• Darlehensvertrag: Definition & Inhalte

    Darlehensvertrag – Geld sicher von der Bank oder Freunden leihen

    Ob Bankgeschäft oder unter
    Freunden: Wer Geld verleiht oder sich leiht, sollte zur Sicherheit einen
    Darlehensvertrag schließen. Erfahren Sie hier u.a., wie ein
    Darlehensvertrag zustande kommt, wie er geschlossen werden sollte und
    welche Vor- und Nachteile ein Privatkredit hat.

    Inhaltsverzeichnis

    1. Was ist ein Darlehensvertrag?

    2. Wie kommt ein Darlehensvertrag zustande?

    3. Welche Angaben stehen im Darlehensvertrag?

    4. Was ist ein Familiendarlehen?

    5. Welche Vor- und Nachteile bietet ein privates Darlehen?

    6. Was sind übliche Sicherheiten bei Privatdarlehen?

    7. Wie kündige ich den Darlehensvertrag?

    8. Was ist der Unterschied zwischen einem Darlehen und einem Kredit?

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    Was ist ein Darlehensvertrag?

    Unter einem Darlehensvertrag versteht man einen schuldrechtlichen Vertrag, den zwei Personen miteinander schließen. Gesetzlich verankert ist er in § 488 BGB.
    Demnach verpflichtet sich der Darlehensgeber durch den Vertrag, dem
    Darlehensnehmer eine vereinbarte Summe zur Verfügung zu stellen. Der
    Kreditnehmer wiederum wird verpflichtet, das Darlehen inklusive
    vereinbarter Zinsen bei Fälligkeit zurückzuzahlen.

    Ein Darlehensvertrag kann zwischen einer Bank und einer Privatperson oder auch zwischen zwei Privatpersonen (Privatkredit) geschlossen werden.

    Wie kommt ein Darlehensvertrag zustande?

    Ein Darlehensvertrag zwischen
    Freunden oder Angehörigen kommt relativ einfach zustande. Sind sich
    Kreditgeber und -nehmer über die Darlehenssumme, Rückzahlungsmodalitäten
    und Co. einig, halten Sie die Rahmenbedingungen fest. Danach stellt der
    Kreditgeber dem -nehmer die Kreditsumme zum vereinbarten Zeitpunkt zur
    Verfügung.

    Um ein Darlehen von einer Bank zu erhalten, benötigt es einige formale Schritte mehr bis zur Auszahlung des Kredits:

    Hier sehen Sie die Schritte die nötig sind, um einen Darlehensvertrag zu schließen.
    1. Der Darlehensnehmer stellt eine Finanzierungsanfrage bei einem Finanzierungsvermittler oder einer Bank.

    2. Der Darlehensnehmer stellt eine Kreditanfrage inklusive zahlreicher
      erforderlicher Unterlagen (z. B. Einkommensnachweise, Kopie des
      Personalausweises und der letzten Kontoauszüge).

    3. Der Kreditgeber prüft die Anfrage.

    4. Erfüllt die Anfrage alle Anforderungen, genehmigt der Kreditgeber das Darlehen.

    5. Beide Parteien unterzeichnen den Darlehensvertrag (=Darlehensabschluss).

    6. Der Kreditgeber prüft, ob alle vertraglich vereinbarten Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind.

    7. Der Darlehensgeber zahlt die Kreditsummer aus.

    8. Der Darlehensnehmer beginnt mit der Tilgung seines Kredits.

    Welche Angaben stehen im Darlehensvertrag?

    Während bei einem Bankdarlehen
    die Vertragsform klaren gesetzlichen Vorschriften unterliegt, ist die
    Schriftform bei einem privaten Darlehensvertrag nicht zwingend
    vorgeschrieben. Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, ist eine
    schriftliche Vereinbarung jedoch empfehlenswert.

    Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt in diesem Fall die Grundlagen eines Darlehensvertrags. Üblich sind im Darlehensvertrag folgende Angaben:

    • Die Verpflichtung des Darlehensgebers einen bestimmten Betrag auszuzahlen

    • Die Verpflichtung des Darlehensnehmers diesen zu einem vereinbarten Zeitpunkt zurückzuzahlen

    • Die Verpflichtung des Darlehensnehmers den vereinbarten Zinssatz zu zahlen

    • Die Laufzeit des Darlehens

    • Die Darlehenssumme

    • Die Höhe des Sollzinssatzes

    • Die Rückzahlungsmodalitäten

    • Eventuelle Sicherheiten

    • Die Unterschriften beider Vertragsparteien

    Ein Musterdokument für einen Darlehensvertrag zum Download finden Sie beispielsweise hier .

    Ein privates Darlehen wird in der Regel zur freien Verwendung vergeben.
    Soweit die Vertragsparteien im Darlehensvertrag keine andere Absprache treffen, sind die Zinsen jeweils nach Ablauf eines Jahres zu zahlen.
    Im Falle einer vorzeitigen Rückzahlung des Privatkredits sind die
    Zinsen zu diesem Zeitpunkt fällig. Klare Regelungen bei einem
    Zahlungsverzug sind ebenfalls sinnvoll. Üblicherweise kann der private
    Kreditgeber bei einer verspäteten Rückzahlung Verzugszinsen berechnen.

    Hinweis:

    Handelt es sich um eine sehr hohe Darlehenssumme, ist ein notarielles
    Schuldanerkenntnis sinnvoll. Dabei bestätigt der Darlehensnehmer vor
    einem Notar , dem Darlehensgeber einen bestimmten Betrag zu schulden.

    Wann ist ein privater Darlehensvertrag ungültig?

    Ein privater Darlehensvertrag ist dann ungültig, wenn der zwischen den Parteien vereinbarte Zinssatz zu hoch ist.
    Beträgt dieser mehr als das Doppelte von dem, was Banken üblicherweise
    verlangen, wird dies als Wucher gewertet. Nach § 138 BGB verstößt dieses
    Geschäft gegen die guten Sitten und ist daher nichtig.

    Was ist ein Familiendarlehen?

    Der Begriff “Familiendarlehen” bezeichnet zwei verschiedene Arten der Kreditvergabe. Familiendarlehen sind zum einen Privatkredite, die innerhalb der Familie und häufig ohne Zinsen vergeben werden.
    Dabei fungiert ein Angehöriger als Darlehensgeber und ein anderer als
    Darlehensnehmer. So räumen etwa Eltern ihren Kindern ein privates
    Darlehen ein oder Großeltern ihren Enkelkindern. Das Familiendarlehen
    ist eine Möglichkeit der schnellen, finanziellen Unterstützung von Angehörigen.

    Zum anderen bezeichnet der Begriff Familiendarlehen auch ein
    Darlehen, das Banken speziell an (junge) Familien mittleren Einkommens
    vergeben – vorrangig zur Baufinanzierung oder dem Hauskauf . Es ist aber auch möglich, andere Projekte damit zu finanzieren, beispielsweise den Kauf eines Autos.

    Welche Vor- und Nachteile bietet ein privates Darlehen?

    Ein privater Darlehensvertrag bietet gegenüber einem Bankdarlehen einige Vorteile:
    Wer aufgrund zu geringer Einkommensverhältnisse oder einer negativen
    Bonitätsauskunft bei einer Bank keinen Kredit bekommen würde, kann sich
    privat Geld leihen. Zudem hat das private Darlehen keinen Einfluss auf den Schufa-Score des Darlehensnehmers.
    Ein Privatkredit wird weder bei der Schufa noch einer anderen
    Auskunftei gemeldet. Die Konditionen eines Privatdarlehens vereinbaren
    die Vertragsparteien im privaten Darlehensvertrag untereinander. Ein
    banküblicher Zinssatz oder feste monatliche Raten sind nicht zwingend
    notwendig.

