• Wohnungseigentumsgesetz für Eigentümer

    WEG - Das Wohnungseigentumsgesetz

    Wer eine Eigentumswohnung
    besitzt, sollte das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) kennen. Erfahren Sie
    hier, was es beinhaltet und welche Rechte und Pflichten sich daraus für
    Eigentümer ergeben.

    Inhaltsverzeichnis:

    1. Wozu gibt es ein Wohnungseigentumsgesetz (WEG

    2. Wie ist das Wohnungseigentumsgesetz aufgebaut?

    3. Welche Rechte haben Wohnungseigentümer?

    4. Welche Pflichten bestehen bei Wohneigentum?

    5. Beschlussfassungen der Eigentümer

    6. Ist die Beauftragung einer professionellen Hausverwaltung sinnvoll?

    Wozu gibt es ein Wohnungseigentumsgesetz (WEG)?

    Das Wohnungseigentumsgesetz
    regelt das Wohn- und Teileigentum in Häusern, in denen die Wohnungen
    oder Gewerberäume verschiedenen Eigentümern gehören. Es definiert die
    Rechte und Pflichten der Eigentümer und regelt die Einberufung und
    Beschlussfassungen der Eigentümerversammlungen. Im WEG sind alle
    Festlegungen zum Sonder- und Gemeinschaftseigentum getroffen.

    Das WEG entstand nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 als mit dem
    Aufbau des Landes die Schaffung neuen Wohnraums erforderlich wurde. Da
    das Bürgerliche Gesetzbuch der neuen Bundesrepublik die Grundlagen für
    das Sondereigentum nicht enthielt, wurde das Wohnungseigentumsgesetz ins
    Leben gerufen.

    Hinweis:

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    Der Aufbau des Wohnungseigentumsgesetzes

    Das WEG ist in vier Teile aufgegliedert, die wiederum in Unterabschnitte unterteilt sind.

    Der erste Teil befasst sich mit der Entstehung und Begründung des Wohneigentums. Ferner enthält er Regelungen zur notariellen Teilungserklärung
    und zur Bildung von Grundbüchern für Wohn- und Teileigentum. Das WEG
    unterscheidet zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum. Eine
    persönliche Wohnung gilt als Sondereigentum, genauer: als Wohneigentum.
    Als Teileigentum gelten nicht zu Wohnzwecken dienende Räume, wie
    beispielsweise Gewerberäume. Zum Gemeinschaftseigentum können
    beispielsweise Gärten, Treppenhäuser, Aufzüge, Spielplätze oder
    Gemeinschaftsräume zählen. Ebenfalls sind in diesem Abschnitt Rechte und
    Pflichten der Eigentümer und ihrer Verwaltung geregelt.

    Der zweite Teil befasst sich ausschließlich mit Dauerwohnrechten.

    Im dritten Teil sind die Verfahrensvorschriften
    geregelt. Kommt es zu Klagen vereinzelter Eigentümer, gibt dieser Teil
    Auskunft über die Verfahrensweisen und Kostenverteilung.

    Der vierte Teil informiert über Inkrafttreten, Ergänzungen sowie die Überleitung bestehender Rechtsverhältnisse.

    Welche Rechte haben Wohnungseigentümer?

    Nach dem WEG herrscht innerhalb
    der eigenen Wohnung das freie Verfügungsrecht. Eigentümer können ihre
    Wohnung selbst bewohnen, vermieten und sie frei gestalten. Sie haben
    ferner das Recht, das Gemeinschaftseigentum für sich und ihre
    Angehörigen zu nutzen. Auch den Verkauf einer eigenen Wohnung kann
    niemand aus der Wohnungseigentümergemeinschaft verhindern.

