich verlassen soll. Und bei dieser Entscheidungsfindung braucht er eben Hilfestellung. Das ist unser Bestreben als unabhängige Institution.

Woran erkennt man denn einen guten Makler?

H.S.: Meiner Meinung nach zeichnet sich ein guter Makler dadurch aus, dass er seine Arbeit, also seine Tätigkeit als Vermittler wirklich gewissenhaft ausführt. Das heißt, er informiert sich umfassend über die zu vermittelnde Immobilie und kann den Interessenten die Auskünfte geben, die sie benötigen, um eine Entscheidung zu treffen.

Sind aufgrund der Unterschiede von Immobilien unterschiedliche Maklerqualitäten gefragt?

H.S.: Jeder Makler hat seine ganz eigene Arbeitsweise. Die einen gehen sehr gezielt auf Interessenten zu und auf deren Wünsche ein. Es gibt aber auch Makler, die anhand des zu verkaufenden oder zu vermietenden Objektes entscheiden, ob sie Massenbesichtigungen durchführen. Dabei bleibt die individuelle Beratung natürlich auf der Strecke. Auch, wenn ich das teilweise nachvollziehen kann, ist es doch aus meiner Sicht nicht hilfreich. Denn das, was einen guten Makler ausmacht, ist, dass er sowohl die Wünsche des Verkäufers oder Vermieters kennt, als auch auf die Interessen eines potenziellen Mieters oder Käufers eingeht. Diese in einem Einzelgespräch herauszufinden, ist eine gute Basis.

Was ist das wichtigste Qualitätsmerkmal eines Maklers?

H.S.: Wichtig ist eine gute Menschenkenntnis. Diese besitzt jedoch nur ein Makler, der bereits seit mehreren Jahren in diesem Beruf tätig ist. Ein großer Erfahrungsschatz macht einfach oftmals den Unterschied.

Sind große Maklerbüros automatisch mit guter Qualität gleichzusetzen?

H.S.: So einfach ist diese Rechnung nicht. Da gibt es schon Unterschiede. Große Maklerbüros sind zwar meist gut aufgestellt, wodurch sich der Verbraucher eine bessere Qualität in der Vermittlung erhofft, aber in der Realität ist das nicht immer gegeben. Es kommt eben immer auch auf den persönlichen Einsatz desjenigen an, der als Vermittler auftritt. Es gibt eben keine Garantie dafür, dass alle, die in einem großen Maklerbüro arbeiten, dieselbe Qualität abliefern. Es gibt jedoch auch gute Einzelkämpfer am Markt, die eine durchaus solide und vertrauensvolle Arbeit machen.

Sollte ich einen Makler, der zuvor noch nie in meiner Region tätig war, auf mich aber kompetent wirkt, trotzdem beauftragen?

H.S.: Ich würde das nicht generell verneinen. Aber es bestünde schon ein gewisses Risiko. Denn aus meiner Sicht sollte ein Makler nicht nur über das zu vermittelnde Objekt bestens informiert sein, sondern auch über das Umfeld. Wenn er also einen Auftrag für eine Region erhält, in der er noch nie tätig war, dann muss er seine Hausaufgaben schon sehr gut machen, um Erfolg zu haben. Denn oftmals geht es darum auch einfache Fragen souverän zu beantworten, etwa Fragen nach der nächsten Kita oder dem nächsten Supermarkt. Am besten man testet den Makler mit zwei oder drei Fragen, um heraus zu finden, ob dieser sich tatsächlich in der Gegend sowie mit dem Objekt auskennt.

Sollte ich mehrere Makler bei der Arbeit testen, um deren Fähigkeiten zu beurteilen?

H.S.: Nein, man sollte sich erst einmal nur für einen Makler entscheiden und bei diesem versuchen relativ zeitnah herauszubekommen, ob er sich für den Vermittlungsauftrag eignet. Durch gezielte Fragestellungen kann man dann testen, ob seine Fähigkeiten ausreichend sind. Falls dem nicht so sein sollte, sollte man seine Entscheidung überdenken.

Was kann ich tun, wenn ich an einen schlechten Makler geraten bin?

