Der Mietaufhebungsvertrag: Wann sein Einsatz sinnvoll ist

Ein Mietaufhebungsvertrag ermöglicht Mietern und Vermietern, die vereinbarte Kündigungsfrist zu umgehen. Erfahren Sie, was im Vertrag stehen sollte.

Wann bietet sich ein Mietaufhebungsvertrag an?

Ein Mietvertrag beinhaltet in der Regel auch die Frist, zu der er gekündigt werden kann. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt in Deutschland nach §573c BGB in der Regel drei Monate. Das ist eine lange Zeit, wenn sich die Lebensumstände eines Mieters ändern oder der Vermieter andere Pläne mit der Immobilie hat. Mit dem Mietaufhebungsvertrag einigen sich Mieter und Vermieter unabhängig von der im Mietvertrag vereinbarten Frist auf ein beliebiges Datum, zu dem das Mietverhältnis endet.

In diesen Fällen bietet sich der Mietaufhebungsvertrag an:

  • Der Mieter hat eine neue Wohnung gefunden und möchte es vermeiden, doppelt Miete zu zahlen.
  • Einer von mehreren Mietern möchte aus der Immobilie ausziehen, während die anderen weiterhin als Mieter dort wohnen bleiben.
  • Der Vermieter möchte die Immobilie selbst beziehen und die gesetzliche Frist nicht abwarten.
  • Der Vermieter möchte die Immobilie grundlegend sanieren (und im Anschluss beispielsweise die Miete erhöhen).
  • Der Vermieter möchte die Immobilie verkaufen und verspricht sich einen höheren Verkaufspreis, wenn sie unvermietet ist.

Was steht im Mietaufhebungsvertrag?

Der Mietaufhebungsvertrag bietet Vermietern und Mietern die Möglichkeit, verschiedene Punkte zu regeln, die mit der Beendigung des Mietverhältnisses einhergehen. Dazu gehört beispielsweise, ob Mobiliar in der Wohnung verbleiben soll oder in welchem Umfang der Mieter die Immobilie bei seinem Auszug renovieren muss. Auch finanzielle Vereinbarungen halten Mieter und Vermieter im Mietaufhebungsvertrag fest. Typisches Beispiel: Der Vermieter zahlt seinem Mieter eine Entschädigung für den frühzeitigen Auszug. Muss der Mieter einen Nachmieter stellen, lässt sich dies ebenso im Vertrag vereinbaren. Obwohl es auch möglich ist, die Mietaufhebungsvereinbarung mündlich zu schließen, empfiehlt sich die Schriftform.

Der Mietaufhebungsvertrag sollte die folgenden Punkte enthalten:

  • die genaue Bezeichnung des Mietverhältnisses
  • die Namen der Vertragsparteien
  • die Adresse der Immobilie (bei Wohnungen auch Wohnungsnummer)
  • gegebenenfalls Nennung eines Nachmieters
  • Beendigungszeitpunkt des Mietverhältnisses
  • Regelung über den Zustand der Immobilie bei der Übergabe (z.B. besenreine Reinigung)
  • gegebenenfalls getroffene Regelungen etwa über Schönheitsreparaturen, Betriebskostenabrechnung, Rückbaumaßnahmen oder hinsichtlich der Kautionsauszahlung
  • gegebenenfalls Höhe der Nutzungsentschädigung bei verspäteter Übergabe der Immobilie
  • gegebenenfalls Abfindungs- oder Ausgleichszahlungen an den Mieter beziehungsweise Aufwendungsersatz an den Vermieter

Leistungs- und Zahlungsansprüche sollten detailliert im Mietaufhebungsvertrag benannt werden. Es empfiehlt sich, auch den Grund des Anspruchs sowie die Zahlungsmodalitäten (Fristen, Leistungs- beziehungsweise Zahlungsempfänger, Bankverbindung, Zahlungsart) festzuhalten. Häufig einigen sich die Parteien im Vertrag zudem darauf, auf ein Widerspruchsrecht zu verzichten. Auch die Vereinbarung, dass mit dem Mietaufhebungsvertrag alle gegenseitigen Ansprüche von Mieter und Vermieter beglichen sind, bietet sich an.

Der Mietaufhebungsvertrag wird doppelt ausgefertigt und jeweils von Mieter und Vermieter unterschrieben. Beide Parteien erhalten jeweils eines der Exemplare für ihre Unterlagen.

Homeday stellt Ihnen kostenfrei ein Musterdokument für die Aufhebung eines Mietvertrags zur Verfügung. In dem dazugehörigen Hinweisblatt für Vermieter finden sich zudem weitere Informationen zum Vertrag.

Hinweis

Aufgrund der stetigen Veränderung und Entwicklung der Rechtsprechung auf dem Gebiet des Mietrechts übernehmen wir keine Haftung für den rechtlichen Bestand der Bestimmungen dieser Musterverträge und dazugehöriger Erläuterungen.

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