Studenten auf Wohnungssuche: Eine Odyssee

Viele Studenten sind zum Semesterstart auf der Suche nach einer Wohnung. Kein leichtes Unterfangen – vor allem in Berlin. Auch für Lisa war es nicht einfach.

Einerseits überwiegen Glückshormone: Der Uniplatz ist in der Tasche und die Hauptstadt lockt. Andererseits müssen viele Studenten erst einmal die Hürde nehmen und eine passende Wohnung finden.

Auch für Lisa, Werkstudentin bei Homeday, war die Suche nicht einfach.

Lisa stell dich kurz vor.

Ich bin Lisa, 23 Jahre alt und studiere Immobilienwirtschaft an der HTW. Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt in der Nähe von Bielefeld. Vor dem Studium habe ich eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht. Seit August unterstütze ich das Homeday-Team im Bereich Operations.

Warum bist du in die Hauptstadt gezogen?

Ich habe im Oktober letzten Jahres angefangen in Berlin zu studieren. Von Bielefeld aus zu pendeln war für mich keine Option. Also begann ich eine Bleibe in der Hauptstadt zu suchen. Ich freute mich auch “Großstadt-Luft” schnuppern zu können.

Wonach hast du gesucht?

Ich wollte nicht weit weg vom Trubel wohnen – dafür ist Berlin ja auch bekannt. Zusätzlich wollte ich aber auch nah an meiner Uni wohnen, um morgens keine kostbare Zeit in Bahnen vergeuden zu müssen. Also suchte ich zwischen meiner Uni – die in Karlshorst (Lichtenberg) liegt – und Friedrichshain / Kreuzberg.

Weitere Bedingung: Eine WG sollte es werden. Hier stellte ich mir ein relativ großes und helles Zimmer vor, mit ca. 20 Quadratmetern, und natürlich netten Mitbewohnern.

Ich denke, mit diesen Vorstellungen war ich einfach nicht alleine.

Was meinst du damit?

Am Anfang meiner Wohnungssuche habe ich sehr viele Wohnungen über das Portal “WG-gesucht” direkt angeschrieben. Leider meldete sich kaum jemand zurück, die Zimmer waren vergeben oder preislich jenseits von “gut und böse”.

Also habe ich mich entschlossen, eine kleine Wohnung für mich allein zu suchen. Ein Zimmer sollte vorerst für mich ausreichen. Zusätzlich erweiterte ich den Umkreis bei der Suche. Allerdings kam sogleich die nächste Enttäuschung: Ein-Zimmer-Apartments waren oft sehr teuer oder im Plattenbau.

Ich hatte aber noch eine letzte Strategie für meine Wohnungssuche in Berlin: Ich schloss mich mit einem Bekannten zusammen, der auch gerade eine Wohnung suchte. Dies war definitiv erfolgreicher, weil wir nach Zwei-Zimmerwohnungen schauen konnten, die preislich auch in unserem Budget lagen. Das ist definitiv einfacher, als in eine bestehende WG zu kommen!

Nun wohne ich in einer schönen Zwei-Zimmerwohnung in Köpenick.

"Ja, ich muss gestehen, die Wohnung liegt am Stadtrand – positiv ist aber die Anbindung an meine Uni. Man muss halt Abstriche machen."

So wie Lisa geht es vielen Studenten bei der Wohnungssuche – vor allem in der Studentenhochburg Berlin. Hier gibt es viermal so viele Studierenden wie beispielsweise in Dresden.

Wo viele suchen, bilden sich auch oft lange Schlangen bei Besichtigungen. Wohnungssuchende kennen daher das Phänomen: Freitagabend, 17:00 Uhr und von Weitem schon eine kaum zu überblickende Menge an Interessenten. Mütter, Geschäftsmänner und junge Studenten warten vor der Hauseingangstür, um einen Blick in die Wohnung zu erhaschen. Dies ist oftmals bei der Masse gar nicht so einfach. Kaum verwunderlich, wenn sich Interessenten fragen: “Wie gelingt es mir den Vermieter von mir zu überzeugen?”

Unsere Tipps helfen die Chancen bei der Wohnungssuche zu erhöhen:

  • Studenten sollten sich zu Beginn genau überlegen, welche Faktoren für sie wichtig sind. Ist es die Nähe zu Clubs und Kneipen, zur Uni oder doch die Natur?
    Kann der Suchradius eventuell doch vergrößert werden?
  • Muss es eine bestehende WG sein? Eine eigene Wohnung oder sich bereits bei der Suche mit anderen Studierenden zusammen zu tun, erhöhen die Chancen.
  • Timing und ein positiver Eindruck bei der ersten Besichtigung zählen.
  • Aber vor allem punkten sie mit einer gut aufbereiteten Bewerbungsmappe.

Folgende Dokumente dürfen nicht fehlen:

  • Kopie des Personalausweises
  • Schufa-Auskunft
  • aktuelle Gehaltsabrechnungen und
  • Mietschuldenfreiheitsbestätigung
  • Wer trotz geringem Einkommen überzeugen möchten, der sollte eine Bürgschaft der Eltern haben.

