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Energieausweis:
Rechte und Pflichten
für Eigentümer
Energieausweis:
Rechte und Pflichten für Eigentümer
Energieausweis:
Rechte und Pflichten für Eigentümer

Bußgelder von bis zu 15.000 Euro: Wer eine Immobilienanzeige schaltet, ohne dabei die Energiebilanz seines Gebäudes anzugeben, muss mit Strafen rechnen.

Clarissa Freund

Immobilienredakteurin

05. Januar 2018 ·  8 Minuten Lesezeit

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis bewertet die Energieeffizienz von Immobilien. Laut Bundesbauministerium soll er so die energetischen Eigenschaften von Gebäuden transparenter machen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Bauten herstellen. Dafür liefert er eine Prognose darüber, welche Energiekosten für eine Immobilie in der Zukunft anfallen. Die Informationen dienen nicht nur zukünftigen Mietern und Käufern. Verkäufer von Immobilien mit positiven energetischen Gebäudewerten haben zudem größere Chancen, ihre Immobilie zu einem guten Preis zu verkaufen.

Der Energieausweis ist nach der Energieeinsparverordnung in den folgenden Fällen Pflicht:

  • Beim Neubau eines Gebäudes
  • Bei Verkauf, (Neu)Vermietung oder (Neu)Verpachtung einer Immobilie
  • Bei umfassender Modernisierung eines Bestandsgebäudes

Tipp: Sie wollen eine Immobilie verkaufen oder neu vermieten und benötigen einen Energieausweis? Dann nutzen Sie den Service von Homeday. Unsere Experten begleiten Sie durch den gesamten Verkaufsprozess und besorgen alle notwendigen Dokumente für den Vertragsabschluss.

Inhalt des Energieausweises: Farbe und Buchstabe sind entscheidend

Der Energieausweis beinhaltet auf insgesamt fünf Seiten allgemeine Informationen zum Gebäude (Größe, Baujahr, Anlagentechnik etc.), zu seinen Energieträgern und den Energiekennwerten der Immobilie. Außerdem enthält er Empfehlungen dazu, wie sich das jeweilige Gebäude kostengünstig modernisieren und damit energetisch verbessern lässt.

Eine Farbskala gibt Aufschluss über den Energiebedarf des Gebäudes. Grün steht dabei für einen geringen Verbrauch von Heizung und Warmwasser, Rot für einen hohen.
Seit Mai 2014 wird im Energieausweis für Wohngebäude zudem eine Energieeffizienzklasse angegeben – ähnlich wie bei einigen Elektrogeräten. Sie reicht von A+ bis H. Abhängig vom Gebäudetyp sind die Klassen A und B etwa mit dem aktuellen Standard von Neubauten gleichzusetzen. Wohnimmobilien mit durchschnittlichem Verbrauch haben in der Regel die Klasse E.
Eine weitere Farbskala inklusive Energieeffizienzklassen gibt zudem Auskunft über den üblichen Energiebedarf verschiedener Gebäudetypen. Dies soll einen Vergleich zu ähnlichen Immobilien erlauben. Grundsätzlich gilt in Hinblick auf die Energieklassen: Je später der Buchstabe im Alphabet kommt, desto schlechter ist es um den energetischen Zustand des Gebäudes bestellt.

Ein Energieausweis ist ab dem Tag seiner Ausstellung zehn Jahre gültig und kann nicht verlängert werden. Eine Ausnahme gilt für Gebäude, die umfassend saniert wurden, sodass sich eine neue Berechnung entsprechend der Energieeinsparverordnung ergibt.

Hinweis

Auch die für Neubauten ab dem Baujahr 1995 eingeführten Energie- oder Wärmebedarfsnachweise gelten als Energieausweise.

Welche Ausweisarten gibt es?

Es gibt zwei Arten des Energieausweises: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.

Für den Bedarfsausweis ermittelt ein Fachmann in einer technischen Analyse die Energiemenge, die bei einer durchschnittlichen Nutzung für Heizung, Warmwasseraufbereitung oder Lüftung anfällt. Dafür begutachtet er vor Ort die Anlagentechnik und Bausubstanz des Gebäudes.
Der Verbrauchsausweis basiert auf dem erfassten Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre. Als Berechnungsgrundlage dienen hier Heiz- beziehungsweise Nebenkostenabrechnungen. Da diese Werte abhängig vom Verhalten der Bewohner sind, gilt der Bedarfsausweis grundsätzlich als aussagekräftiger.

