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Hier würden Sie einen Makler sehen, der "Daumen hoch" zum Sachkundenachweis für Makler in die Kamera zeigt.

Wie viel Qualität garantiert der Sachkundenachweis?

Wer eine Immobilie verkauft oder vermietet, möchte sich auf seinen Makler verlassen können. Doch nicht jeder Makler kennt sich mit seinem Geschäft aus.

Noch immer darf sich jeder ohne Nachweis und Ausbildung Makler nennen, was die ganze Branche in Verruf bringt. Seit Sommer liegt ein Gesetzesentwurf vor, der eine Verschärfung der Berufszulassung durch einen Sachkundenachweis für Makler und Wohneigentumsverwalter vorsieht. Bisher ist es jedoch bei einem ersten Entwurf geblieben. Wann das Gesetz schlussendlich in Kraft tritt ist ungewiss. Ebenso wenig steht fest, was der Sachkundenachweis beinhalten soll. Es stellt sich also die Frage, wie der Nachweis den Eigentümern Qualität garantieren kann.

Immobilienmakler — Eine ungeschützte Berufsbezeichnung

Um als Makler tätig zu werden, ist nur die Erteilung einer Gewerbeerlaubnis notwendig. Eine solche erhält jeder, der volljährig und nicht vorbestraft ist – vollkommen unabhängig von seiner Fachkenntnis. Dabei macht für viele Eigentümer die Immobilie das gesamte Vermögen und die Altersvorsorge aus. Umso wichtiger ist es, auf die Fachkenntnis des Maklers vertrauen zu können. Nun soll die Gewerbeordnung dahingehend geändert werden, dass Immobilienmakler und Wohneigentumsverwalter eine Berufshaftpflicht und einen IHK-geprüften Sachkundenachweis vorweisen müssen, um als solche tätig werden zu dürfen.

Konkrete Vorschläge für den Sachkundenachweis fehlen

Im dazu geplanten Gesetz ist allerdings nicht geregelt, wie der Nachweis letztendlich aussehen soll. Fest steht nur, dass es eine „Alte-Hasen-Regelung” geben wird. Makler und Eigentumsverwalter, die bereits durchgehend seit mindestens sechs Jahren tätig sind, müssen keine Prüfung ablegen. Hierbei ist eine große Qualitätslücke zu befürchten. Wer sechs Jahre schlechte Arbeit geleistet hat, darf das also weiterhin.

Mangelnder Schutz für Vermieter

Zudem greift die Berufszulassung nicht für Mietverwalter, die die Eigentümer gegenüber den Mietern vertreten. Diese sind weiterhin nicht dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflicht abzuschließen. Dabei tragen gerade Mietverwalter eine enorme Verantwortung, da sie über Kautionen und Betriebskostenvorauszahlungen verfügen. Bei dieser Treuhandfunktion ist eine Qualifikationspflicht unerlässlich. Auch haftet der Verwalter für Schäden, die unter seiner Obhut passieren. Wenn der Verwalter letztendlich nicht für den Schaden aufkommen kann, weil er keine Haftpflichtversicherung hat, hat der Eigentümer das Nachsehen.

Eine individuelle Prüfung bleibt unverzichtbar

Homeday begrüßt grundsätzlich die Einführung des Sachkundenachweises, weil dieser zum Ziel einer Professionalisierung des Marktes beiträgt. Allerdings sehen wir die Umsetzung kritisch, da unklar ist, welche Maßnahmen tatsächlich zu einer Qualitätsprüfung beitragen sollen. Auch wird der Sachkundenachweis nichts über den Umgang des Maklers mit dem Eigentümer aussagen. Für uns ist es selbstverständlich, alle empfohlenen Makler hinsichtlich ihrer bisherigen Arbeit in Bezug auf Qualität und Erfolg zu untersuchen. Neben der Auswertung von Daten über den Makler gehört dazu auch ein direktes Gespräch. Auch nach Einführung eines Sachkundenachweises bleibt es unverzichtbar, individuell zu prüfen, ob ein Makler optimal für die Vermarktung der jeweiligen Immobilie geeignet ist.

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