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Was beinhaltet ein Grundbuchauszug?

Der Grundbuchauszug ist Voraussetzung, um eine Immobilie zu verkaufen oder zu kaufen. Erfahren Sie hier, was in dem Dokument steht und wo sie es erhalten.

Clarissa Freund

Immobilienredakteurin

16. Februar 2019 ·  8 Minuten Lesezeit

Was ist ein Grundbuchauszug?

Das Grundbuch beinhaltet alle rechtlichen Daten zu den einzelnen Grundstücken einer Gemeinde auf sogenannten Grundbuchblättern. Ein Grundbuchblatt gibt Auskunft über die Eigentumsverhältnisse eines Grundstücks, Rechte wie das Wegerecht, die Grundstücksgröße und etwaige Belastungen. Auch, ob und in welcher Form ein Grundstück bebaut ist, ist darin vermerkt. Für Eigentumswohnungen gibt es spezielle Wohnungsgrundbücher mit den entsprechenden Informationen.

Der Grundbuchauszug ist die Abschrift eines Grundbuchblattes.

Wie sieht ein Grundbuchauszug aus?

Der Grundbuchauszug besteht aus der Aufschrift, dem Bestandsverzeichnis und den sogenannten Abteilungen I, II und III.

  • Die Aufschrift enthält die Nummer des Grundbuchblattes, Informationen zum zuständigen Grundbuchamt beziehungsweise Amtsgericht, den Grundbuchbezirk und das Datum des Grundbuchauszugs.
  • Das Bestandsverzeichnis informiert über Eigenschaften des Grundstücks wie dessen Lage, Größe oder Gemarkung. Außerdem gibt es Auskunft über zugehörige Flurstücke, deren Größe und Bewirtschaftungsart.
  • Die erste Abteilung beinhaltet Informationen über die Eigentumsverhältnisse des Grundstücks und bei mehreren Eigentümern: deren Verteilung. Außerdem ist hier vermerkt, wann und aus welchem Grund (Erbschaft, Kauf, Zwangsversteigerung etc.) der aktuelle Eigentümer in den Besitz des Grundstücks gelangt ist.
  • Die zweite Abteilung enthält Informationen zu Belastungen und Beschränkungen des Grundstücks. Dazu zählt etwa ein Wohnrecht, Nießbrauchrecht oder Erbbaurecht.
  • Die dritte Abteilung umfasst Grundpfandrechte wie Grundschulden oder die Hypothek einer Bank als Absicherung für einen Immobilienkredit.

Welche Rolle spielt der Grundbuchauszug beim Immobilienverkauf?

Für den Immobilienverkauf ist das Grundbuch als Teil des Kaufvertrags Voraussetzung für den Immobilienkauf beziehungsweise Immobilienverkauf. Denn es ist der Nachweis dafür, dass der Verkäufer auch tatsächlich der Eigentümer der Immobilie und folglich zu deren Verkauf berechtigt ist. Der Notar sieht den Grundbuchauszug zu diesem Zweck ein und protokolliert den Inhalt im Kaufvertrag. Hat der Notar den Vertrag beurkundet, informiert er das Finanzamt über den Haus-, Wohnungs- beziehungsweise Grundstücksverkauf, woraufhin die Behörde den Käufer zur Zahlung der Grunderwerbsteuer auffordert. Bis zur Zahlung der Steuer und des Kaufpreises lässt der Notar den neuen Käufer über die sogenannte Auflassungsvormerkung im Grundbuch vermerken. Sind alle Verbindlichkeiten beglichen, beantragt er den Eigentümerwechsel im Grundbuch.

Hinweis

Wollen Käufer den Immobilienverkauf über einen Kredit finanzieren, brauchen sie den aktuellen Grundbuchauszug in der Regel schon vorher für ihre Bank.

Wie lässt sich der Grundbuchauszug bei einer Erbschaft ändern?

Wer eine Immobilie erbt und sich als neuer Eigentümer im Grundbuch eintragen lassen möchte, muss dies mit einem entsprechenden Nachweis (z.B. Erbschein ) über seine Berechtigung beantragen.

Wer hat ein Recht auf den Grundbuchauszug?

Das Grundbuch einsehen darf laut §12 Grundbuchordnung (GBO) in Deutschland nur, wer ein berechtigtes Interesse nachweisen kann. Hintergrund ist der Schutz der Persönlichkeitsrechte der im Grundbuch eingetragenen Personen.

Ein berechtigtes Interesse haben:

  • Alle Eigentümer des entsprechenden Grundstücks
  • Die Inhaber von einer im Grundbuch eingetragenen Grunddienstbarkeit wie dem Wegerecht
  • Behörden oder Personen, welche nach §12 GBO ein berechtigtes Interesse haben wie beispielsweise Makler oder Notare
  • Evtl. Kreditgeber
  • Alle, die von einem Berechtigten per Vollmacht ebenfalls zur Einsichtnahme bemächtigt wurden

Ein berechtigtes Interesse kann unter anderem in diesen Fällen bestehen:

  • Wenn Mieter erfahren wollen, wer ihr tatsächlicher Vermieter ist
  • Wenn Banken dem Eigentümer einen Kredit bewilligen wollen
  • Wenn jemand per Vollstreckungstitel eine Vollstreckung gegen den Eigentümer anstrebt

Es ist also nicht möglich, aus bloßer Neugier den Eigentümer eines beliebigen Grundstücks zu erfahren und sich etwa darüber zu informieren, ob das Grundstück vom Nachbarn oder Chef durch Grundschulden belastet ist.

Hinweis

Kaufinteressenten haben nur bei einer konkreten Kaufabsicht berechtigtes Interesse. Dies können sie beispielsweise durch eine Maklerbestätigung oder den Entwurf eines Kaufvertrags nachweisen. Doch nicht jedes Grundbuchamt erkennt das berechtigte Interesse in diesem Fall an.

Wie erhalte ich einen Grundbuchauszug?

Das Grundbuch wird vom zuständigen Grundbuchamt geführt. Wer ein berechtigtes Interesse an einem Grundbuchauszug besitzt, kann dort einen Antrag stellen, um den Grundbuchauszug anzufordern. Außerdem ist es inzwischen möglich, den Auszug über das Elektronische Grundbuch (EGB) zu erhalten.

Wie viel kostet ein Grundbuchauszug?

Wie viel der Grundbuchauszug kostet, hängt vor allem von seiner Art ab:

  • Die persönliche Einsichtnahme im Grundbuch ist gebührenfrei
  • Wer eine einfache Abschrift des Grundbuchblattes benötigt, zahlt circa 10 Euro.
  • Ein beglaubigter Grundbuchauszug kostet ca. 20 Euro.

Grundsätzlich ist es auch möglich, den Grundbuchauszug über verschiedene Dienstleister oder einen Notar anzufordern. Dabei können jedoch andere Kosten entstehen.

Gut zu wissen:

Beim Immobilienverkauf mit einem Homeday-Makler besorgen wir den Grundbuchauszug für Sie als Eigentümer und übernehmen auch die Kosten. Das Beste: Auch darüber hinaus zahlen Verkäufer keine Maklerprovision und auch sonst keinerlei Gebühren für unseren Maklerservice.

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