• Muskelhypothek: So senken Bauherren die Gesamtkosten

    Muskelhypothek: So sparen Sie beim Hausbau durch Eigenleistungen

    Bauherren haben die Möglichkeit, die Gesamtkosten ihres Bauvorhabens durch die sogenannte Muskelhypothek, das heißt: ihre Eigenleistung beim Hausbau, zu reduzieren. Erfahren Sie hier u.a., was eine Muskelhypothek ist, wie sich Ihre Kreditsumme ändert, wenn Sie selbst zum Werkzeug greifen und welche Arbeiten Sie übernehmen können.

    Inhaltsverzeichnis

    1. Was ist eine Muskelhypothek?

    2. Wie reduziert Eigenleistung die Darlehenssumme?

    3. Welche Arbeiten kann ich in Eigenleistung erbringen?

    4. Was muss ich bei der Muskelhypothek beachten?

    5. Wie berechnet sich die Muskelhypothek?

    6. Welche Vorteile bietet Eigenleistung beim Hausbau?

    7. Welche Risiken gibt es bei einer Muskelhypothek?

    8. Finanzierung oder Eigenleistung - was ist sinnvoll?

    Was ist eine Muskelhypothek?

    Als Muskelhypothek bezeichnet man umgangssprachlich die Eigenleistung, die Bauherren erbringen können, um die Bau- oder Erwerbskosten einer Immobilie zu senken. Wer also beim Hausbau oder bei Modernisierungsarbeiten selbst Hand anlegt, kann ordentlich sparen. Die Bank erkennt die selbst verrichteten Arbeiten als Eigenkapital an. Doch nicht für jeden eignet sich diese Art der Darlehensreduzierung.

    Wie reduziert Eigenleistung die Darlehenssumme?

    In der Regel erkennen Banken bei einem Immobilienkredit zwischen 10 und 15 Prozent der Gesamtkosten als Eigenleistung und damit als Eigenkapital an. Wichtig ist, dass die Finanzierung auf einer soliden Basis steht. Ob die Bank eine Darlehensgewährung ohne den Einsatz von Eigenkapital , sondern nur durch das Einbringen der Muskelhypothek akzeptiert, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

    Welche Arbeiten kann ich in Eigenleistung erbringen?

    Wenn Sie beim Hausbau bestimmte Arbeiten selbst übernehmen möchten, ist es wichtig, dass Sie Ihr Können realistisch einschätzen. Tätigkeiten wie die Installation der sanitären Anlagen oder der Elektroinstallation überlassen Sie idealerweise einem Fachbetrieb. Kommt es in diesen Bereichen zu einem Schaden, erhalten Sie im schlimmsten Fall keine Versicherungsleistungen, da die Arbeiten nicht fachgerecht durchgeführt wurden. Wenn Sie selbst Hand anlegen wollen, sind bestimmte Arbeiten wie

    • die Außenanlage

    • Trockenbauarbeiten

    • das Malern und Tapezieren

    • die Verlegung von Bodenbelägen

    bestens für den Einsatz Ihrer Muskelkraft geeignet. Häufig unterstützen Freunde und Familie den Bauherren.

    Was muss ich bei der Muskelhypothek beachten?

    Prüfen Sie genau, welche Arbeiten Sie in Eigenleistung tatsächlich ausführen wollen. Der Zeit- und Arbeitsaufwand ist genau zu kalkulieren. Falls Sie sich übernehmen und schließlich doch einen Handwerker engagieren müssen, geht das mit hohen Zusatzkosten einher. Dauert es zu lange, bis Sie Ihre Eigenleistungen beendet haben, zahlt die Bank den Baukredit eventuell nicht komplett aus und es fallen Bereitstellungszinsen an. Eine Zeitverzögerung kostet also unter Umständen Geld! In der Regel richtet sich der Zeitplan nach den Vorgaben der Baufirma.

