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Ein Mietaufhebungsvertrag ermöglicht Mietern und Vermietern, eine vereinbarte Kündigungsfrist zu umgehen. Erfahren Sie, wann der Vertrag sinnvoll ist und was unbedingt drinstehen sollte.

Wozu dient ein Mietaufhebungsvertrag?

Ein unbefristeter Wohnungsmietvertrag oder Hausmietvertrag beinhaltet in der Regel auch die Frist, zu der der Mieter das Vertragsverhältnis kündigen kann. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt in Deutschland nach §573c BGB in der Regel drei Monate und verlängert sich je nach Mietdauer. Das ist eine lange Zeit, wenn sich die Lebensumstände eines Mieters ändern oder der Vermieter andere Pläne mit der Immobilie hat. Ähnlich sieht es aus, wenn Mieter und Vermieter im Mietvertrag einen festen Zeitraum vereinbaren, in dem beide auf eine Kündigung verzichten (maximal vier Jahre) oder in einem befristeten Mietvertrag den Auszugstermin bereits zu Beginn des Mietverhältnisses terminieren.

Der Mietaufhebungsvertrag bietet Mietern und Vermietern die Möglichkeit, ihren Mietvertrag unabhängig von in ihm vereinbarten Fristen und Terminierungen zu einem beliebigen Datum einvernehmlich zu kündigen.

In diesen Fällen bietet sich der Mietaufhebungsvertrag an:

    • Der Mieter hat eine neue Wohnung gefunden und möchte es vermeiden, doppelt Miete zu zahlen.
    • Der Mieter muss nach einem Jobwechsel umziehen und seinen Zeitmietvertrag oder Mietvertrag mit Mindestmietdauer vorzeitig beenden.
    • Nach dem Tod des Mieters möchten dessen Angehörige das Mietverhältnis schneller beenden.
    • Einer von mehreren Hauptmietern möchte aus der Immobilie ausziehen, während der/die anderen weiterhin als Mieter dort wohnen bleibt/bleiben.
    • Der Vermieter möchte die Immobilie selbst beziehen und die gesetzliche Frist für die Kündigung wegen Eigenbedarf (drei beziehungsweise zehn Jahre) nicht abwarten.
    • Der Vermieter möchte die Immobilie grundlegend sanieren.

Sind Mieter bei einem Mietaufhebungsvertrag zu entschädigen?

Nein. Ein Mieter, der eine Mietaufhebungsvereinbarung unterschreibt, hat kein Anrecht auf eine Entschädigung durch seinen Vermieter. Allerdings empfiehlt es sich für Vermieter, ihren Mietern eine Prämie in Aussicht zu stellen, wenn sie auf ihren Wunsch hin den Mietaufhebungsvertrag unterzeichnen. Im Idealfall sollte die Zahlung die Kosten für den Umzug, Maklergebühren und Co. abdecken.

Umgekehrt haben Vermieter die Möglichkeit, eine Entschädigung von einem früher ausziehenden Mieter zu verlangen. Alternativ einigen sich die Parteien darauf, dass der Mieter einen Nachmieter stellt.

Was steht im Mietaufhebungsvertrag?

Der Mietaufhebungsvertrag ermöglicht es Vermietern und Mietern, verschiedene Punkte hinsichtlich der Beendigung ihres Mietverhältnisses zu regeln. Dazu gehört beispielsweise, ob Mobiliar in der Wohnung verbleiben soll oder ob und in welchem Umfang der Mieter die Immobilie bei seinem Auszug zu renovieren hat.

Ein Überblick über die Inhalte eines Mietaufhebungsvertrags:

    • die genaue Bezeichnung des Mietverhältnisses
    • die Namen der Vertragsparteien
    • die Adresse der Immobilie (bei Wohnungen auch Wohnungsnummer)
    • gegebenenfalls Nennung eines Nachmieters
    • Beendigungszeitpunkt des Mietverhältnisses
    • Formulierung, dass §545 BGB (Verlängerung des Mietverhältnisses, falls der Mieter nicht auszieht) nicht zur Geltung kommt
    • Regelung über den Zustand der Immobilie bei der Übergabe (z.B. besenreine Reinigung)
    • gegebenenfalls getroffene Regelungen über zum Beispiel Schönheitsreparaturen, Betriebskostenabrechnung, Rückbaumaßnahmen oder hinsichtlich der Rückzahlung der Mietkaution
    • gegebenenfalls Höhe der Nutzungsentschädigung bei verspäteter Übergabe der Immobilie
    • gegebenenfalls Abfindungs- oder Ausgleichszahlungen an den Mieter beziehungsweise Aufwendungsersatz an den Vermieter

Leistungs- und Zahlungsansprüche sind detailliert im Mietaufhebungsvertrag zu benennen. Es empfiehlt sich, auch den Grund des Anspruchs sowie die Zahlungsmodalitäten (Fristen, Leistungs- beziehungsweise Zahlungsempfänger, Bankverbindung, Zahlungsart) festzuhalten.
Häufig einigen sich die Parteien im Vertrag zudem darauf, auf ein Widerspruchsrecht zu verzichten. Auch die Vereinbarung, dass mit dem Mietaufhebungsvertrag alle gegenseitigen Ansprüche von Mieter und Vermieter beglichen sind, bietet sich an.

Der Mietaufhebungsvertrag ist doppelt auszufertigen und jeweils von Mieter und Vermieter zu unterschrieben. Beide Parteien erhalten jeweils ein Exemplare für ihre Unterlagen. Hinweis: Grundsätzlich ist es möglich, einen Mietaufhebungsvertrag auch mündlich zu schließen. Jedoch empfiehlt sich schon aus rechtlicher Sicht immer die Schriftform.

Homeday stellt Ihnen kostenfrei ein Musterdokument für die Aufhebung eines Mietvertrags zur Verfügung. In dem dazugehörigen Hinweisblatt für Vermieter finden sich zudem weitere Informationen zum Vertrag.

Hinweis

Aufgrund der stetigen Veränderung und Entwicklung der Rechtsprechung auf dem Gebiet des Mietrechts übernehmen wir keine Haftung für den rechtlichen Bestand der Bestimmungen dieser Musterverträge und dazugehöriger Erläuterungen.

Entwicklung der Mietpreise in deutschen Großstädten

So haben sich die Mietpreise für Wohnungen in den letzten vier Jahren entwickelt:

Stadt Kaltmiete für eine Wohnung in Q2 2015 (€/m²) Kaltmiete für eine Wohnung in Q2 2019 (€/m²) Änderung (%)
Berlin 8,78 11,20 +27,6
Dresden 6,82 7,60 +11,4
Düsseldorf 9,29 11,00 +18,4
Frankfurt 11,96 14,20 +18,7
Hamburg 10,38 11,70 +12,7
Köln 9,71 11,20 +15,3
München 14,30 18,10 +26,6
Stuttgart 11,08 14,40 +30,0
Hinweis

Miet- und Kaufpreise für Wohnungen und Häuser in ganz Deutschland können Sie kostenlos im Homeday-Preisatlas einsehen.
Zum Homeday-Preisatlas

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