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Die gesetzliche Erbfolge:
Das bedeutet sie für Erben
Die gesetzliche Erbfolge:
Das bedeutet sie für die Erben
Die gesetzliche Erbfolge:
Das bedeutet sie für die Erben

Die gesetzliche Erbfolge legt fest, wer im Todesfall wie viel von einem Erblasser erbt. Erfahren Sie hier u.a., welche Rangordnungen gelten und welche Möglichkeiten es gibt, die gesetzliche Erbfolge zu umgehen.

Was regelt die gesetzliche Erbfolge?

Die gesetzliche Erbfolge bevorteilt die dem Erblasser am nächsten stehenden Angehörigen und Verwandten. Sie greift immer dann, wenn der Erblasser keine anderen letztwilligen Verfügungen (z.B. ein Testament) für den Erbfall verfasst hat. Meistens ist es offensichtlich, wer die gesetzliche Erbfolge antritt insbesondere dann, wenn ein Ehepartner und Kinder zum Kreis der Hinterbliebenen gehören.

Um die gesetzliche Erbfolge zu erfassen, teilt der Gesetzgeber die Angehörigen und Verwandten in fünf verschiedene Ordnungen ein:

  1. Gesetzliche Erben erster Ordnung (§ 1924 BGB): Abkömmlinge des Erblassers (Verwandte in gerader Linie) wie Kinder, Enkel und Urenkel; nichteheliche Kinder und adoptierte Kinder stehen gleichberechtigt neben ehelichen Kindern.
  2. Gesetzliche Erben zweiter Ordnung (§ 1925 BGB): Eltern des Erblassers und ihre Abkömmlinge (Geschwister des Erblassers), die Kinder der Geschwister (Nichten und Neffen des Erblassers); die Enkelkinder der Geschwister.
  3. Gesetzliche Erben dritter Ordnung (§ 1926 BGB): Die Großeltern des Erblassers und ihre Abkömmlinge (Onkel und Tanten des Erblassers), in Folge auch ihre Kinder (Enkel der Großeltern sowie Vettern und Cousinen des Erblassers).
  4. Gesetzliche Erben vierter Ordnung: Die Urgroßeltern des Erblassers und ihre Abkömmlinge.
  5. Gesetzliche Erben fünfter Ordnung: Die Ururgroßeltern und ihre Abkömmlinge.

Um die in Betracht kommenden Erben, die verwandtschaftlichen Beziehungen und die Erbfolge zu ermitteln, ist ein Stammbaum hilfreich.

Wie viel erbt der Ehegatte?

Der Ehegatte ist zwar nicht blutsverwandt, aber dennoch einer der nächsten Angehörigen. Deshalb steht auch ihm ein gesetzliches Erbrecht zu, sodass er bei der gesetzlichen Erbfolge berücksichtigt wird. Wie hoch seine Erbquote ausfällt, lässt sich anhand dieser Kriterien bestimmen:

  • In welchem Vermögensgüterstand lebten die Eheleute zum Zeitpunkt des Erbfalls?
  • Hat der Erblasser Verwandte?
  • Welcher Ordnung werden diese Verwandten zugeteilt?

Die gesetzliche Erbfolge gilt auch für den Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, der dem Ehegatten gleichgestellt ist. Regelmäßig leben Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Dann hat der überlebende Ehegatte die Wahl zwischen der erbrechtlichen und der güterrechtlichen Regelung. Haben die Eheleute Gütertrennung vereinbart, erbt der überlebende Ehepartner zu gleichen Teilen mit etwaigen Kindern. Ist die Ehe kinderlos und leben die Eltern des Erblassers noch, wird der Nachlass zwischen beiden Parteien geteilt. Beide sind in der Erbfolge gleichberechtigt. Mit einer Scheidung ist die gesetzliche Erbfolge der Ehegatten beendet.

Hinweis

Bloße Lebensgefährten haben kein gesetzliches Erbrecht und sind in der gesetzlichen Erbfolge ohne Bedeutung.

Wie funktioniert die gesetzliche Erbfolge?

Gesetzliche Erben der ersten Ordnung schließen die Erben nachfolgender Ordnungen in Bezug auf die Erbfolge aus. Das bürgerliche Recht folgt damit dem in § 1930 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) normierten Parentelsystem. Danach kommen Verwandte nachfolgender Ordnungen bei der Erbfolge nicht zum Zuge, solange ein Erbe einer vorrangigen Ordnung lebt. Auch innerhalb einer Ordnung gibt es eine Rangfolge. Danach werden zunächst die Verwandten in der gesetzlichen Erbfolge berücksichtigt, die dem Erblasser am nächsten sind. Das bedeutet, dass Kinder vor Enkelkindern, Eltern vor den Geschwistern des Erblassers und Großeltern vor Onkel und Tante erbberechtigt sind. Ist ein Erblasser ledig und hat keine Verwandten, rückt der Staat in der gesetzlichen Erbfolge nach. Das bedeutet, dass der Nachlass an den Fiskus fällt.

Die gesetzliche Erbfolge – Beispielfälle

  1. Verstirbt der Erblasser und leben im Zeitpunkt des Erbfalls seine Eltern, sind beide gesetzliche Erben. Sie erben jeweils die Hälfte des Nachlasses ihres verstorbenen Kindes. Ist die Mutter des Erblassers bereits verstorben, erben die Abkömmlinge als Geschwister des Erblassers den Anteil, der auf die verstorbene Mutter entfällt.
  1. Der Erblasser ist ledig und hinterlässt drei Kinder. Ein Kind ist bereits verstorben und hinterlässt ein Kind. Das zweite Kind ist kinderlos, während das dritte Kind wiederum ein Kind hat. Außerdem hat der Erblasser einen Bruder und eine Schwester. Nach der gesetzlichen Erbfolge sind alle drei Kinder erbberechtigt. Da das erste Kind bereits verstorben ist, tritt sein Kind – der Enkel des Erblassers – in die gesetzliche Erbfolge ein. Das dritte Kind des Erblassers lebt und schließt sein eigenes Kind von der Erbfolge aus. Die noch lebenden Eltern und die beiden Geschwister gehen als Erben leer aus. Das Kind des ersten Kindes des Erblassers sowie seine beiden anderen Kinder sind vorrangig in der gesetzlichen Erbfolge und teilen sich den Nachlass.

Welche Alternativen gibt es zur gesetzlichen Erbfolge?

Die gesetzliche Erbfolge kann der Erblasser umgehen, wenn er eine letztwillige Verfügung verfasst. Letztwillige Verfügungen sind der Erbvertrag und das Testament. Der Erblasser legt darin die Erbfolge fest und benennt konkret die erbberechtigte Person seiner Wahl. Geht es um die Frage "Haus verschenken oder vererben", ist die Schenkung zu Lebzeiten eine weitere Option, die gesetzliche Erbfolge zu umgehen. Obendrein spart eine Schenkung bei größeren Besitzverhältnissen Erbschaftssteuer. Mit einer letztwilligen Verfügung bestimmt allein der Erblasser den oder die Erben. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn eine Erbauseinandersetzung zwischen den Erben vermieden werden soll. Die letztwillige Verfügung ist besonders wichtig, wenn eine Erbengemeinschaft das Erbe gemeinsam verwalten soll, zum Beispiel ein Unternehmen oder Immobilienbesitz. Mit der gesetzlichen Erbfolge würde dieses Erbe durch Aufteilung, bedingt durch die gesetzliche Erbfolge, zerschlagen werden.

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