    Klären Sie mit der ausführenden Firma, welche Arbeiten Sie in Eigenleistung übernehmen und lassen sich das schriftlich bestätigen. Gerade wenn es später zu Gewährleistungsansprüchen kommt, ist diese Dokumentation wichtig. Arbeiten Sie nicht allein, sondern unterstützt von Freunden und Verwandten, sind die Helfer bei der Berufsgenossenschaft zu melden. Bedenken Sie, dass auf einer Baustelle durchaus einmal etwas passieren kann: Eine Bauhelferversicherung ist daher besonders wichtig.

    Wenn Sie Eigenleistung als Eigenkapital von der Bank anerkennen lassen möchten, kann es sein, dass Sie Ihre Muskelhypothek nachweisen müssen. Gerade wenn Sie einen größeren Teil der Hypotheken über eine Muskelhypothek darstellen, ist eine intensivere Prüfung möglich.

    Wie berechnet sich die Muskelhypothek?

    Nach den Vorgaben des Baugesetzbuchs entspricht die Muskelhypothek der Kostenersparnis, die Sie durch Ihre Eigenleistung beim Hausbau erreichen. Kalkuliert ein Handwerker für seine Arbeiten einen Preis von 2.000 Euro, so wird die Muskelhypothek mit demselben Betrag berechnet. Idealerweise weisen Sie Ihrer Bank die geplanten Arbeiten detailliert nach. Wichtig ist, realistische Kosten anzusetzen, die für das Kreditinstitut nachvollziehbar sind. Wenn Sie für die angesetzten Arbeiten deutlich länger als ein Handwerker benötigen, vermindert sich der Wert der Muskelhypothek, da der Zeitaufwand steigt.

    Muskelhypothek berechnen: Diese Kosten lassen sich einsparen

    Die Grafik zur Muskelhypothek zeigt Eigenleistungen beim Hausbau und deren Kosten.

    Welche Vorteile bietet Eigenleistung beim Hausbau?

    Eine Muskelhypothek ermöglicht es, insgesamt die Baukosten deutlich zu verringern. Durch die Anrechnung der Eigenleistung als Eigenkapital steigt die Eigenkapitalquote. Die Baufinanzierung kann günstiger werden und die Chancen auf einen Baukredit können steigen.

    Hinweis:

    Sie möchten mit Abzug der Eigenleistung Ihre Baufinanzierung berechnen? Besonders einfach ist die Berechnung mit dem Baufinanzierungsrechner von Homeday. Nach Eingabe Ihrer Eckdaten ermittelt der Rechner Ihr mögliches Budget:

    Welche Risiken gibt es bei einer Muskelhypothek?

    Risiken bestehen bei einer Muskelhypothek dann, wenn der Bauherr sich zu viel vornimmt, falsche Informationen gesammelt hat und dann später die Vereinbarungen im Kaufvertrag nicht einhalten kann. Das sind die größten Risiken bei einer Eigenleistung beim Hausbau:

    • Selbstüberschätzung: Die Fehleinschätzung der persönlichen Fähigkeiten oder des zeitlichen Aufwands können Mehrkosten und gegebenenfalls Nachfinanzierungen verursachen.

    • Verzögerung der Fertigstellung durch fehlerhafte Arbeit

    • Falsche Materialauswahl durch fehlendes Fachwissen 

    • Unerwartete Ausgaben durch Komplikationen

    • Erhöhte Materialkosten durch fehlende, professionelle Beschaffung

    • Keine Gewährleistung: Wenn bei der Eigenleistung Mängel entstanden sind, müssen Sie für die Beseitigung selber aufkommen

    Finanzierung oder Eigenleistung - was ist sinnvoll?

    Ob eine Muskelhypothek sinnvoll ist, um die Gesamtkosten zu reduzieren, hängt vom Bauherren ab. Wer genug handwerkliches Können und ausreichend Zeit besitzt, kann viele Arbeiten in Eigenleistung beim Hausbau ausführen. Wer hingegen noch nie Fliesen verlegt oder Trockenbauarbeiten durchgeführt hat, sollte diese Arbeiten besser einem Fachmann überlassen.

    Muskelhypothek – FAQ

    Was ist die Muskelhypothek?

