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Insbesondere in Mehrfamilienhäusern mit vielen Stockwerken ist ein Aufzug praktisch. Erfahren Sie hier u. a., welche Kosten beim Betrieb eines Aufzugs anfallen und wann sich ein Aufzug auch nachträglich einbauen lässt.

Wie hoch sind die Aufzugskosten im laufenden Betrieb?

Im laufenden Betrieb setzen sich die Aufzugskosten aus zwei Faktoren zusammen:

    • den Stromkosten
    • den Wartungskosten

Dazu kommen eventuelle Reparaturkosten sofern die Aufzugsanlage defekt ist.

Auch während des Standby-Betriebs fallen Aufzugskosten an. Die eingeschaltete Kabinenbeleuchtung sowie die gesamte Steuerung des Aufzugs verbrauchen auch Energie, wenn der Aufzug gerade nicht unterwegs ist. In einem Mehrfamilienhaus mittlerer Größe müssen Sie mit einigen Hundert Euro Stromkosten für einen Aufzug jährlich rechnen.

Wichtig sind regelmäßige Wartungen des Personenaufzugs. Üblicherweise besteht ein Wartungsvertrag mit einem Serviceunternehmen, die Kosten liegen in der Regel zwischen 1.500 und 3.000 Euro jährlich für einen Aufzug. Die genauen Aufzugskosten sind jedoch von der Größe der Anlage und den Wartungsintervallen abhängig.

Hinweis

Durch den Wechsel des Dienstleisters für die Aufzugswartung lassen sich die Aufzugskosten senken. Auch Stromkosten lassen sich reduzieren, wenn die Kabinentechnik so angepasst wird, dass die Beleuchtung bei Nichtbetrieb ausgeschaltet bleibt.

Gut zu wissen: Handelt es sich um eine Wohnungseigentumsanlage mit mehreren Eigentümern, wird mit dem monatlich zu zahlenden Hausgeld in der Regel auch eine Instandhaltungsrücklage für die Reparatur eines Aufzugs angespart.

Welche Aufzugskosten trägt der Mieter?

Laufende Aufzugskosten für den Betrieb darf der Vermieter auf den Mieter umlegen. Zu den Betriebskosten zählen:

    • Stromkosten
    • Wartungskosten
    • Reinigungskosten
    • Rufbereitschaft für Notdienst

Kosten für Ersatzteile oder deren Einbau sowie Kosten für eine Entstörung dürfen nicht umgelegt werden. Bewohner des Erdgeschosses müssen sich, sofern nichts abweichendes vereinbart ist, ebenso an den Aufzugskosten beteiligen – auch wenn Sie den Aufzug nicht nutzen.

Gut zu wissen: Wird ein neuer Aufzug in ein Mehrfamilienhaus eingebaut, ist der Vermieter berechtigt, eine entsprechende Modernisierungsumlage auf die Miete aufzuschlagen. Handelt es sich hingegen um einen Austausch einer nicht mehr funktionsfähigen Aufzugsanlage, ist die Modernisierungsumlage nicht rechtens.

Als Mieter können Sie die Betriebskosten in der Einkommensteuererklärung angeben. Als haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie beispielsweise die Wartungskosten aus der Betriebskostenabrechnung geltend machen.

Ist ein nachträglicher Einbau möglich?

Grundsätzlich ist es möglich, auch nachträglich einen Aufzug in ein bestehendes Gebäude einzubauen. Aufgrund des begrenzten Platzangebots ist es bei einem Einfamilienhaus jedoch nicht immer einfach, einen Aufzug nachzurüsten. Eine gute Lösung ist in vielen Fällen ein Senkrechtlift, der mit einer geringen Stellfläche auskommt. Es handelt sich um selbsttragende Konstruktionen, für die kein eigener Schacht erforderlich ist.

In Mehrfamilienhäusern bieten sich mit dem

    • Innenaufzug und dem
    • Außenaufzug

zwei verschiedene Möglichkeiten an. Die Aufzugsanlagen unterscheiden sich zudem nach ihrem Antriebssystem. Gängig sind Seilaufzüge sowie hydraulische Liftanlagen. Welche Antriebsart sinnvoll ist, hängt vor allem von der Beförderungshöhe ab: Ein Hydrauliklift eignet sich nur für geringere Höhen, während der Seilaufzug problemlos bis in die höchsten Etagen eines Mehrfamilienhauses fährt.

Die Aufzugskosten der Anlage sind von den örtlichen Gegebenheiten und dem Aufwand beim Einbau abhängig. Sind größere Umbauarbeiten erforderlich, damit der Personenaufzug eingebaut werden kann, steigen die Kosten. Bei einem Mehrfamilienhaus sind Außenfahrstühle in der Regel günstiger als innenliegende Aufzüge. Die Anzahl der Haltepunkte ist für die Höhe der Montagekosten relevant. Wollen Sie einen Aufzug in einem Einfamilienhaus einbauen, hat vor allem die Anzahl der Geschosse Einfluss auf die Kosten. Auch die Tragkraft des Aufzugs spielt eine wesentliche Rolle. Nachfolgend erhalten Sie noch einmal einen Überblick über die preisbeeinflussenden Faktoren:

    • Aufzugsgröße
    • Antriebsart
    • Tragkraft
    • Anzahl der Haltepunkte
    • Förderhöhe
    • Geschwindigkeit
Hinweis

Es ist baurechtlich nicht immer möglich, einen Aufzug zu errichten. Prüfen Sie daher, ob es baurechtliche Auflagen für den Ein- oder Anbau gibt oder ob andere Genehmigungen oder Abnahmen zu erbringen sind.

Gibt es Fördermöglichkeiten für den Einbau eines Aufzugs?

Der Einbau eines Aufzugs geht mit hohen Kosten einher. Wenn Sie die Aufzugskosten für den Einbau senken wollen, stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Auswahl. Von der KfW erhalten Sie für einen barrierefreien Umbau Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Darüber hinaus lohnt es sich, bei der Kommune nachzufragen: Unter Umständen gibt es eine kommunale Förderung für den Umbau. Bauen Sie den Aufzug ein, um die Pflege für eine pflegebedürftige Person zu erleichtern, ist unter Umständen auch ein Zuschuss durch die Pflegekasse denkbar.

Wenn Sie als Eigentümer einen Aufzug einbauen, können Sie Kosten für den Einbau unter bestimmten Umständen als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung angeben. Handelt es sich bei dem Einbau um eine medizinische Notwendigkeit, erkennt das Finanzamt die Kosten an.

Welche Pflichten hat der Vermieter beim Betrieb eines Personenaufzugs?

Gibt es einen Aufzug im Gebäude, ist der Vermieter zur Instandhaltung und Einhaltung der Schutzbestimmungen verpflichtet. Der Aufzug muss jederzeit in Betrieb genommen werden können – das heißt, bei einem Defekt ist eine umgehende Reparatur zu veranlassen. Der Vermieter darf den Aufzugsbetrieb nicht einschränken. So muss der Aufzug zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen.

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