• Neue Gesetze 2020: Das ändert sich für Immobilienbesitzer

    Neue Gesetze 2020:
    Das ändert sich für Immobilienbesitzer

    Das Jahr 2020 bringt für Immobilieneigentümer einige neue Gesetze – allen voran eine Regelung zur Verteilung der Maklerprovision beim Immobilienverkauf (Bestellerprinzip) und einen Mietendeckel in Berlin . Weitere neue Gesetze 2020 sind die Grundsteuerreform und die steuerliche Abschreibung bei der energetischen Sanierung. Mieter profitieren von der Wohngeldreform 2020.

    Inhaltsverzeichnis:

    1. Wie verändert das Bestellerprinzip 2020 den Immobilienverkauf?

    2. Was bedeutet der Berliner Mietendeckel für Vermieter?

    3. Was bringt die Wohngeldreform 2020?

    4. Wie geht es 2020 mit der Grundsteuer weiter?

    5. Wie lässt sich die energetische Sanierung steuerlich absetzen?

    Wie verändert das Bestellerprinzip 2020 den Immobilienverkauf?

    Das Gesetz zum sogenannten Bestellerprinzip soll ab dem 23. Dezember 2020 regeln, wer wie viel der Maklerprovision beim Immobilienverkauf beziehungsweise -kauf übernimmt. Derzeit ist die Verteilung der Maklergebühren nicht gesetzlich geregelt und unterscheidet sich zudem von Region zu Region. In Berlin zahlen Verkäufer aktuell beispielsweise beim Verkauf ihrer Immobilie keinen Cent. Hier übernimmt der Käufer mit 7,14 Prozent des Kaufpreises der Immobilie die maximale Höhe der Maklerprovision in Deutschland. Anders in der bayerischen Landeshauptstadt München. Hier zahlt der Verkäufer
    üblicherweise 3,35 Prozent, der Käufer 3,79 Prozent Maklerprovision.

    Ziel des geplanten „Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ ist es, die Verteilung der Maklerprovision bundesweit einheitlich zu regeln. Und mit dieser geplanten Gesetzesänderung 2020 vor allem den Käufer finanziell zu entlasten. Denn wie sich in der Praxis zeigt, übernehmen die Käufer häufig den Großteil der Maklerprovision – auch,
    wenn der Verkäufer den Makler ursprünglich „bestellt“, also beauftragt,
    hat.Diese konkreten Regelungen sieht der Gesetzentwurf zum Bestellerprinzip derzeit vor:

    • Der Käufer soll nur noch maximal 50 Prozent der Maklergebühr zahlen müssen (auch, wenn er den Makler bestellt hat)

    • Der Käufer muss seinen Anteil an der Provision erst zahlen, nachdem
      der Verkäufer seinen eigenen Anteil nachweislich beglichen hat

    • Beauftragen sowohl Verkäufer und Käufer den Makler, ist dieser
      verpflichtet, eine Provision in gleicher Höhe von beiden Seiten zu
      verlangen

    Was bedeutet der Berliner Mietendeckel für Vermieter?

    Neue Gesetze 2020 gibt es auch in der Bundeshauptstadt: Am 26. November 2019 hat der Berliner Senat den Gesetzentwurf zum Mietendeckel Berlin beschlossen. Das Gesetz ist am
    23. Februar 2020 in Kraft getreten und gilt für sämtliche Berliner Immobilien, die vor 2014 erbaut wurden. Das „Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung“ (kurz: Mietendeckel) sieht vor, dass Vermieter von Berliner Immobilien die Miete fünf Jahre lang nicht anheben dürfen. Mit dem Mietendeckel Berlin werden die Mieten
    sozusagen eingefroren. Der aktuelle Gesetzentwurf legt außerdem Mietobergrenzen fest, die je nach Baujahr und Ausstattung der Immobilie variieren. Liegt die aktuelle Miete oberhalb der Grenze, sind Vermieter nach Inkrafttreten des Gesetzes gezwungen, die Miete unter Umständen zu senken. Dies ist etwa der Fall, wenn die aktuelle Miethöhe die
    Obergrenze um mehr als 20 Prozent übersteigt.

