Kündigung wegen Zahlungsverzug

Bleibt die Miete aus, haben Vermieter das Recht, ihren Mietern zu kündigen. Erfahren Sie, wie die Kündigung in diesem Fall erfolgt und was es zu beachten gibt.

Wann darf ein Vermieter seinen Mieter bei Zahlungsverzug kündigen?

Laut § 556 b I BGB hat ein Mieter die Miete „[…] zu Beginn, spätestens bis zum dritten Werktag der einzelnen Zeitabschnitte zu entrichten, nach denen sie bemessen ist.“ Das heißt: Haben sich Vermieter und Mieter im Mietvertrag auf eine monatliche Zahlung geeinigt, ist die Miete spätestens am dritten Werktag eines Monats fällig. Zahlt der Mieter nicht rechtzeitig und verstößt damit gegen seine Pflichten, kann der Vermieter ihm wegen Zahlungsverzug kündigen. Vermieter sollten sicherstellen, dass der Mieter selbst Schuld an dem Zahlungsverzug hat und nicht etwa eine andere Stelle wie das Sozialamt.

Welche Möglichkeiten zur Kündigung gibt es?

Vermieter haben drei Möglichkeiten, um sich von Mietern mit Mietschulden zu trennen:

  • Außerordentliche fristlose Kündigung (ohne Abmahnung): Zahlt der Mieter an zwei aufeinanderfolgenden Zahlungsterminen seine Miete oder einen großen Teil dieser nicht oder schuldet er dem Vermieter einen Betrag in Höhe von rund zwei Monatsmieten, ist dieser berechtigt, das Mietverhältnis fristlos und ohne Abmahnung zu kündigen.

  • Außerordentliche fristlose Kündigung (mit Abmahnung): Zahlt der Mieter seine Miete wiederholt verspätet und hat sein Verhalten auch nach einer Abmahnung nicht verändert, ist der Vermieter befugt, eine außerordentliche fristlose Kündigung auszusprechen.

  • Fristgerechte Kündigung: Fehlen die Voraussetzungen, um außerordentlich fristlos zu kündigen, können Vermieter ihre Mieter als letzte Möglichkeit auch fristgerecht kündigen. Je nach Grad des Verschuldens ist auch eine Abmahnung nötig. Bei der fristgerechten Kündigung müssen Vermieter die in §573 c BGB geregelten Kündigungsfristen beachten. Bei einem Mietverhältnis, das weniger als fünf Jahre besteht, liegt die Frist in der Regel bei drei Monaten. Danach erhöht sie sich entsprechend auf sechs Monate beziehungsweise auf neun Monate, wenn der Vertrag länger als acht Jahre besteht.

Homeday stellt Vermietern kostenlose Musterschreiben für die „Kündigung wegen Zahlungsverzug“ für alle drei Fälle zur Verfügung. Es beinhaltet auch zahlreiche Hintergrundinformationen sowie einen Vordruck für die Abmahnung.

In welcher Form erfolgt die Kündigung?

Die Kündigung muss in jedem Fall schriftlich beim Mieter eingehen und mit der Unterschrift des Vermieters beziehungsweise eines Bevollmächtigten versehen sein.

Außerdem muss sie diese Punkte enthalten:

  • Name und Adresse von Mieter und Vermieter
  • Kündigungsgrund (Zahlungsverzug) inklusive Höhe der fehlenden Zahlung
  • Hinweis auf das Widerspruchsrecht

Gut zu wissen: Unter Umständen können Mieter eine Kündigung wegen Zahlungsverzug auch nach deren Eingang noch abwenden, sodass diese unwirksam wird. Voraussetzung ist die Zahlung der Rückstände.

Hinweis

Aufgrund der stetigen Veränderung und Entwicklung der Rechtsprechung auf dem Gebiet des Mietrechts, übernehmen wir keine Haftung für den rechtlichen Bestand der Bestimmungen dieser Musterverträge und dazugehöriger Erläuterungen.

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