Moment! Wir haben noch etwas für Sie…
Nur begrenzt verfügbar! Unsere kostenlose Immobilienbewertung.

Ihr Bewertungsformular wurde minimiert. Sie können es jederzeit wieder aufrufen.

Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Das bedeutet sie für die Kreditaufnahme

Um Kreditnehmer zu schützen, ist mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie Anfang 2014 eine neue EU-Richtlinie in Kraft getreten. Danach sollen Kreditinstitute Verbraucher bei der Kreditaufnahme besser aufklären und die Kreditwürdigkeit der Darlehensnehmer genau prüfen. Die Bundesregierung hat die neue Richtlinie im März 2014 umgesetzt. Ein entsprechendes Wohnimmobilienkreditrichtlinien-Gesetz gilt für alle Kreditverträge, die nach dem 20. März 2016 geschlossen wurden. Rund eineinhalb Jahre nach der Umsetzung will Homeday wissen: Wie sieht die Umsetzung in der Praxis aus und welche Auswirkungen hat die Wohnimmobilienkreditrichtlinie auf die Verbraucher?

Was bedeutet die Wohnimmobilienkreditrichtlinie für Verbraucher?

Die Umsetzung der Kreditrichtlinie obliegt den Kreditinstituten. Beraten Banken einen Kunden falsch, können sie nach den Regelungen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie haftbar gemacht werden und müssen Schadenersatz leisten. Kein Wunder, dass Banken seither die finanzielle Situation potenzieller Kreditnehmer sehr viel genauer prüfen und dabei das Vermögen und Einkommen genau unter die Lupe nehmen. Denn: Eine Finanzierung darf nicht mehr nur auf den Wert einer Immobilie oder andere Sicherheiten abgestellt werden.

Auch das Alter der potentiellen Kreditnehmer spielt für Kreditinstitute bei ihrer Entscheidung eine wesentliche Rolle: Nur wenn sichergestellt ist, dass der oder die Antragsteller das Darlehen noch zu Lebzeiten zurückzahlen können, gewähren sie einen Kredit. Auch, wenn es etwas makaber klingt: Grundlage ist dabei die statistische Lebenserwartung. Damit hat die Wohnimmobilienkreditrichtlinie Auswirkungen für verschiedene Kreditnehmer.

Für wen ist es heute schwer, einen Kredit zu bekommen?

Drei verschiedenen Personengruppen haben es durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie heute schwerer, einen Kredit zu erhalten:

  • Rentner
  • junge Familien
  • EU-Bürger aus dem Nicht-Euro-Raum

Die Vorgaben der Wohnimmobilienkreditrichtlinie erschwert besonders älteren Menschen eine Kreditaufnahme. Wer seine Immobilie im Rentenalter modernisieren möchte, hat keine Chance, dafür einen Kredit zu erhalten. Auch die Finanzierung einer Immobilie ist für Ältere ausgeschlossen.

Auch junge Familien, die sich den Wunsch vom eigenen Heim erfüllen möchten, haben es durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie heute schwer, einen entsprechenden Kredit zu erhalten. Banken beziehen etwaige Verdienstausfälle durch Elternzeit immer in ihre Berechnungen mit ein. Wer als Antragsteller nicht belegen kann, dass er die Annuitäten für ein Darlehen langfristig zahlen kann, bekommt keinen Kredit. Gerade für junge Familien, bei denen die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, ist das oftmals problematisch.

Auch ausländische Immobilienkäufer, die in Deutschland einen Kredit aufnehmen möchten, haben es nicht leicht. Denn die Kreditrichtlinie sieht eine Haftung der Banken für Fremdwährungsrisiken vor. EU-Bürger aus Nicht-Euro-Staaten können in Deutschland zwar einen Kredit in Euro aufnehmen. Verändert sich der Wechselkurs jedoch um mehr als 20 Prozent, sind Banken verpflichtet, den Kredit in die jeweilige Heimatwährung umzuwandeln. Durch diese Vorgaben sind Banken bei Kreditentscheidungen für diese EU-Bürger restriktiv und lehnen die Kreditgesuche ab.

Wie wirkt sich die Richtlinie auf Kreditvermittler aus?

Kreditvermittler benötigen durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie eine Erlaubnis für ihre Tätigkeit. Sie brauchen einen Sachkundenachweis ebenso wie geordnete Vermögensverhältnisse und eine Berufshaftpflichtversicherung. Weitere Voraussetzung: Sie müssen ihre Tätigkeit in Deutschland ausüben. Anders sieht es bei Kreditinstituten aus. Da sie dem Kreditwesengesetz unterliegen, benötigen sie keine separate Erlaubnis.

Welche Fragen spielen bei der Kreditvergabe eine Rolle?

Wer heute ein Immobiliendarlehen aufnehmen möchte, muss sich in einem Beratungsgespräch einer eingehenden Prüfung stellen. Dabei sind vor allem diese Fragen von entscheidender Bedeutung:

  • Wieviel verdient der Antragsteller?
  • Wie alt ist der Antragsteller? Ist er als Kreditnehmer in der Lage, das Darlehen während der vorgesehenen Laufzeit zurückzuzahlen?
  • Welche Lebensplanung hat der Antragsteller? Plant er, eine Familie zu gründen, sodass mit Verdienstausfällen zu rechnen ist?
  • In welcher Branche ist der potentielle Kreditnehmer tätig? Bleibt sein Einkommen auf dem bisherigen Niveau?
  • Wie entwickelt sich der Wert der Immobilie in der Zukunft voraussichtlich?

Darüber hinaus sind Kreditgeber verpflichtet, den Antragsteller umfassend über die Kreditaufnahme zu beraten.

Sind bei der Wohnimmobilienkreditrichtlinie Veränderungen zu erwarten?

Da die Kreditrichtlinie die Kreditaufnahme für Verbraucher in vielen Fällen erschwert hat, sind Nachbesserungen geplant. Die Bundesregierung hat die Regelungen präzisiert und will so für mehr Rechtssicherheit sorgen:

  • Renovierungen oder Baumaßnahmen erhöhen den Wert einer Immobilie. Diese Maßnahmen sollen künftig daher als Wertsteigerungen bei der Kreditbewertung einbezogen werden.
  • Die Richtlinien werden nicht auf Immobilienverzehrkredite angewendet. Nehmen ältere Menschen ein Darlehen auf ihre Immobilie auf, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, kann die Immobilie zur Ablösung des Kredites dienen.

Mit den Änderungen soll die Kreditaufnahme für junge Familien und ältere Menschen erleichtert werden.