H.S.: Das ist eine gute Frage. Natürlich sollte man als Eigentümer oder Vermieter gar nicht erst in die Situation geraten. Wer vor der Vergabe eines Vermittlungsauftrages ausreichend abwägt, der wird im Nachhinein keine böse Überraschung erleben. Wenn der Makler aber schon beauftragt ist, kommt es letztendlich auf den Vertrag an, der geschlossen wurde. Im Idealfall ist dieser zeitlich befristet oder besitzt eine Ausstiegsklausel. Ohne eine zeitliche Befristung hat der Makler natürlich die besseren Karten. Also sollte man als Auftraggeber stets Wert darauf legen, dass es eine zeitliche Befristung oder eine Ausstiegsklausel gibt.

Welche Probleme kann es außerdem geben?

H.S.: Das meist verbreiteste Problem besteht in der Beschaffung von Informationen. Das ist teilweise leider auch sehr stark abhängig von den Informationen, die der Verkäufer oder Vermieter zur Verfügung stellt. Ein guter Makler jedoch besorgt sich die notwendigen Informationen. Wenn dann doch immer wieder in Anzeigen zu lesen ist oder man in Gesprächen erfährt, das etwas gerade erstellt oder nachgereicht wird, dann sollte man sich schon die Frage stellen, warum solch ein Makler schon vorab am Markt tätig sein möchte.

Was ist Ihrer Ansicht nach wichtiger, persönliche Sympathie oder eine besonders gute Bewertung des Maklers?

H.S.: Ich finde die persönliche Sympathie gar nicht so relevant, denn es geht ja um ein Geschäft oder eine Vermittlung. Wenn die fachlichen Voraussetzungen stimmen und er mir einen Kauf- oder Mietinteressenten bringt, der genau in das angebotene Objekt hineinpasst, dann ist es mir relativ egal wie der Makler gekleidet ist oder er aussieht. Die persönliche Beziehung würde ich deshalb nicht so sehr in den Vordergrund stellen, da mir grundsätzlich die Fachexpertise wichtiger ist. Das Ergebnis hat eindeutig oberste Priorität.

Hilft es, im Bekanntenkreis nach Empfehlungen zu fragen?

H.S.: Das würde ich in jedem Fall machen, denn diese Erfahrungen sind begründet, da jemand schon einmal seine Immobilie mit diesem Makler verkauft hat. Ich würde erst einmal versuchen mit diesem Makler ein Gespräch zu führen, um die Erfolgschancen meiner Immobilie einschätzen zu lassen. Eine persönliche Erfahrung ist immer eine gute Referenz.

Warum glauben Sie, hat der Beruf des Maklers in der allgemeinen Wahrnehmung einen eher schlechten Ruf?

H.S.: Der Ruf des Makler ist aus zwei Gründen nicht ganz so gut. Einerseits wegen des recht üppigen Honorars und andererseits erinnern sich die meisten eher an negative Erfahrungen, die sie gemacht haben. Das negative Ansehen eines Maklers basiert aber vordergründig darauf, dass sich einige Makler möglichst wenig Arbeit machen wollen und kein Interesse daran haben die Vermittlung von A-Z zu begleiten. Und die guten Makler haben auch einen guten Ruf.

Welches ist Ihre beste Maklergeschichte?

H.S.: Die habe ich gerade bei einer Bekannten erlebt, die eine Mietwohnung gesucht hat. Das war von außen betrachtet einfach eine perfekte Betreuung. Sie wurde durch die gesamte Abwicklung bis hin zu einem persönlichen Gespräch mit dem Vermieter begleitet. Besser kann eine Betreuung nicht sein. In dem Moment, als sie die Anfrage zum Objekt gestellt hat, vergingen maximal 30 Minuten und sie bekam eine Antwort. Es wurde immer direkt kommuniziert, was immer ein sehr gutes Signal ist. Es hat im Endeffekt nur drei Kontakte gegeben und der gesamte Prozess wurde innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen. Wenn etwas so schnell über die Bühne geht und so gut begleitet wird, dann ist das immer ein gutes Zeichen dafür, dass man mit den richtigen Leuten zu tun hatte.

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