    Eine im Gesetzentwurf für den Mietendeckel Berlin enthaltene Mietentabelle legt die Mietobergrenzen fest. Einige Beispiele:

    Beispiel Euro/ m²
    Wohnung erstbezugsfähig zwischen 1919 bis 1949 mit Sammelheizung und Bad: 6,27 €
    Wohnung erstbezugsfähig zwischen 1950 bis 1964 mit Sammelheizung oder Bad: 5,62 €
    Wohnung erstbezugsfähig 2003 bis 2013 mit Sammelheizung und mit Bad: 9,80 €

    Die Mieten können abhängig von einigen Faktoren (z.B. Anzahl der Wohnungen im Gebäude, Ausstattung) variieren.

    Was bringt die Wohngeldreform 2020?

    Durch die Wohngeldreform 2020 erhalten Haushalte mit niedrigem Einkommen ab 1. Januar 2020 mehr Wohngeld. Die Leistungserhöhung richtet sich danach, wie sich die Mieten und Einkommen in Deutschland entwickeln. Wie viel Wohngeld ein einzelner Haushalt erhält, hängt von der Größe des Haushalts, dem Einkommen und der Miete/Belastung ab. Um diese Haushalte gezielt zu entlasten, setzt die Bundesregierung im kommenden Jahr 1,2 Milliarden
    Euro an Mitteln ein. Insgesamt profitieren 660.000 Haushalte von der Wohngeldreform 2020. Entlastet werden vor allem Rentner und Familien.

    Das Wohngeld wird auf Antrag (beispielsweise bei der Wohngeldbehörde) erteilt und in der Regel für ein Jahr bewilligt. Ausgeschlossen sind Empfänger von Transferleistungen wie Sozialhilfe, welche die Kosten für die Unterkunft bereits einbezieht. Die Empfangsberechtigten erhalten das Wohngeld als Zuschuss zur Miete beziehungsweise als Lastenzuschuss für
    Immobilieneigentümer.

    Wie geht es 2020 mit der Grundsteuer weiter?

    Zu den neuen Gesetzen 2020 lässt sich auch die Grundsteuerreform zählen. Bundestag und Bundesrat haben Ende 2019 den Weg für ein Gesetz zur Reform der Grundsteuer freigemacht.
    Das bedeutet, dass die Kommunen auch im kommenden Jahr die Grundsteuer von Hauseigentümern und Grundstücksbesitzern erheben dürfen. Hintergrund ist die Forderung des Bundesverfassungsgerichts, die Grundsteuer bis Ende 2019 zu überarbeiten, da die Bemessungswerte für Grundstücke aus den Jahren 1964 (alte Bundesländer) und 1935 (neue Bundesländer) stammen und damit total veraltet sind.

    Die neue Grundsteuer , deren Höhe von den Kommunen über Grundsteuer-Hebesätze festgelegt ist, lässt sich fortan abhängig vom Bodenwert und dem Mietpreis berechnen .
    Dies macht eine Neubewertung von rund 36 Millionen Grundstücken erforderlich und führt laut Experten dazu, dass die Steuerlast für viele Immobilieneigentümer steigt.

    Die Bundesländer haben jedoch auch die Möglichkeit, eine eigene Methode zur Berechnung der neuen Grundsteuer zu entwickeln.

    Wie lässt sich die energetische Sanierung steuerlich absetzen?

    Ab Januar 2020 haben Immobilieneigentümer die Möglichkeit, die Kosten für Einzelmaßnahmen der energetischen Sanierung steuerlich abzuschreiben oder abzusetzen.
    Voraussetzung ist, dass

    1. der Eigentümer die Immobilie selbst nutzt.

    2. die Immobilie in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum liegt.

    3. die Immobilie bei Durchführung der energetischen Sanierung mindestens 10 Jahre alt ist.