    Hinweis:

    Eine Wohnung zu verkaufen, ist für die meisten Immobilienbesitzer keine
    leichte Aufgabe. Erfahren Sie, wie ein Wohnungsverkauf abläuft, was Sie
    beachten sollten und welche Dokumente nötig sind.
    Zum Artikel: Wohnung verkaufen leicht gemacht

    Sollten Wohnungseigentümer eine
    Veränderung an der Immobilie planen, benötigen sie dafür die Zustimmung
    der anderen Wohnungseigentümerinnen. Um die Umsetzung der Veränderungen
    in einigen Fällen zu erleichtern, wurde am 01. Januar 2022 die
    Zustimmungsfiktion eingeführt. Diese besagt, dass es ausreicht, wenn
    Eigentümerinnen, die eine Veränderung an der Immobilie planen, die
    anderen Eigentümer verständigen und diese keinen Widerspruch innerhalb
    der festgelegten Frist erheben.

    Dabei gilt die Zustimmungsfiktion für folgende Umbaumaßnahmen:

    • Anbringung einer Vorrichtung zum langsam Laden eines E-Fahrzeuges

    • Anbringung einer Photovoltaikanlage

    • Einbau einbruchsicherer Türen

    • Behindertengerechte Gestaltung der Immobilie

    • Anbringung von Rollläden, Markisen und Außenjalousien

    Welche Pflichten bestehen bei Wohneigentum?

    Neben den monatlichen
    Nebenkosten, die zur Unterhaltung der Gebäude zu leisten sind, zahlen
    die Eigentümer einen Anteil zur Instandhaltung. Aber auch Sonderumlagen
    können anfallen, wenn die Instandhaltungsrücklage
    nicht ausreicht. Das Wohnungseigentumsgesetz sieht eine Verteilung der
    Instandhaltungskosten auf die Eigentümer vor. Beschlossene
    Sanierungsmaßnahmen sind daher von allen Eigentümern nach
    Miteigentumsanteilen zu tragen. Wird bei Sanierungen der Zutritt zum
    Sondereigentum des Eigentümers notwendig, muss dieser gewährt werden.
    Ebenfalls zählt eine sorgfältige Behandlung des Gemeinschaftseigentums
    zu den Pflichten aller Bewohner der Wohnanlage.

    Beschlussfassungen der Eigentümer

    Das Gremium für
    Beschlussfassungen ist die Eigentümerversammlung. Jede Wohneinheit
    verfügt über eine Stimme, auch wenn die Wohnung im Besitz mehrerer
    Personen ist. Alle Entscheidungen müssen mehrheitlich gefasst werden.
    Ist dies nicht möglich, muss eine erneute Eigentümerversammlung zu einem
    späteren Zeitpunkt einberufen werden.

    Ist die Beauftragung einer professionellen Hausverwaltung sinnvoll?

    Das Wohnungseigentümergesetz
    stellt für Laien eine große Herausforderung dar. Denn es ist komplex und
    verbindlich. Die Unterscheidung zwischen Sondereigentum und
    Gemeinschaftseigentum ist nicht immer klar verständlich. So können im
    Mauerwerk verlaufende Rohre des Gesamtgebäudes zum Gemeinschaftseigentum
    zählen, während die Anschlüsse an Heizung oder Sanitärobjekte innerhalb
    der Wohnung zum Sondereigentum gehören. Der Boden eines Balkons kann
    wiederum Sondereigentum sein, das Mauerwerk um ihn herum jedoch nicht.
    Regelungen, was zum Gemeinschafts- und zum Sondereigentum zählt, finden
    sich in der Teilungserklärung. Jegliche Veränderungen am
    Gemeinschaftseigentum sind laut Wohnungseigentumsgesetz von der
    Gemeinschaft zu beschließen und zu finanzieren.

    In Häusern mit nur wenigen
    Eigentümerinnen können die vielfältigen Aufgaben untereinander
    abgesprochen und aufgeteilt werden. Dies setzt jedoch einen guten
    Zusammenhalt innerhalb der Eigentümergemeinschaft
    voraus. Eigentümer größerer Wohnanlagen werden in der Regel schon
    allein aus rechtlichen Gründen von einer Hausverwaltung, der sogenannten
    WEG-Verwaltung, betreut.

