• Bausparvertrag– Kombination aus Sparplan und Darlehen

    Bausparvertrag – Kombination aus Sparplan und Darlehen

    Der Bausparvertrag ist ein beliebtes Anlageprodukt. Durch die Kombination aus Sparplan und Darlehen eignet er sich für eine langfristige Planung. Erfahren Sie hier, wie ein Bausparvertrag funktioniert, für welche Immobilienvorhaben ein Bausparvertrag sinnvoll ist und wie sich ein bestehender Bausparvertrag kündigen lässt.

    Inhaltsverzeichnis

    1. Was ist ein Bausparvertrag?

    2. Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

    3. Welche Tarifoptionen gibt es bei einem Bausparvertrag?

    4. Wofür darf ich das Bauspardarlehen verwenden?

    5. Wie kann ich den Bausparvertrag auflösen und auszahlen lassen?

    6. Für welche Sparer eignet sich der Bausparvertrag?

    7. Gibt es staatliche Förderungen beim Bausparen?

    8. Die Kündigung des Bausparvertrags

    Was ist ein Bausparvertrag?

    Ein Bausparvertrag ist ein besonderes Darlehen , das Kapitalanlegerinnen mit dem Ziel zukünftig ein Haus zu bauen , zu renovieren oder eine Immobilie zu kaufen bei einer Bausparkasse abschließen. Im Großen und Ganzen dient ein Bausparvertrag dazu, sich Eigenkapital für das zukünftige Immobilienprojekt anzusparen. Bausparverträge bestehen dafür in der Regel aus einem Sparplan und einem Immobiliendarlehen. Außerdem sichert ein Bausparvertrag Bausparer vor steigenden Zinsen ab.

    Hinweis:

    Planen Sie den Kauf oder Bau einer Immobilie? Über den kostenlosen Finanzierungsrechner finden Sie direkt heraus, welche Finanzierungsoptionen für Ihr Vorhaben infrage kommen:

    Dies ist ein Service der Homeday Hyp GmbH ( Hinweise zum Datenschutz )

    Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

    Das Prinzip eines Bausparvertrags basiert auf einer Gemeinschaft: Als Sparer zahlen Sie Ihre Beiträge in einen gemeinsamen Topf ein, aus dem andere Bausparer ein Darlehenerhalten. Wichtig ist also ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Einzahlungen und den Darlehensabrufen. Wenn Sie einen Bausparvertrag abschließen, wählen Sie zunächst eine Bausparsumme. Abhängig vom jeweiligen Bausparvertrag-Anbieter sparen Sie in der vereinbarten Laufzeit zwischen 30 und 50 Prozent der Bausparsumme an. In der Regel liegen die Laufzeiten eines Bausparvertrags bei sieben bis zehn Jahren. Die monatliche Sparrate wird entsprechend kalkuliert. Haben Sie die Summe angespart und eine bestimmte, sogenannte Bewertungszahl aus dem Bausparvertrag erreicht, ist der Vertrag zuteilungsreif. Die Bewertungszahl im Bausparvertrag ermitteln die Bausparkassen aus dem Guthaben, den Einzahlungen der Sparleistungen und der bisherigen Laufzeit. Darüber hinaus spielen die liquiden Mittel der Bausparkasse eine wichtige Rolle. Nach der Zuteilung haben Sie die Möglichkeit, Ihren Bausparvertrag aufzulösen und so das Bauspardarlehen, das zwischen 50 und 70 Prozent der Bausparsumme ausmacht, in Anspruch zu nehmen. Wichtig ist eine wohnwirtschaftliche Verwendung des Darlehens. Alternativ ist es auch möglich, sich das Guthaben des Bausparvertrags auszahlen zu lassen, ohne das Darlehen zu beanspruchen.

    Der Bausparvertrag setzt sich aus drei Phasen zusammen:

    1. der Ansparphase

    2. der Zuteilungsphase

    3. der Darlehensphase

    Hinweis:

    Nehmen Sie das Bauspardarlehen nicht in Anspruch, endet der Vertrag nach der Zuteilung und der Auszahlung des Guthabens.

    Welche Tarifoptionen gibt es bei einem Bausparvertrag?