    Dass die Darlehen innerhalb der Familie oder unter Freunden oft zinslos vergeben werden, kann gleichzeitig auch ein Nachteil sein. Denn das Finanzamt könnte dann von einer Schenkung
    ausgehen. Wird der Freibetrag überschritten und das Darlehen für länger
    als ein Jahr gewährt, kann der Fiskus eine Schenkungssteuer berechnen.
    Innerhalb der Familie werden die recht hohen Freibeträge in der Regel
    jedoch nicht überschritten. Handelt es sich um einen Darlehensvertrag
    unter Freunden, sollten Sie die Steuer im Auge behalten und einen
    marktüblichen Zinssatz vereinbaren, um den Verdacht der Schenkung
    auszuräumen.

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    Was sind übliche Sicherheiten bei Privatdarlehen?

    Übliche Sicherheiten für private Darlehen sind wertvolle Gegenstände wie:

    • Autos

    • Gemälde

    • Schmuck

    • Uhren

    Die jeweilige
    Sicherheit wird im privaten Darlehensvertrag festgehalten. Wird ein Auto
    als Sicherheit eingesetzt, sollten die Parteien dafür einen separaten Sicherheitsübereignungsvertrag
    aufsetzen. Der Vertrag sichert dem Kreditnehmer die weitere
    uneingeschränkte Nutzung seines Autos zu. Zugleich legt er fest, dass
    der Kreditgeber solange Besitzer des Wagens ist, bis der Darlehensnehmer
    die Kreditsumme vollständig zurückgezahlt hat. Zusätzlich sollte der
    Kreditgeber Teil II der Zulassungsbescheinigung für das Fahrzeug als
    Sicherheit erhalten.

    Wie kündige ich den Darlehensvertrag?

    Üblicherweise vereinbaren die Vertragsparteien im Darlehensvertrag einen Rückzahlungstermin
    für das Darlehen. Eine Kündigung ist in diesen Fällen nicht notwendig.
    Gibt es kein entsprechendes Datum, ist eine Kündigung des
    Darlehensvertrags erforderlich. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.
    Gerät der Darlehensnehmer in Verzug oder verletzt seine vertraglichen
    Pflichten, kann der Darlehensgeber vorzeitig kündigen. Der
    Darlehensgeber ist zudem zu einer Kündigung berechtigt, wenn die
    Rückzahlung des Darlehens gefährdet scheint. Das ist der Fall, wenn sich
    die Vermögensverhältnisse des Darlehensnehmers deutlich verschlechtern
    oder die gestellten Sicherheiten an Wert verlieren.

    Kann man einen privaten Darlehensvertrag widerrufen?

    Der Abschluss eines Vertrages
    ist in Deutschland grundsätzlich verbindlich. Nur in einigen
    Ausnahmefällen räumt das Gesetz Verbrauchern ein Recht zum Widerruf ein.
    Dies betrifft jedoch nur Verträge, die Verbraucher mit einem
    Unternehmen schließen. Anders als bei einem Verbraucherdarlehen einer
    Bank gibt es bei einem Darlehensvertrag, der privat zwischen zwei
    Verbrauchern geschlossen wird, kein Widerrufsrecht. Beide Parteien haben
    jedoch nach § 314 BGB und § 490 BGB die Möglichkeit, den privaten
    Darlehensvertrag unter gewissen Umständen außerordentlich fristlos zu
    kündigen.

    Was ist der Unterschied zwischen einem Darlehen und einem Kredit?

    In der Regel werden beide Begriffe synonym verwendet. Bei Finanzierungen mit einer längeren Laufzeit findet häufiger der Begriff "Darlehen" Anwendung, während der "Kredit" oftmals für eine kurzfristige Verbindlichkeit
    steht. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch handelt es sich bei der
    Bezeichnung "Kredit" um einen Oberbegriff. Das "Darlehen" ist eine
    Unterform des Kredits und bezeichnet in der Regel eine höhere
    Verbindlichkeit mit einer längeren Laufzeit wie beispielsweise eine Baufinanzierung . Für das Darlehen verlangen Kreditgeber oftmals Sicherheiten wie Grundschulden oder Hypotheken .