    Die vielfältigen Aufgaben einer Hausverwaltung sind sehr umfangreich
    und basieren auf dem Wohnungseigentümergesetz. Folgende Tätigkeiten
    fallen in die Zuständigkeit einer Hausverwaltung:

    • Einnahmen und Ausgaben überwachen

    • Rücklagen bilden

    • Jahreskostenabrechnungen erstellen

    • Gebäude und Grundstücke pflegen und instand halten

    • Eigentümerversammlungen planen und durchführen

    • Administrative Verwaltung inklusive Mahnwesen

    • Betreuung von Personal wie Hausmeister, Gärtner, Reinigungskräfte

    • Kostenvoranschläge einholen

    • Instandsetzungsarbeiten beauftragen

    • Technische Anlagen wie Heizung, Aufzüge und Elektrik überwachen

    • Eigentümer über mögliche Gerichtsverfahren informieren und sie bei diesen vertreten

    Wohnungseigentumsgesetz – FAQ

    Wozu gibt es ein Wohnungseigentumsgesetz (WEG)?

    Das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) regelt das Wohn- und Teileigentum in Immobilien, in denen die Wohnungen oder Gewerberäume verschiedenen Eigentümern gehören. Die Rechte und Pflichten der Eigentümer sind dort ebenso vermerkt wie die Regelungen zu Beschlussfassungen der Eigentümerversammlungen. Auch der Umgang mit Sonder- und Gemeinschaftseigentum ist im WEG geregelt.

    Wie ist das Wohnungseigentumsgesetz aufgebaut?

    Das WEG ist in vier Teile aufgegliedert: Der erste Teil befasst sich mit der Entstehung und Begründung des Wohneigentums. Ferner enthält er Regelungen zur notariellen Teilungserklärung und zur Bildung von Grundbüchern für Wohn- und Teileigentum. Ebenfalls sind in diesem Abschnitt Rechte und Pflichten der Eigentümer und ihrer Verwaltung geregelt. Der zweite Teil befasst sich ausschließlich mit Dauerwohnrechten. Im dritten Teil sind die Verfahrensvorschriften geregelt. Der vierte Teil informiert über Inkrafttreten, Ergänzungen sowie die Überleitung bestehender Rechtsverhältnisse.

    Welche Rechte haben Wohnungseigentümer?

    Innerhalb der eigenen Wohnung haben Eigentümer laut WEG das freie Verfügungsrecht. Sie können diese selbst bewohnen, vermieten und frei gestalten. Auch das Gemeinschaftseigentum dürfen Eigentümer für sich selbst und ihre Angehörigen nutzen. Es steht ihnen außerdem frei, die eigene Wohnung zu verkaufen. Weitere Informationen zu den Rechten von Wohnungseigentümern

    Welche Pflichten bestehen bei Wohneigentum?

    Eigentümer sind verpflichtet, die monatlichen Nebenkosten sowie einen Anteil zur Instandhaltung zu zahlen. Reicht diese nicht aus, sind Sonderumlagen zu zahlen. Beschlossene Sanierungsmaßnahmen sind von allen Eigentümern nach Miteigentumsanteilen zu tragen. Wird bei Sanierungen der Zutritt zum Sondereigentum des Eigentümers notwendig, muss dieser gewährt werden. Ebenfalls zählt eine sorgfältige Behandlung des Gemeinschaftseigentums zu den Pflichten.

    Ist die Beauftragung einer professionellen Hausverwaltung sinnvoll?

    Das komplexe Wohnungseigentümergesetz stellt für Laien mitunter eine große Herausforderung dar. In Häusern mit nur wenigen Eigentümern können die vielfältigen Aufgaben untereinander abgesprochen und aufgeteilt werden. Eigentümer größerer Wohnanlagen werden in der Regel schon allein aus rechtlichen Gründen von einer Hausverwaltung, der sogenannten WEG-Verwaltung, betreut. Mehr zu den Aufgaben einer professionellen Hausverwaltung

    Hinweis:

    Bitte beachten Sie, dass unsere Ratgeber-Antworten, -Artikel und Musterdokumente keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung darstellen oder ersetzen können. Für Klärung Ihrer rechtlichen bzw. finanziellen Angelegenheiten bitten wir Sie, entsprechende Experten (z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater bzw. Finanzberater) hinzuzuziehen. Trotz großer Sorgfalt und gewissenhafter Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Wir freuen uns und sind dankbar über entsprechende Hinweise, welche wir versuchen, zeitnah umzusetzen.

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