Hier erhalten Studierende weitere hilfreiche Empfehlungen für die Wohnungssuche: https://content.homeday.de/wohnungssuche-fuer-studierende/

Preise in den Unistädten - Spitzenreiter München

Nach einer aktuellen Mietpreiserhebung von Homeday kostet der Quadratmeter in Berlin im Mittel 9,44 Euro/m² kalt. Allein in einem Jahr stiegen die Preise um 10,3 Prozent. Berlin zählt dabei noch nicht einmal zu den teuersten Unistädten in Deutschland.

München ist nicht nur bekannt für sein Oktoberfest, die Weißwürste und den Englischen Garten – sondern auch für seine Exzellenzuniversitäten. Doch weit weniger begeistert die bayerische Metropole mit ihren Mietpreisen. Pro Quadratmeter bezahlen die Münchener 15,83 Euro kalt (Median). Für Studenten ist es daher keine leichte Aufgabe, eine geeignete Wohnung zu finden.

Höchste und niedrigste Mietpreise (Median) in den 50 bedeutendsten Unistädten in Deutschland*

Ort Mittlerer Quadratmeterpreis 2017 (kalt) Steigerung zum Vorjahr
München 15,83 €/m² 6,2 %
Frankfurt am Main 12,50 €/m² 4,0 %
Stuttgart 11,84 €/m² 3,6 %
Freiburg im Breisgau 11,47 €/m² 1,3 %
Konstanz 11,46 €/m² 3,6 %
Tübingen 10,85 €/m² 3,1 %
Heidelberg 10,62 €/m² 1,3 %
Hamburg 10,49 €/m² 4,9 %
Mainz 10,40 €/m² 4,0 %
Köln 10,36 €/m² 3,6 %
Darmstadt 10,22 €/m² 2,2 %
Regensburg 9,92 €/m² 2,0 %
Erlangen 9,84 €/m² 2,2 %
Düsseldorf 9,81 €/m² 3,4 %
Würzburg 9,55 €/m² 2,5 %
Marburg 9,45 €/m² 6,6 %
Berlin 9,44 €/m² 10,3 %
Karlsruhe 9,26 €/m² 1,5 %
Augsburg 9,23 €/m² 4,8 %
Bonn 9,21 €/m² 3,3 %
Ulm 9,11 €/m² 2,0 %
Münster 9,08 €/m² 0,9 %
Nürnberg 9,00 €/m² 4,1 %
Potsdam 8,93 €/m² 4,4 %
Mannheim 8,81 €/m² 2,5 %
Göttingen 8,68 €/m² 1,5 %
Gießen 8,64 €/m² 4,7 %
Aachen 8,44 €/m² 3,5 %
Jena 8,41 €/m² -0,3 %
Trier 8,30 €/m² -1,7 %
Hannover 8,00 €/v 3,2 %
Braunschweig 7,73 €/m² 7,6 %
Bremen 7,41 €/m² 3,2 %
Kiel 7,38 €/m² 4,4 %
Kassel 7,20 €/m² 5,4 %
Saarbrücken 7,11 €/m² 1,6 %
Dresden 7,06 €/m² 3,0 %
Osnabrück 7,00 €/m² 5,9 %
Bielefeld 6,72 €/m² 3,9 %
Paderborn 6,72 €/m² 5,0 %
Kaiserslautern 6,70 €/m² 2,4 %
Dortmund 6,54 €/m² 7,9 %
Essen 6,52 €/m² 5,2 %
Siegen 6,51 €/m² 5,3 %
Bochum 6,51 €/m² 7,3 %
Leipzig 6,17 €/m² 3,3 %
Wuppertal 5,96 €/m² 3,8 %
Halle (Saale) 5,83 €/m² 2,2 %
Magdeburg 5,71 €/m² 3,9 %
Duisburg 5,61 €/m² 3,4 %

In bekannten Uni-Städten wie Frankfurt, Freiburg im Breisgau oder Heidelberg zahlen Wohnungssuchende zwischen 10,62 Euro/m² und 12,50 Euro/m² kalt (Median). Am günstigsten leben Studierende in Duisburg. Auch Städte wie Halle (Saale), Magdeburg und Wuppertal reizen mit Quadratmeterpreisen unter 6 Euro.

Vor allem in den beliebten Universitätsstädten wie München, Freiburg oder Berlin ist es letztendlich kein leichtes Unterfangen eine Wohnung zu suchen. Vor allem, wenn die Preise wie in München auf einem sehr hohen Niveau sind.

Unsere Tipps helfen die Chancen zu erhöhen. Und so manches Mal hilft es auch den Suchradius und die Strategie zu ändern – wie bei Lisa.

*Die Studierenden wurden auf Gemeinde Ebene zusammengefasst, der Gesamtzahl nach sortiert und daraus die Reihenfolge der bedeutendsten Universitätsstädte abgeleitet. Die so getroffene Auswahl diente im Weiteren für die Auswahl der zu kalkulierenden Mietpreise. Die Mietpreise stellen den mittleren Quadratmeterpreis (Median) jeweils für ein Jahr da, wobei jeweiliges Ausgangsdatum der 01.08. ist. Die Preise sind Angebotspreise und der Median ist der mittlere Wert dieser Preise.