    Darlehensvertrag – FAQ

    Was ist ein Darlehensvertrag?

    Unter einem Darlehensvertrag versteht man einen schuldrechtlichen Vertrag, den zwei Personen miteinander schließen. Gesetzlich verankert ist er in § 488 BGB. Demnach verpflichtet sich der Darlehensgeber durch den Vertrag, dem Darlehensnehmer eine vereinbarte Summe zur Verfügung zu stellen und der Kreditnehmer wiederum wird verpflichtet, das Darlehen inklusive vereinbarter Zinsen bei Fälligkeit zurückzuzahlen. So kommt ein Darlehensvertrag zustande

    Welche Angaben stehen im Darlehensvertrag?

    Wer sich privat Geld von Familie oder Freunden leiht, sollte einen Darlehensvertrag aufsetzen. Zwar ist die Schriftform bei einem Darlehensvertrag, der privat geschlossen wird, nicht zwingend vorgeschrieben. Er beugt jedoch Streitigkeiten vor. In der Regel werden im privaten Darlehensvertrag die Verpflichtung von Darlehensgeber und -nehmer sowie Laufzeit, Summe und Rückzahlungsmodalitäten des Darlehens festgehalten. Beide Vertragsparteien müssen unterschreiben. Mehr zum Inhalt des Darlehensvertrags

    Welche Vor- und Nachteile bietet ein privates Darlehen?

    Wer bei einer Bank keinen Kredit bekommen würde, kann sein Vorhabenmit einem Privatdarlehen finanzieren. Vorteil ist, dass das Darlehen nicht bei der Schufa oder einer anderen Auskunftskartei gemeldet wird. Zudem können die Konditionen individuell vereinbart werden. Ein banküblicher Zinssatz oder feste monatliche Raten sind nicht zwingend notwendig. Die günstigen Konditionen können zugleich nachteilig wirken: Werden zinslose Darlehen vergeben, könnte das Finanzamt von einer Schenkung ausgehen und bei Überschreitung des Freibetrags eine Schenkungssteuer berechnen. Mehr Informationen zu den Vor- und Nachteilen privater Darlehen

    Was sind übliche Sicherheiten bei Privatdarlehen?

    Übliche Sicherheiten für private Darlehen sind wertvolle Gegenstände wie Autos, Gemälde, Schmuck oder Uhren. Die Sicherheit wird im Darlehensvertrag festgehalten. Dient ein Auto als Sicherheit, sollten die Parteien dafür einen separaten Sicherheitsübereignungsvertrag aufsetzen.

    Wie kündige ich den Darlehensvertrag?

    In der Regel ist im Darlehensvertrag ein Rückzahlungstermin festgehalten, eine Kündigung entfällt dann. Gibt es kein entsprechendes Datum, ist eine Kündigung des Darlehensvertrags erforderlich. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Zahlt der Darlehensnehmer nicht oder verletzt seine Pflichten anderweitig, kann der Darlehensgeber vorzeitig kündigen. Dazu ist er auch berechtigt, wenn die Rückzahlung des Darlehen gefährdet scheint. Mehr über die Kündigung des Darlehensvertrags erfahren

    Themengebiet: Baufinanzierung

    Hinweis:

    Bitte beachten Sie, dass unsere Ratgeber-Antworten, -Artikel und Musterdokumente keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung darstellen oder ersetzen können. Für Klärung Ihrer rechtlichen bzw. finanziellen Angelegenheiten bitten wir Sie, entsprechende Experten (z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater bzw. Finanzberater) hinzuzuziehen. Trotz großer Sorgfalt und gewissenhafter Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Wir freuen uns und sind dankbar über entsprechende Hinweise, welche wir versuchen, zeitnah umzusetzen.

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