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Energieausweis:
Darum ist er beim Immobilienverkauf wichtig
Energieausweis:
Darum ist er beim Immobilienverkauf wichtig
Energieausweis:
Darum ist er beim Immobilienverkauf wichtig

Clarissa Freund

Immobilienredakteurin

15. Februar 2019 ·  10 Minuten Lesezeit

Der Energieausweis ist heute ein wichtiges Dokument für Immobilieneigentümer. Erfahren Sie hier, welche Daten er beinhaltet, wann sie ihn benötigen und welche Strafe droht, wenn sie ihn nicht haben.

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis (auch: Energiepass) bewertet, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Laut Bundesbauministerium dient er dazu, die energetischen Eigenschaften von Gebäuden transparenter zu machen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Bauten herzustellen. Aus dem Energieausweis lässt sich der Heizenergie-Verbrauch einer Immobilie ablesen. Das Dokument gibt jedoch keine Auskunft darüber, welche Energiekosten für ein Gebäude anfallen. Denn diese sind neben dem Gebäude auch von der Witterung und dem Heizverhalten des/der Bewohner abhängig.

Ein Energieausweis ist ab dem Tag seiner Ausstellung zehn Jahre gültig und lässt sich nicht verlängern. Das heißt: Er muss nach dieser Zeit neu ausgestellt werden. Eine Ausnahme gilt für Gebäude, die umfassend saniert wurden, sodass sich eine neue Berechnung entsprechend der Energieeinsparverordnung ergibt. Sie benötigen in diesem Falle schon vor Ablauf der 10-Jahres-Frist einen neuen Energieausweis.

Gut zu wissen:

Auch die für Neubauten ab dem Baujahr 1995 eingeführten Energie- oder Wärmebedarfsnachweise gelten als Energieausweise.

Wann ist ein Energieausweis erforderlich?

Der Energieausweis ist nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) in den folgenden Fällen Pflicht:

  • Wenn Sie ein neues Gebäude bauen
  • Wenn Sie eine Bestandsimmobilie umfassend modernisiert haben oder große Umbauten vorgenommen haben
  • Wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung verkaufen, (neu-)verpachten oder (neu-)vermieten

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Es gibt zwei Arten des Energieausweises:

  1. Den Bedarfsausweis: Hierbei ermittelt ein Fachmann in einer technischen Analyse die Energiemenge, die bei einer durchschnittlichen Nutzung für Heizung, Warmwasseraufbereitung oder Lüftung anfällt. Dafür begutachtet er vor Ort die Anlagentechnik und Bausubstanz des Gebäudes.

  2. Der Verbrauchsausweis: Er basiert auf dem erfassten Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre. Als Berechnungsgrundlage dienen Heiz- beziehungsweise Nebenkostenabrechnungen.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis – Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Ausweisart Vorteil Nachteil
Bedarfsausweis - die berechneten Werte sind nicht abhängig von dem individuellen Nutzerverhalten einzelner Bewohner - die Werte werden auch davon beeinflusst, wie genau bzw. ungenau der Fachmann die Daten vor Ort erhebt und welche Erfahrung er hat
Verbrauchsausweis - einfache Erhebung der Daten mit reduzierter Fehleranfälligkeit
- Berücksichtigung von Klimafaktoren: extreme Wetterverhältnisse (sehr lange, kalte Wintermonate) wirken sich nicht negativ auf die Bewertung aus
- Werte hängen vom Heizverhalten der Hausbewohner ab
- teils Ungenauigkeiten beim Erfassen von Leerstand
Gut zu wissen:

Bei Bewertung derselben Immobilie liegen die Verbrauchswerte im Verbrauchsausweis in der Praxis unter den Energiebedarfskennwerten eines Bedarfsausweises.

Wer benötigt welchen Energieausweis?

Wer eine Wohnimmobilie mit mindestens fünf Wohneinheiten besitzt, hat die Wahl zwischen beiden Ausweisarten. Bei Wohnimmobilien mit vier oder weniger Wohneinheiten entscheiden hingegen unterschiedliche Faktoren darüber, welcher Energieausweis zulässig ist:

  • Für Wohnhäuser, bei deren Bau die erste Wärmeschutzverordnung von 1977 beachtet wurde oder die durch spätere Modernisierungsmaßnahmen ihre Kriterien erfüllt, kommen beide Ausweise infrage.

  • Erfüllt das Gebäude nicht den mit der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 vorgeschriebenen energetischen Standard, ist der Bedarfsausweis Pflicht.

  • Wenn keine Verbrauchs- beziehungsweise Heizkostenabrechnungen der vergangenen drei Jahre vorliegen, wird der Bedarfsausweis gebraucht.

  • Auch bei einem Neubau oder einem Gebäude, das auf eine bestimmte Art modernisiert wurde, gilt der Bedarfsausweis.

Für Immobilien, die nicht als Wohngebäude genutzt werden, ist ein sogenannter „Energieausweis für Nichtwohngebäude“ notwendig. Im Gegensatz zum Ausweis von Wohngebäuden spielen bei der Berechnung des Energiewerts auch Gebäudebeleuchtung, Klima- und Lüftungsanlage eine Rolle. In Sonderfällen können für ein Gebäude auch zwei unabhängige Energieausweise nötig sein: etwa, wenn sowohl Wohn- als auch Gewerberäume existieren.