    Bei einem Bausparvertrag gibt es verschiedene Tarifoptionen, die sich vor allem im Hinblick auf Ansparzeit, Höhe der Guthabenzinsen und Darlehenszinsen unterscheiden:

    • Standardtarif mit einer Ansparphase von sieben bis etwa zehn Jahren

    • Langzeittarif mit einer Ansparphase von etwa elf Jahren

    • Schnellspartarif mit einer schnellen Ansparphase unter sieben Jahren

    • Variabler Tarif bei dem Sie auch nach Vertragsabschluss die Bedingungen flexibel anpassen können

    Wie finde ich den passenden Bausparvertrag?

    Die einzelnen Tarife unterscheiden sich hinsichtlich der jeweiligen Zinsen für den Bausparvertrag. Grundsätzlich gilt: Je höher der Guthabenzins desto höher der Darlehenszins. Besonders der Langzeittarif zeichnet sich durch eine hohe Guthabenverzinsung aus. Diese Option ist ideal, wenn Sie das Darlehen vermutlich nicht in Anspruch nehmen möchten, als Sparer für Ihre monatlichen Beiträge jedoch eine attraktive Rendite erwarten. Wer hingegen einen Bausparvertrag mit dem Ziel abschließt, das Darlehen in jedem Fall abzurufen, wählt idealerweise einen Tarif mit geringem Darlehenszins. Am besten vergleichen Sie vor Abschluss verschiedene Bausparvertrag-Modelle und prüfen, ob diese für Ihre konkrete Planung in Frage kommen. Achten Sie bei einem Vergleich der Bausparverträge besonders auf die Abschlussgebühr. Ihr Konto steht zunächst im Soll und Sie zahlen in den ersten Monaten zunächst die Abschlussgebühr Ihres Bausparvertrages. Die Ansparphase beginnt erst, wenn die Gebühr komplett bezahlt ist. Unter Umständen verlängert sich dadurch die Laufzeit und Ihr Vertrag wird erst später zugeteilt.

    Hinweis:

    Sie wägen aktuell noch ab, welche Form der Immobilienfinanzierung die beste für Ihren individuellen Fall wäre? Der kostenlose und unverbindliche Finanzierungsrechner von Homeday kann eine Grundlage zur Entscheidungsfindung darstellen.

    Wofür darf ich das Bauspardarlehen verwenden?

    Während Sie das angesparte Guthaben bei einem Bausparvertrag für jeden Zweck nutzen dürfen, ist das Bauspardarlehen an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden. Nur wenn Sie den Vertrag vor 2009 abgeschlossen haben und er mindestens sieben Jahre bestanden hat, besteht keine Zweckbindung. Das Gleiche gilt, wenn Sie den Vertrag vor Ihrem 25. Lebensjahr abgeschlossen haben. Wenn Sie bereits eine Immobilie besitzen, ist das Bauspardarlehen ideal für Modernisierungen oder Renovierungsarbeiten geeignet. Diese stehen bei einem Eigenheim in Abständen von einigen Jahren regelmäßig an. Wenn Sie den Umzug in die eigenen vier Wände planen, haben Sie die Möglichkeit, den Bausparvertrag als Teil der Gesamtfinanzierung zu nutzen. Alternativ zahlen Sie in einen Bausparvertrag ein, um später das bestehende Darlehen abzulösen.

    Wie kann ich den Bausparvertrag auflösen und auszahlen lassen?

    Falls Sie bereits einen Bausparvertrag abgeschlossen haben, fragen Sie sich vielleicht, wann der ideale Zeitpunkt ist, um den Bausparvertrag aufzulösen und sich die angesparte Bausparsumme auszahlen zu lassen. Kapitalanleger sollten dabei Folgendes beachten:

    • Zeitpunkt der Auszahlung: Bausparer können sich den Bausparvertrag fast zu jedem beliebigen Zeitpunkt auszahlen lassen. Befindet sich eine Bausparerin allerdings noch in der Ansparphase und möchte sich den angesparten Betrag auszahlen lassen, gilt, wie bei jedem anderen Vertrag auch, eine festgelegte Kündigungsfrist. Erst wenn der Bausparvertrag rechtmäßig gekündigt wurde, können Bausparer sich die erwirtschaftete Summe aus dem Bausparvertrag auszahlen lassen. Durch die Kündigung des Bausparvertrags können der Bausparerin allerdings einige Nachteile entstehen.

