Moment! Wir haben noch etwas für Sie…
Nur begrenzt verfügbar! Unsere kostenlose Immobilienbewertung.

Ihr Bewertungsformular wurde minimiert. Sie können es jederzeit wieder aufrufen.

Die Erbauseinandersetzung

Erben mehrere Personen im Rahmen einer Erbengemeinschaft, wird eine Erbauseinandersetzung notwendig. Sie löst die Erbengemeinschaft auf und ermöglicht so die Aufteilung des Vermögens.

Wie funktioniert die Erbauseinandersetzung?

Je nach Einzelfall und den vorhandenen Nachlassgegenständen funktioniert die Erbauseinandersetzung auf unterschiedliche Weise. Eine Möglichkeit besteht darin, den Nachlassgegenstand (bei unteilbaren Gegenständen) vor der Aufteilung zu verkaufen. Alternativ erhält ein Miterbe die Nachlassgegenstände allein und muss die anderen Miterben in Höhe ihres jeweiligen Erbteils auszahlen.

Bei Mehrfamilien ist es zudem möglich, die einzelnen Wohnungen auf die Erben aufzuteilen und eine Eigentümergemeinschaft zu begründen. Gerade bei Immobilien kann sich außerdem die Besonderheit ergeben, dass einzelne Erben mit der Auseinandersetzung nicht einverstanden sind. In diesem Fall können ein oder mehrere Erben beim zuständigen Amtsgericht eine Teilungsversteigerung beantragen. Diese mündet später in eine Erbauseinandersetzung. In aller Regel ist eine Teilungsversteigerung jedoch nicht empfehlenswert, weil mit einem niedrigeren Kaufpreis zu rechnen ist. Besser ist es, wenn sich Miterben auf einen freihändigen Verkauf der Immobilie einigen, um den vollen Kaufpreis zu erzielen.

Im Idealfall einigen sich die Miterben untereinander auf eine der folgenden Möglichkeiten bei der Erbauseinandersetzung:

  1. Die Real- oder Naturalteilung

Hierbei werden die Nachlassgegenstände im Verhältnis des jeweils bestehenden Erbschaftsteils aufgeteilt. Voraussetzung ist, dass geeignete Gegenstände zur Verteilung zur Verfügung stehen. Das Erbe wird hier aufgeteilt, ohne dass zwischen den Erben weitere Ausgleichsansprüche entstehen. Unter Umständen ist es notwendig, einzelne Nachlassgegenstände vorab zu veräußern, um die Werte auf die Erben aufzuteilen.

  1. Die Realteilung mit Spitzenausgleich

Aus der Natur der Erbmasse heraus können hier die Nachlassgegenstände nicht nach dem jeweils bestehenden Erbanteil verteilt werden. Insoweit werden einzelne Miterben gegenüber anderen Erben ausgleichspflichtig, weil sie Nachlassgegenstände erhalten, die den Wert ihres Erbteils übersteigen.

  1. Erwerb der Nachlassgegenstände/Aufkauf aller Erbteile durch einen Erben

Bei diesen beiden Varianten übernimmt jeweils ein Erbe entweder sämtliche Nachlassgegenstände oder alle Erbteile der übrigen Beteiligten. Wenn er alle Nachlassgegenstände in sein Eigentum überführt, muss er den Miterben entsprechende Abfindungsbeträge auskehren. Die Höhe dieser Ausgleichsbeträge richtet sich nach dem jeweils bestehenden Erbteil. Kauft ein Miterbe sämtliche Erbteile auf, gleicht er den Erbteil der übrigen Erben durch den Kaufpreis aus. Er wird in der Folge entweder Alleinerbe oder ein Erbe größerer Teile.

Wann benötigen die Miterben einen Erbauseinandersetzungsvertrag?

Es ist nicht immer erforderlich, einen Erbauseinandersetzungsvertrag zu schließen. Er empfiehlt sich jedoch, wenn sich die Aufteilung des Erbes komplex gestaltet. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn unterschiedliche Nachlassgegenstände wie Grundstücke, Immobilien, Unternehmensteile und bewegliches Eigentum nebeneinander gegeben sind. Dabei ergibt sich die Notwendigkeit des Erbauseinandersetzungsvertrages automatisch aus der gesetzlichen Verpflichtung, einzelne Übertragungsvorgänge notariell zu beglaubigen. Auch in anderen Fällen kann es vorteilhaft sein, einen solchen Vertrag zu schließen, um Klarheit zu schaffen und spätere Nachforderungen einzelner Erben zu verhindern.

Was behindert oder schließt eine Erbauseinandersetzung aus?

Der Erblasser kann grundsätzlich in einem Testament bestimmen, dass er eine Erbauseinandersetzung vollständig ausschließt. Den Ausschluss kann er auch auf einzelne Nachlassgegenstände beschränken. Ein solcher Ausschluss der Erbauseinandersetzung gilt bis zu 30 Jahre nach Eintritt des Erbfalls und verzögert die Erbauseinandersetzung erheblich.

Auch weitere Aspekte können dafür sorgen, dass die Erbauseinandersetzung nicht sofort erfolgt. So ist sie beispielsweise erst möglich, wenn sämtliche Nachlassverbindlichkeiten zuvor getilgt wurden. Nur durch die Auflösung der Nachlassverbindlichkeiten steht fest, wie hoch die tatsächlich zu verteilende Erbmasse ist.
Darüber hinaus muss rein formal auch das sogenannte Aufgebotsverfahren zunächst abgeschlossen sein. In diesem Verfahren werden Nachlassgläubiger dazu aufgefordert, mögliche offene Forderungen gegenüber der Erbschaft anzumelden. Im Regelfall geht man hier von einem Zeitraum von sechs Monaten aus.

Hinweis

Auch wenn ein Erbe noch nicht geboren ist, es um die Legitimation eines Kindes geht sowie von einem Erblasser errichtete Stiftungen noch nicht rechtsfähig sind, kann die Erbauseinandersetzung (noch) nicht durchgeführt werden.

Welche Kosten entstehen bei einer Erbauseinandersetzung?

Schließen die Miterben einen Erbauseinandersetzungsvertrag, entstehen Kosten für den Entwurf dieses Vertrages und dessen notarielle Beurkundung. Genaueres zu den Notarkosten lässt sich der Gebührenordnung für Notare entnehmen. Kommt es durch eine fehlende Einigung bei einer Immobilie zu einer Teilungsversteigerung, entstehen dabei Kosten für das Verfahren vor dem Amtsgericht.

Steuerrechtliche Behandlung der Erbauseinandersetzung

Im Normalfall ist die Erbauseinandersetzung ein steuerrechtlich neutraler und damit im Steuerrecht nicht zu beachtender Vorgang. Kommen Veräußerungsvorgänge dazu und entstehen Ausgleichsansprüche unter den Miterben, werden sich im Einzelfall steuerrechtlich relevante Vorgänge ergeben.

Zertifizierter Datenschutz
Begeisterte Kunden