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Muskelhypothek: So senken Bauherren die GesamtkostenMuskelhypothek:
So senken Bauherren die Gesamtkosten
Muskelhypothek:
So senken Bauherren die Gesamtkosten

Bauherren haben die Möglichkeit, die Gesamtkosten ihres Bauvorhabens durch die sogenannte Muskelhypothek, das heißt: ihre Eigenleistung, zu reduzieren. Erfahren Sie hier u.a., wie sich Ihre Kreditsumme ändert, wenn Sie selbst zum Werkzeug greifen und welche Arbeiten Sie übernehmen können.

Wie reduziert Eigenleistung die Darlehenssumme?

In der Regel erkennen Banken bei einem Immobilienkredit zwischen 10 und 15 Prozent der Gesamtkosten als Eigenleistung und damit als Eigenkapital an. Wichtig ist, dass die Finanzierung auf einer soliden Basis steht. Ob die Bank eine Darlehensgewährung ohne den Einsatz von Eigenkapital, sondern nur durch das Einbringen der Muskelhypothek akzeptiert, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Welche Arbeiten kann ich in Eigenleistung erbringen?

Wenn Sie beim Bau Ihres Eigenheims bestimmte Arbeiten selbst übernehmen möchten, ist es wichtig, dass Sie Ihr Können realistisch einschätzen. Tätigkeiten wie die Installation der sanitären Anlagen oder der Elektroinstallation überlassen Sie idealerweise einem Fachbetrieb. Kommt es in diesen Bereichen zu einem Schaden, erhalten Sie im schlimmsten Fall keine Versicherungsleistungen, da die Arbeiten nicht fachgerecht durchgeführt wurden. Wenn Sie selbst Hand anlegen wollen, sind bestimmte Arbeiten wie

  • die Außenanlage
  • Trockenbauarbeiten
  • das Malern und Tapezieren
  • die Verlegung von Bodenbelägen

bestens für den Einsatz Ihrer Muskelkraft geeignet. Häufig unterstützen Freunde und Familie den Bauherren.

Was muss ich bei der Muskelhypothek beachten?

Prüfen Sie genau, welche Arbeiten Sie in Eigenleistung tatsächlich ausführen wollen. Der Zeit- und Arbeitsaufwand ist genau zu kalkulieren. Falls Sie sich übernehmen und schließlich doch einen Handwerker engagieren müssen, geht das mit hohen Zusatzkosten einher. Dauert es zu lange, bis Sie Ihre Eigenleistungen beendet haben, zahlt die Bank den Baukredit eventuell nicht komplett aus und es fallen Bereitstellungszinsen an. Eine Zeitverzögerung kostet also unter Umständen Geld! In der Regel richtet sich der Zeitplan nach den Vorgaben der Baufirma.

Klären Sie mit der ausführenden Firma, welche Arbeiten Sie in Eigenleistung übernehmen und lassen sich das schriftlich bestätigen. Gerade wenn es später zu Gewährleistungsansprüchen kommt, ist diese Dokumentation wichtig.
Arbeiten Sie nicht allein, sondern unterstützt von Freunden und Verwandten, sind die Helfer bei der Berufsgenossenschaft zu melden. Bedenken Sie, dass auf einer Baustelle durchaus einmal etwas passieren kann: Eine Bauhelferversicherung ist daher besonders wichtig.
Unter Umständen erwartet die finanzierende Bank einen Nachweis, wenn Sie Eigenleistung als Eigenkapital anerkennt. Gerade wenn Sie einen größeren Teil der Hypothek über eine Muskelhypothek darstellen, ist eine intensivere Prüfung möglich.

Wie berechnet sich die Muskelhypothek?

Nach den Vorgaben des Baugesetzbuchs entspricht die Muskelhypothek der Kostenersparnis, die Sie durch Ihre Eigenleistung erreichen. Kalkuliert ein Handwerker für seine Arbeiten einen Preis von 2.000 Euro, so entspricht die Muskelhypothek diesem Betrag. Idealerweise weisen Sie Ihrer Bank die geplanten Arbeiten detailliert nach. Wichtig ist, realistische Kosten anzusetzen, die für das Kreditinstitut nachvollziehbar sind. Wenn Sie für die angesetzten Arbeiten deutlich länger als ein Handwerker benötigen, vermindert sich der Wert der Muskelhypothek, da der Zeitaufwand steigt.

Finanzierung oder Eigenleistung - was ist sinnvoll?

Ob eine Muskelhypothek sinnvoll ist, um die Gesamtkosten zu reduzieren, hängt vom Bauherren ab. Wer genug handwerkliches Können und ausreichend Zeit besitzt, kann viele Arbeiten in Eigenleistung ausführen. Wer hingegen noch nie Fliesen verlegt oder Trockenbauarbeiten durchgeführt hat, sollte diese Arbeiten besser einem Fachmann überlassen.