Renoviert verkaufen: Welche Investitionen sich lohnen

Hat man sich entschieden, sein Haus zu verkaufen, gilt es, den besten Verkaufspreis für seine geliebte Immobilie zu erzielen.

Zustand der Immobilie

Ausgangslage vieler Verkäufe ist eine in die Jahre gekommene Immobilie. Das Weiß der Fassade hat im Lauf der Zeit an Brillanz verloren und die Dachziegel aus Beton sind mit Moos bewachsen. Auch im Haus gibt es alte Teppichböden und ein Badezimmer, das mit beigefarbenen Blümchenfliesen und Sanitärobjekten aus den 80iger Jahren die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Renovieren und verkaufen oder das Geld sparen und direkt veräußern - Hausbesitzer befinden sich im Zwiespalt.

Kontrovers diskutiert

Beruhigend, dass Experten sich bei diesem Thema auch nicht einig sind. Befürworter sprechen Modernisierungen einen großen Wert zu, da sie im Ganzen wertsteigernd wirken. Gegner sehen in größeren Maßnahmen ein sehr hohes Risiko, Kapitalreserven einzubringen, um sodann den Ansprüchen und dem persönlichen Geschmack der Interessenten nicht gerecht zu werden. Im schlimmsten Fall könne man sich in puncto genereller Nachfrage und Kaufinteresse die Chancen verbauen.

Preissteigerung garantiert

Es gibt jedoch Merkmale, die den Verkaufserlös der Immobilie direkt steigern. Der Anbau eines Balkons ist hier ein gutes Beispiel. Allein diese Maßnahme hebt den Verkaufspreis pro Quadratmeter um schätzungsweise fünf Prozent. Auch der Einbau eines Fahrstuhls bewirkt eine Wertsteigerung um circa vier Prozent. Eine Einbauküche erhöht den Marktwert um knapp viereinhalb Prozent.

Gehobene versus normale Ausstattung

Eine Wohnung mit gehobener Ausstattung kann insgesamt einen um 17 Prozent höheren Verkaufspreis erzielen als eine Immobilie mit normalem Standard. Wenn Bad und Küche gefliest sind, Leitungen teilweise über Putz liegen und Fenster Doppelverglasung besitzen, ist ein normaler Standard vorhanden. Die Aufteilung des Objekts sollte praktisch sein. Jedoch entspricht die Immobilie nicht den aktuellen Anforderungen an modernes Wohnen. bei einer gehobenen Ausstattung spielen neben einer neuwertigen Heizungsanlage, Bodenbeläge aus hochwertigen Materialien, sei es Teppich, Laminat oder Parkett und ein zeitgenössisches Bad eine große Rolle. Alle Leitungen liegen unter Putz und auch die Fenster sind neueren Datums und isolieren mittels aktuellster Technologien.

Gehobener Standard als Ziel

Eine neue Heizungsanlage wäre eine Investition, um in die Kategorie gehobene Ausstattung aufzusteigen. Jedoch ist hier Vorsicht geboten. Manche Kaufinteressenten bevorzugen eine Gasbrennwerttherme, weil sie glauben, Gas wäre die kostengünstigste Möglichkeit. Andere plädieren für einen Ölbrennwertkessel. Wieder andere potenzielle Eigentümer liebäugeln aus Aspekten der Nachhaltigkeit für die Pelletheizung. Hier wird anstelle von fossilen Brennstoffen Holzgranulat zur Befeuerung der Heizungsanlage verwendet.

Auch bei der Neudeckung des Daches scheiden sich die Geister. Sollen es nun herkömmliche Dachziegel aus Beton, die modernere Variante aus Ton oder doch jene mit Nanoversiegelung sein? Letztere besitzen den Vorzug, dass Mikroorganismen und Schmutz es schwer haben. Spätestens nach dem nächsten Schauer ist das Dach sauber.

Auch Alter und Zustand des Badezimmers sind entscheidend. Ein modernes Bad mit geräumiger Wanne und ebenerdiger Dusche wirkt gepflegt und einladend. Es gilt jedoch, den Geschmack und das Anspruchsniveau der potentiellen Käufer zu treffen.

Auch komplette Umbaumaßnahmen mit Wanddurchbrüchen, mit dem Ziel, die Aufteilung der Wohnung maßgeblich zu verändern, sind eher problematisch.

Handlungsempfehlung

Alles in allem steigert eine Sanierung immer dann den Wert einer Immobilie, wenn die Maßnahme bestmöglich zu den Ansprüchen der Käufergruppe passt. Selbstverständlich haben ältere Leute andere Vorstellungen und Bedürfnisse als Singles oder Familien mit Kindern. Die Mehrheit der Experten rät von allzu kostenintensiven Sanierungen ab. Große Investitionen sollten nur dann in Angriff genommen werden, wenn die Gruppe der Kaufinteressenten sich im Laufe der Besichtigungen klar herauskristallisiert hat und erwiesenermaßen ganz spezifische Anforderungen hegt. Kleinere Reparaturen und nicht allzu kostenintensive Renovierungsmaßnahmen sollten jedoch ergriffen werden.

Home Staging

Ein geeignetes Mittel zur Erhöhung der Nachfrage nennt sich Home Staging. Es zielt darauf ab, die Immobilie im allerbesten Licht zu präsentieren. Zu diesem Zweck wird der Wohnraum inszeniert. Hierbei wird das Haus von innen hergerichtet und später im Rahmen eines Fotoshootings abgelichtet. Grundgedanke dahinter ist, die Eigenart der Räume herauszuarbeiten. Dies geschieht bei bewohnten Immobilien durch Entrümpeln und in Szene setzen. Es werden einzelne Möbelstücke ins rechte Licht gerückt und Bilder sowie Lichtquellen eingesetzt, um eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen. Auch wird die Wohnung samt Fenstern gründlich geputzt und schlussendlich mit Blumen und dem Einsatz von dezenten Düften eine wohlige Stimmung verbreitet. Gepflegt, sauber, hell und einladend, lautet hier die Devise. So aufgehübscht, steht dem erfolgreichen Verkauf der Immobilie nichts mehr im Wege.