    • Höhe der Auszahlungssumme: Bei der Auszahlung des Bausparvertrags gilt das Prinzip “ganz oder gar nicht”. Das heißt, Bausparer können sich die Summe aus ihrem Bausparvertrag nur vollständig auszahlen lassen. Die Auszahlung von Teilbeträgen ist nicht möglich. Falls der Kapitalanleger sich dafür entscheidet, seinen Bausparvertrag zu kündigen, fällt auch der evtl. vertraglich vereinbarte Bonus des Bausparvertrags weg. Außerdem sollten Bausparer beachten, dass auch die Gebühr für den Vertragsabschluss durch die vorzeitige Kündigung in der Regel nicht erstattet wird. Entscheiden sich Bausparerinnen dennoch dazu, ihren Vertrag vorzeitig aufzulösen, erhalten sie den bis dahin angesparten Geldbetrag sowie die bis zur Kündigung gewährten Zinsen aus dem Bausparvertrag.

    • Zuteilung des Bausparvertrages in der Darlehensphase: Befinden sich Bausparer bereits in der Darlehensphase ihres Bausparvertrags, können sie den Bausparvertrag ohne monetäre Verluste zu einem beliebigen Zeitpunkt beenden.

    • Bausparvertrag verkaufen: Wenn Bausparer dringend Zugriff auf das angesparte Geld brauchen, die Kündigungsfrist allerdings zu lang ist oder die Nachteile durch die vorzeitige Kündigung des Bausparvertrags zu groß sind, entscheiden sich einige Bausparer dafür ihren Bausparvertrag zu verkaufen. Um den Bausparvertrag zu verkaufen, muss die Eigentümerin des Vertrags sich mit der Bausparkasse in Verbindung setzen und sich informieren, unter welchen Bedingungen ein Verkauf des Bausparvertrags möglich ist. Außerdem muss die Verkäuferin des Bausparvertrags die Bausparkasse über den Verkauf informieren, sodass diese den Vertrag auf den neuen Eigentümer umschreiben können.

    Für welche Sparer lohnt sich ein Bausparvertrag?

    Ist ein Bausparvertrag heute noch sinnvoll? Ein Bausparvertrag eignet sich vor allem für Immobilienbesitzer, die mit einem Bausparvertrag eine gute Rücklage für anstehende Modernisierungen schaffen. Wählen Sie einen Tarif mit hohem Guthabenzins, ist der Bausparvertrag auch als reine Sparanlage eine gute Wahl. Hier sollten Sie besonders auf eine hohe Verzinsung achten. Vor dem Abschluss eines Bausparvertrags sollten bestenfalls verschiedene Bauspar-Anbieter und deren Konditionen miteinander verglichen werden.

    Gibt es staatliche Förderungen beim Bausparen?

    Als Bausparer profitieren Sie unter bestimmten Bedingungen von staatlichen Förderungen:

    • Wohnungsbauprämie: Liegt Ihr zu versteuerndes Einkommen bei maximal 25.600 Euro bzw. 51.200 Euro bei Verheirateten, können Sie einen Antrag auf Wohnungsbauprämie stellen. Den Antrag auf Wohnungsbauprämie reichen Sie bei Ihrer Bausparkasse ein. Berechtigte erhalten Sie eine Wohnungsbauprämie von bis zu 8,8 Prozent auf Ihre eingezahlten Beträge. Maximal zahlt der Staat 45,06 Euro bei Ledigen und 90,11 Euro bei Verheirateten. Wichtig ist, dass Sie mindestens 50 Euro selbst in den Vertrag einzahlen.

    • Zahlen Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag ein, erhalten Sie – abhängig von Ihrem Einkommen – eine Arbeitnehmersparzulage von 9 Prozent. Maximal wird eine Sparleistung von 470 Euro jährlich gefördert, wenn Sie als Alleinstehender nicht mehr als 17.900 Euro verdienen. Bei Verheirateten gilt eine Grenze von 35.800 Euro.

    • Im Rahmen spezieller Riester-Bausparverträge profitieren Sie von der Riester-Förderung. Der Staat unterstützt mit dem Wohn-Riester die Altersvorsorge.

    Wie lässt sich ein Bausparvertrag kündigen?

    Haben Sie Ihren Vertrag komplett angespart, hat die Bausparkasse das Recht, den Bausparvertrag zu kündigen. Gerade bei Altverträgen mit hohen Verzinsungen, bei denen Kunden darauf verzichteten, ihr Guthaben abzurufen, gab es in den letzten Jahren zahlreiche Kündigungen.

    Als Anleger können Sie Ihren Vertrag unter Einhaltung der Kündigungsfrist beenden. In der Regel beträgt die Frist zwischen drei und sechs Monaten. Ein Blick in die Bedingungen des geschlossenen Bausparvertrags zeigt die Kündigungsfrist.

