Wozu Erben einen Erbschein brauchen

Damit eine geerbte Immobilie in den eigenen Besitz übergehen kann, wird ein Erbschein benötigt, um im Grundbuch die Änderung des Eigentümers vorzunehmen.

Warum der Erbschein benötigt wird

Wer durch einen Erbfall zum Besitzer einer Immobilie wird, benötigt einen Erbschein. Dieser Schein wird vom Nachlassgericht ausgestellt. Das Grundbuchamt setzt einen Erbschein voraus, um den Erben als neuen Besitzer im Grundbuch einzutragen. Lediglich wenn der Erblasser ein öffentliches, beispielsweise ein notarielles Testament oder einen notariellen Erbvertrag erstellt hat, ist oftmals kein Erbschein notwendig. Das Testament und das Eröffnungsprotokoll ersetzen dann den Erbschein. Dieses Protokoll und eine Kopie des Testaments erhält der Erbe im Rahmen der Testamentseröffnung durch das zuständige Nachlassgericht. In der Regel ist es das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte. Dabei erfahren alle Beteiligten den Inhalt des Testaments. Doch auch in diesen Fällen kann das Grundbuchamt auf der Vorlage eines Erbscheins bestehen.

Neben dem Erbschein, müssen sich Erben um weitere Dinge kümmern. So kommen gegebenfalls Erbschaftssteuern auf sie zu.

Was der Erbschein ist

Durch den Erbschein kann ein Erbe gegenüber Behörden und Banken als Eigentümer seines Erbes auftreten. Das amtliche Zeugnis wird vom Nachlassgericht ausgestellt und benennt die Erben eines Erblassers. Es ermöglicht die reibungslose Eintragung im Grundbuch als neuer Eigentümer einer Immobilie. Außerdem ist ein Erbschein notwendig, wenn man als Rechtsnachfolger des Verstorbenen dessen Bankgeschäfte erledigen möchte und Einsicht und Verfügungsgewalt über die Konten erlangen will. Nahezu alle Kreditinstitute in Deutschland erlauben Verfügungen über Konten Verstorbener nur, wenn ein Erbschein vorgelegt werden kann.

Wie man den Erbschein bekommt

Ausgestellt wird der Erbschein vom Nachlassgericht auf einen Antrag hin. Dieser Antrag kann von folgenden Personen gestellt werden:

  • Erben
  • Testamentsvollstrecker
  • Nachlassverwalter
  • Nachlassinsolvenzverwalter
  • Gläubiger

Im Falle mehrerer Erben kann ein gemeinschaftlicher Erbschein beantragt werden. Dabei sind folgende Dokumente vorzulegen:

  • Eigener Personalausweis
  • Sterbeurkunde des Erblassers in beglaubigter Abschrift
  • Testament oder Erbvertrag
  • Familienstammbuch oder Geburtsurkunde, falls kein Testament oder Erbvertrag vorliegt
  • Eidesstattliche Versicherung über:
  • Richtigkeit der geleisteten Angaben
  • Kein Vorliegen weiterer Verfügungen des Erblassers
  • Kein Prozess wegen des Erbes anhängig
Wer eine Immobilie erbt, steht vor einer Reihe von Entscheidungen. Unter Umständen stellt sich etwa die Frage, ob die Immobilie verkauft oder vermietet werden soll.

Was der Erbschein kostet

Die Kosten für die Erteilung eines Erbscheins sind nicht pauschal festgelegt. Sie setzen sich aus verschiedenen Gebühren zusammen. Die Höhe der Kosten hängt auch davon ab, welchen Wert die Erbschaft abzüglich möglicher Schulden hat. Sie steigt jedoch nicht linear an: Bei einem Nachlasswert von 1.000 Euro kostet der Erbschein 38 Euro, bei einem Nachlasswert von 100.000 Euro kostet er 546 Euro. Um einen ersten Eindruck vom Wert einer Immobilie zu erhalten können Sie eine Online-Bewertung nutzen. Diese funktioniert schnell und kostenfrei.