    Insgesamt lassen sich 20 Prozent der Kosten für die energetische Gebäudesanierung steuerlich abschreiben beziehungsweise 40.000 Euro pro Immobilie absetzen.
    Die vom Bundeskabinett beschlossene steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist Teil des Klimaschutzprogramms. Sie gilt für den Zeitraum 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2029. Nimmt ein Immobilienbesitzer eine energetische Sanierung vor, kann er sich zwischen einer KfW-Förderung oder der steuerlichen Anrechnung entscheiden.

    Diese Arten der energetischen Sanierung gehören z.B. zu den förderfähigen Einzelmaßnahmen:

    • Wärmedämmung von Dachflächen

    • Wärmedämmung von Wänden

    • Austausch von Fenstern und Außentüren

    • Austausch der Heizungsanlage

    Neue Gesetze 2020 – FAQs

    Wann kommt das Bestellerprinzip beim Immobilienverkauf zum Einsatz?

    Das Bestellerprinzip novelliert die Maklerprovision am 23. Dezember 2020. Der aktuelle „Entwurf eines Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ (Stand Februar 2020) sieht ein „halbes“ Bestellerprinzip vor. Lesen Sie alle Details zum Bestellerprinzip hier .

    Wer zahlt die Maklerprovision nach neuem Gesetz 2020?

    Zukünftig soll derjenige, der den Makler beauftragt, mindestens 50 Prozent der Maklerprovision beim Hausverkauf tragen. Das heißt, Käufer zahlen maximal die Hälfte der für den Makler anfallenden Kosten. Gut zu wissen: Bei Homeday zahlen Verkäufer und Käufer je nur 2,94 % Provision und können so Tausende Euro sparen. Jetzt informieren .

    Wie hoch ist die Maklerprovision beim Hauskauf in 2020?

    Die maximale Höhe der Maklerprovision beim Hauskauf 2020 hängt von der Regelung im jeweiligen Bundesland ab (solange das Bestellerprinzip noch nicht gilt). In Berlin trägt der Käufer bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises alleine. In Bayern teilen sich heute schon Käufer und Verkäufer die Provision. Der Verkäufer übernimmt 3,35 Prozent der Courtage. Der Käufer trägt mit 3,79 Prozent den etwas höheren Anteil. Informieren Sie sich hier über die Maklerprovision in Ihrer Region .

    Was ist der Mietendeckel?

    Der Mietendeckel nach Berliner Vorbild besagt, dass der Eigentümer die Miete fünf Jahre lang nicht erhöhen darf. Dazu kommt eine Mietobergrenze, die sich am Baujahr und der Ausstattung der Immobilie orientiert. Überschreitet der Vermieter diese Grenze, muss er die Miete unter Umständen senken. Das Gesetz ist am 23.02.2020 in Kraft getreten.

    Was bedeutet die Grundsteuerreform 2020?

    Die Grundsteuerreform kann einen Anstieg der Umlagen für Mieter bedeuten. Wer einen Hauskauf 2020 plant, sollte sich darüber informieren, mit welchem Anstieg der Grundsteuer er in der jeweiligen Gemeinde rechnen muss. Die Grundsteuer wird von den Kommunen festgelegt. Vor dem Hintergrund des wahrscheinlichen Anstiegs lassen sich Erwerber heute schon die laufenden Kosten für die Zukunft niedriger halten.

    Hinweis:

    Bitte beachten Sie, dass unsere Ratgeber-Antworten und -Artikel keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung darstellen oder ersetzen können. Für Klärung Ihrer rechtlichen bzw. finanziellen Angelegenheiten bitten wir Sie, entsprechende Experten (z. B. Rechtsanwälte,
    Steuerberater bzw. Finanzberater) hinzuzuziehen. Trotz großer Sorgfalt und gewissenhafter Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Wir freuen uns und sind dankbar über entsprechende Hinweise, welche wir versuchen, zeitnah umzusetzen.