Wer braucht keinen Energieausweis?

Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen, brauchen keinen Energieausweis. Auch Baudenkmäler und Gebäude, deren Nutzfläche maximal 50 Quadratmeter beträgt, sind von der Ausweispflicht befreit. Das Gleiche gilt für Ferienhäuser.

Wie ist der Energieausweis aufgebaut?

Der Energieausweis ist ein fünfseitiges Dokument mit Informationen zum Gebäude (Größe, Baujahr, Anlagentechnik etc.), zu seinen Energieträgern und den Energiekennwerten der Immobilie. Außerdem enthält er Empfehlungen dazu, wie sich das jeweilige Gebäude kostengünstig modernisieren und damit energetisch verbessern lässt – ohne dass diese verpflichtend sind.

Pfeilmarkierungen auf einer Farbskala inklusive Kennwerten geben Aufschluss über den End- und Primärenergiebedarf des bewerteten Gebäudes. Kennwert ist die Angabe der kWh/(m²a), das heißt: die Kilowattstunden, die pro Jahr pro Quadratmeter Nutzfläche der Immobilie verbraucht werden. Je weiter sich die Markierung im grünen Bereich befindet, desto geringer ist der Verbrauch von Heizung und Warmwasser. Je weiter die Werte im roten Bereich liegen, desto höher ist der Verbrauch.

Hier würden Sie das Bild eines Energieausweis für Wohngebäude sehen.

Seit Mai 2014 wird im Energieausweis für Wohngebäude zudem eine Energieeffizienzklasse angegeben – ähnlich wie bei einigen Elektrogeräten. Sie reicht von A+ bis H. Hier gilt: Je später der Buchstabe im Alphabet kommt, desto schlechter ist es um den energetischen Zustand des Gebäudes bestellt.

Eine weitere Farbskala inklusive Energieeffizienzklassen gibt zudem Auskunft über den üblichen Energiebedarf verschiedener Gebäudetypen. Dies soll einen Vergleich zu ähnlichen Immobilien erlauben. Abhängig vom Gebäudetyp sind die Klassen A und B etwa mit dem aktuellen Standard von Neubauten gleichzusetzen. Wohnimmobilien mit durchschnittlichem Verbrauch von rund 160 kWh (m2a) haben in der Regel die Klasse E.

Hier würden Sie ein Bild zum Thema Vergleichswerte des Energieausweises sehen.

Wer erstellt den Energieausweis?

Wer den Energieausweis ausstellt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden geregelt. Oft sind die Bauordnungsämter oder die Untere Bauaufsichtsbehörde zuständig. Generell gilt nach der Energieeinsparverordnung, dass diejenigen, die einen Energieausweis ausstellen, eine baunahe Ausbildung sowie eine weitere Qualifizierungsanforderung als Eingangsqualifizierung vorweisen müssen. Infrage kommen etwa Handwerker, Techniker, Ingenieure und Architekten. Es ist auch möglich, sich online einen Energieausweis ausstellen zu lassen.

Wie viel kostet der Energieausweis?

Der Bedarfsausweis kostet rund 300 Euro, für den Verbrauchsausweis werden 50 bis 80 Euro angesetzt.

Welche Rolle spielt der Energieausweis beim Immobilienverkauf?

Eigentümer, die eine Wohnimmobilie vermieten oder verkaufen möchten, sind seit 1. Mai 2015 dazu verpflichtet, bereits in der Immobilienanzeige die Art des Energieausweises, das Baujahr des Gebäudes, den Energieträger für Heizung, den Energiekennwert und die Effizienzklasse anzugeben. Liegt zu diesem Zeitpunkt noch kein Energieausweis vor, ist der Besitzer spätestens bei der Immobilienbesichtigung dazu verpflichtet, ihn dem Kauf- beziehungsweise Mietinteressenten unaufgefordert vorzulegen. Andernfalls droht dem Eigentümer ein Bußgeld in Höhe von bis zu 15.000 Euro. Bei einem Immobilienverkauf erhält der neue Besitzer den Energieausweis im Original oder als Kopie.

Beim Verkauf einer Eigentumswohnung kommt die Eigentümergemeinschaft gemeinsam für die Kosten des Energieausweises auf, da der Ausweis immer für ein ganzes Gebäude erstellt wird.

Hinweis

Sie möchten eine Immobilie verkaufen und benötigen einen Energieausweis? Bei einem Immobilienverkauf mit einem Homeday-Makler müssen Sie sich nicht selbst um den Energieausweis kümmern. Wir lassen das Dokument für Sie erstellen und platzieren es entsprechend in den Verkaufsanzeigen. Der Service kostet Sie übrigens keinen einzigen Cent. Denn als Eigentümer verkaufen Sie Ihre Immobilie bei Homeday nicht nur provisionsfrei. Wir besorgen auch sämtliche für den Verkauf notwendigen Dokumente kostenfrei für Sie.

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