    Gut zu wissen:

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    Bausparvertrag – FAQ

    Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

    Bei einem Bausparvertrag zahlen Sie zunächst als Sparer Ihre Beiträge in einen gemeinsamen Topf ein. Später erhalten Sie daraus – wie auch andere Bausparer – Ihr Darlehen. Zu Beginn wählen Sie eine Bausparsumme und eine Laufzeit. Daraus ergibt sich die monatliche Sparrate. Haben Sie die Summe angespart und eine bestimmte, sogenannte Bewertungszahl erreicht, ist der Vertrag zuteilungsreif und Sie bekommen Ihr Darlehen. Ebenso ist es möglich, sich das angesparte Guthaben auszahlen zu lassen. Informationen zu Bausparverträgen

    Lohnt sich ein Bausparvertrag?

    Vor allem für Immobilienbesitzerinnen, die mithilfe des Bausparvertrages eine Rücklage für anstehende Modernisierungen schaffen wollen, kann sich ein Bausparvertrag lohnen. Finden Sie als Bausparer einen Anbieter mit einem hohen Guthabenzins, bietet sich der Bausparvertrag auch als reine Sparanlage an. Bei der Auswahl eines passenden Anbieters sollten Sie allerdings auf die Höhe der Zinsen achten. Alle Informationen zu den Bausparvertrag-Konditionen gibt es hier

    Wie kann ich meinen Bausparvertrag auszahlen lassen?

    Befinden Sie sich noch in der Ansparphase Ihres Bausparvertrags, müssen Sie Ihren Bausparvertrag fristgerecht kündigen, bevor Sie sich den angesparten Betrag auszahlen lassen können. Sind Sie bereits in die Darlehensphase fortgeschritten, haben Sie die Möglichkeit ohne monetäre Verluste auf die Bausparsumme zuzugreifen. Mehr zur Auflösung des Bausparvertrages

    Kann man einen Bausparvertrag jederzeit auszahlen lassen?

    Ihren Bausparvertrag können Sie sich jederzeit auszahlen lassen. Abhängig davon, in welcher Phase des Bausparens Sie sich aktuell befinden, müssen Sie allerdings mit Verlusten bei der Auszahlung rechnen. Haben Sie die Zuteilungsreife des Bausparvertrags noch nicht erreicht, können Sie lediglich durch eine Kündigung an Ihre Bausparsumme gelangen. Dadurch könnten Ihnen Nachteile entstehen - beispielsweise entfällt der vertraglich vereinbarte Bonus. Mehr erfahren zur Bausparvertrag-Auszahlung

    Welche Tarifoptionen gibt es bei einem Bausparvertrag?

    Es gibt den Standardtarif mit einer Ansparphase zwischen sieben und zehn Jahren. Der Langzeittarif hat eine Ansparphase von über elf Jahren. Beim Schnellspartarif beträgt die Ansparphase weniger als sieben Jahre. Der variable Tarif ermöglicht eine flexible Anpassung der Bedingungen. Die einzelnen Tarife bieten jeweils unterschiedliche Verzinsungen. Grundsätzlich gilt: Je höher der Guthabenzins desto höher der Darlehenszins. Erfahren Sie hier mehr zu den Bausparvertrag-Optionen

    Wofür darf ich das Bauspardarlehen verwenden?

    Das angesparte Guthaben darf für jedes Vorhaben verwendet werden, das Darlehen muss jedoch für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Nur wenn Sie den Vertrag vor 2009 abgeschlossen haben und er mindestens sieben Jahre bestanden hat, besteht keine Zweckbindung. Das Gleiche gilt, wenn Sie den Vertrag vor Ihrem 25. Lebensjahr abgeschlossen haben.

    Gibt es staatliche Förderungen beim Bausparen?

    Unter bestimmten Bedingungen können Bausparer von staatlichen Förderungen profitieren. Bei einem Einkommen von unter 25.600 Euro können sie eine Wohnungsbauprämie bekommen. Gehen vermögenswirksame Leistungen in den Bausparvertrag ein, erhalten sie eine Arbeitnehmersparzulage. Bei speziellen Riester-Bausparverträgen unterstützt der Staat die Altersvorsorge mit Wohn-Riester. Mehr zu den staatlichen Förderungsmöglichkeiten

    Themengebiet: Baufinanzierung

    Hinweis:

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