Der Bedarfsausweis kostet rund 300 Euro, für den Verbrauchsausweis werden 50 bis 80 Euro angesetzt.

Hinweis

Beim Verkauf einer Eigentumswohnung kommt die Eigentümergemeinschaft gemeinsam für die Kosten des Energieausweises auf, da der Ausweis immer für ein ganzes Gebäude erstellt wird.

Wer benötigt welchen Energieausweis?

Wer eine Wohnimmobilie mit mindestens fünf Wohneinheiten besitzt, hat die Wahl zwischen beiden Ausweisarten. Bei Wohnimmobilien mit vier oder weniger Wohneinheiten entscheiden hingegen unterschiedliche Faktoren darüber, welcher Energieausweis zulässig ist:

  • Für Wohnhäuser, bei deren Bau die erste Wärmeschutzverordnung von 1977 beachtet wurde oder die durch spätere Modernisierungsmaßnahmen ihre Kriterien erfüllt, kommen beide Ausweise infrage.
  • Erfüllt das Gebäude nicht den mit der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 vorgeschriebenen energetischen Standard, ist der Bedarfsausweis Pflicht.
  • Wenn keine Verbrauchs- beziehungsweise Heizkostenabrechnungen der vergangenen drei Jahre vorliegen, wird der Bedarfsausweis gebraucht.
  • Auch bei einem Neubau oder einem Gebäude, das auf eine bestimmte Art modernisiert wurde, gilt der Bedarfsausweis.

Für Immobilien, die nicht als Wohngebäude genutzt werden, ist ein sogenannter „Energieausweis für Nichtwohngebäude“ notwendig. Im Gegensatz zum Ausweis von Wohngebäuden spielen bei der Berechnung des Energiewerts auch Gebäudebeleuchtung, Klima- und Lüftungsanlage eine Rolle. In Sonderfällen können für ein Gebäude auch zwei unabhängige Energieausweise nötig sein: etwa, wenn sowohl Wohn- als auch Gewerberäume existieren.

Gut zu wissen: Soll eine Wohnimmobilie vermietet oder verkauft werden, sind Eigentümer seit 1. Mai 2015 dazu verpflichtet, bereits in der Immobilienanzeige Angaben über Art des Energieausweises, Baujahr des Gebäudes, Energieträger für Heizung, Energiekennwert und Effizienzklasse zu machen. Liegt zu diesem Zeitpunkt noch kein Energieausweis vor, ist der Besitzer spätestens bei der Besichtigung der Immobilie verpflichtet, ihn dem Kauf- beziehungsweise Mietinteressenten unaufgefordert vorzulegen. Andernfalls droht ihm ein Bußgeld in Höhe von bis zu 15.000 Euro. Ist der Kauf erfolgt, erhält der neue Besitzer den Energieausweis im Original oder als Kopie.

Hinweis

Eigentümer, die Ihre Immobilie selbst bewohnen brauchen keinen Energieausweis. Auch Baudenkmäler und Gebäude, deren Nutzfläche maximal 50 Quadratmeter beträgt, sind von der Ausweispflicht befreit. Das Gleiche gilt auch für Ferienhäuser.

Wer erstellt den Energieausweis?

Wer den Energieausweis ausstellt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden geregelt. Oft sind die Bauordnungsämter oder die Untere Bauaufsichtsbehörde zuständig. Generell gilt nach der Energiesparverordnung, dass diejenigen, die einen Energieausweis ausstellen, als Eingangsqualifizierung eine baunahe Ausbildung sowie eine weitere Qualifizierungsanforderung vorweisen müssen. Infrage kommen etwa Handwerker, Techniker, Ingenieure und Architekten.

Tipp: Bei einem Immobilienverkauf über Homeday müssen sich Eigentümer nicht selbst um den Energieausweis kümmern. Wir lassen das Dokument für Sie erstellen und platzieren es entsprechend in den Verkaufsanzeigen. Das Beste: Der Service ist für Sie als Verkäufer komplett kostenlos.

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