    Als Muskelhypothek bezeichnet man umgangssprachlich die Eigenleistung, die Bauherren erbringen können, um die Bau- oder Erwerbskosten einer Immobilie zu senken. Wer also beim Hausbau oder bei Modernisierungsarbeiten selbst Hand anlegt, kann ordentlich sparen. Die Bank erkennt die selbst verrichteten Arbeiten als Eigenkapital an. Doch nicht für jeden eignet sich diese Art der Darlehensreduzierung. Mehr zur Muskelhypothek hier

    Wie reduziert Eigenleistung die Darlehenssumme?

    Üblicherweise werten Banken bei einem Immobilienkredit zwischen 10 und 15 Prozent der Gesamtkosten als Eigenleistung. Sie zählt damit als Eigenkapital, um welche das Darlehen reduziert wird. Das funktioniert am ehesten, wenn die Finanzierung solide abgesichert ist. Ob auch nur die Muskelhypothek ohne sämtliches Eigenkapital ausreicht, entscheidet die Bank auf Einzelfallbasis.

    Welche Arbeiten kann ich in Eigenleistung erbringen?

    Typischerweise verrichten Bauherren bei einer Muskelhypothek Arbeiten wie das Tapezieren und Streichen der Wände, das Verlegen der Fußböden, Trockenbauarbeiten und Tätigkeiten im Hinblick auf die Außenanlage. Hierbei können selbstverständlich Familie und Freunde helfen. Komplexere Arbeiten wie die Installation der Sanitäranlagen und der Elektrik sollten lieber Fachkräfte übernehmen. Alles zur Eigenleistung bei Muskelhypothek

    Was muss ich bei der Muskelhypothek beachten?

    Bauherren sollten darauf achten, sich nicht zu überschätzen und genau zu kalkulieren. Schaffen sie es letztendlich nicht ohne professionelle Hilfe, sind mitunter hohe Zusatzkosten zu zahlen. Auch der Zeitrahmen ist entscheidend: Brauchen Bauherren zu lange, fordert die Bank möglicherweise Bereitstellungszinsen. Helfen Familie und Freunde bei den Arbeiten, sollten diese mit einer Bauhelferversicherung abgesichert werden. Weitere Informationen zur Muskelhypothek

    Wie berechnet sich die Muskelhypothek?

    Das Baugesetzbuch gibt vor, dass sich die Muskelhypothek aus der Kostenersparnis durch Eigenleistung ergibt. Übernehmen Bauherren Arbeiten für die ein Handwerker 2.000 Euro veranschlagen würde, wird die Muskelhypothek mit diesem Betrag berechnet. Für die Bank müssen Sie ihre Muskelhypothek detailliert und realistisch nachweisen.

    Wird Eigenleistung als Eigenkapital angerechnet?

    Bei einer Muskelhypothek wird die Eigenleistung beim Hausbau als Eigenkapital angerechnet. In der Regel erkennen Banken bei einem Immobilienkredit zwischen 10 und 15 Prozent der Gesamtkosten als Eigenleistung und damit als Eigenkapital an.

    Wie hoch ist der Stundenlohn bei Eigenleistung?

    Übernehmen Bauherren Arbeiten, für die ein Handwerker 2.000 Euro veranschlagen würde, entspricht das dem Betrag der Muskelhypothek. Der Stundenlohn bei Eigenleistung beläuft sich also auf dieselbe Höhe wie die eines Handwerkers.

    Themengebiet: Baufinanzierung

    Hinweis:

    Bitte beachten Sie, dass unsere Ratgeber-Antworten, -Artikel und Musterdokumente keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung darstellen oder ersetzen können. Für Klärung Ihrer rechtlichen bzw. finanziellen Angelegenheiten bitten wir Sie, entsprechende Experten (z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater bzw. Finanzberater) hinzuzuziehen. Trotz großer Sorgfalt und gewissenhafter Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Wir freuen uns und sind dankbar über entsprechende Hinweise, welche wir versuchen, zeitnah umzusetzen.

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