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    Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel 2026: Was gilt bei Hauskauf und Erbschaft?

    Andreas König

    Andreas König

    Fachredakteur für Immobilienwirtschaft (Homeday Expertenteam)

    Wer 2026 eine Bestandsimmobilie kauft, erbt oder geschenkt bekommt, muss innerhalb von zwei Jahren nach dem Grundbucheintrag energetische Mindestanforderungen erfüllen. Das zum 29. Juli 2026 in Kraft getretene Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschränkt diese Pflicht auf die Dämmung der obersten Geschossdecke und freiliegender Rohrleitungen. Ein gesetzlicher Zwang zum Austausch funktionierender Heizkessel nach 30 Betriebsjahren besteht nicht mehr.

    Das Wichtigste auf einen Blick (Rechtsstand 2026):

    • Die Nachrüstpflicht umfasst ausschließlich die oberste Geschossdecke (§ 35 GModG) sowie ungedämmte Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen (§ 69 GModG).

    • Die gesetzliche Umsetzungsfrist beträgt exakt zwei Jahre ab dem Datum des Eigentumsübergangs im Grundbuch.

    • Die bisherige Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Standard- und Konstanttemperaturkessel (§ 72 GEG a. F.) wurde durch das GModG ersatzlos gestrichen.

    • Bei Schenkungen oder Erbschaften greifen die Nachrüstpflichten ausnahmslos; eine Befreiung durch früheres Mitwohnen von Angehörigen existiert im Gebäudeenergierecht nicht.

    • Die Nichteinhaltung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann von den Bauaufsichtsbehörden mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

    Sanieren oder im Ist-Zustand verkaufen?

    Stehen Sie vor anstehenden Sanierungspflichten oder hohen Modernisierungskosten bei einer geerbten oder übernommenen Immobilie? Verschaffen Sie sich finanzielle Klarheit. Nutzen Sie die kostenlose Immobilienbewertung von Homeday und erfahren Sie den realistischen Marktwert Ihres Objekts.

    Inhaltsverzeichnis:

    1. Was bedeutet die Sanierungspflicht bei einem Eigentümerwechsel?

    2. Was gilt bei Erbschaft und Schenkung an Kinder?

    3. Welche Maßnahmen sind bei einem Eigentümerwechsel verpflichtend?

    4. Gibt es Ausnahmen von der Sanierungspflicht?

    5. Wann gilt die Sanierungspflicht bei einem Hauskauf oder einer Erbschaft?

    6. Wie hoch sind die Kosten bei nötigen Sanierungen?

    7. Welche Finanzierungs- beziehungsweise Förderungsmöglichkeiten gibt es?

    8. Was passiert, wenn ich nicht saniere?

    9. Mehrfamilienhaus: Was gilt für die Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel?

    10. Sanieren oder verkaufen: Was ist bei alten Gebäuden wirtschaftlicher?

    Was bedeutet die Sanierungspflicht bei einem Eigentümerwechsel?

    Die Sanierungspflicht bei einem Eigentümerwechsel verpflichtet neue Eigentümer, energetische Mindeststandards an einer Bestandsimmobilie innerhalb von zwei Jahren nach dem Grundbucheintrag umzusetzen.

    Hier sehen Sie einen Käufer, der der Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel nachkommt.

    Die Regeln der Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel sind im Gebäudeenergiegesetz festgehalten.

    Diese Pflicht entsteht unabhängig davon, ob das Objekt durch Kauf, Erbschaft oder Schenkung übertragen wird. Sie dient dazu, signifikante Wärmeverluste an der Gebäudehülle und im Heizungssystem einzudämmen.Mit dem Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) am 29. Juli 2026 hat der Gesetzgeber den Umfang dieser Pflichten spürbar entlastet. Das Gesetz verlangt keine kostspielige Rundum-Modernisierung des Gebäudes, sondern konzentriert sich auf wirtschaftlich hochgradig rentable Basismaßnahmen, die auch von Laien zeitnah umgesetzt werden können.

    Die Frist beginnt taggenau mit der dinglichen Umschreibung des Eigentums im Grundbuch und nicht mit dem Abschluss des notariellen Übertragungsvertrags. Da die Sanierungspflichten als gesetzliche Nachrüstpflichten am Gebäude haften, treten Erwerbende rechtlich vollumfänglich in die Verantwortung ein. Versäumnisse der Voreigentümer gehen mit dem Eigentumsübergang direkt auf die neue Eigentümerpartei über.

    Was gilt bei Erbschaft und Schenkung an Kinder?

    Ein Eigentümerwechsel durch Schenkung löst Sanierungspflichten nach dem GEG aus – außer das Kind lebt bereits seit mindestens zehn Jahren in der Immobilie.

    Ein Eigentumsübergang durch Erbschaft oder Schenkung löst die zweijährige Sanierungsfrist des GModG in vollem Umfang aus. Im Gebäudeenergierecht existiert keine Ausnahme, die Angehörige oder im Gebäude wohnende Kinder von den Nachrüstpflichten befreit.

    In der Praxis existiert die Fehlannahme, dass Kinder, die seit mindestens zehn Jahren im Haus der Eltern wohnen, bei einer Schenkung oder Erbschaft von den Sanierungspflichten entbunden seien. Diese Zehnjahresfrist existiert ausschließlich im Erbschaftsteuerrecht für die steuerfreie Übertragung von Familienheimen gemäß § 13 Absatz 1 Nummer 4c ErbStG.

    Auf das Gebäudeenergierecht lässt sich diese Regelung nicht anwenden. Die historische Stichtagsbefreiung für Ein- und Zweifamilienhäuser galt personengebunden für Eigentümer, die das Gebäude bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt hatten. Bei jedem Eigentümerwechsel erlischt dieses persönliche Privileg.

    Erben Kinder ein solches Elternhaus, müssen sie die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Rohrleitungen innerhalb von zwei Jahren nach dem Grundbucheintrag nachrüsten. Besteht eine Erbengemeinschaft, haften alle Miterbenden als Gesamtschuldner gemeinsam für die ordnungsgemäße Pflichterfüllung.

    Welche Maßnahmen sind bei einem Eigentümerwechsel verpflichtend?

    Bei einem Eigentümerwechsel nach dem 29. Juli 2026 sind ausschließlich zwei bauliche Maßnahmen verpflichtend: die Dämmung der obersten Geschossdecke nach § 35 GModG und die Isolierung freiliegender Rohrleitungen nach § 69 GModG. Eine gesetzliche Pflicht zum Austausch alter Heizkessel allein aufgrund ihres Alters besteht nicht mehr.

    „Viele Eigentümerinnen und Eigentümer befürchten nach dem Erwerb überstürzte Investitionen im fünfstelligen Bereich. Nach der Neuregelung durch das GModG 2026 betreffen die gesetzlichen Pflichten jedoch ausschließlich die Dämmung von Geschossdecke und Rohrleitungen. Beide Maßnahmen lassen sich mit überschaubarem finanziellem Aufwand realisieren und senken die Betriebskosten sofort.“

    Die oberste Geschossdecke eines beheizten Gebäudes muss gedämmt werden, sofern sie an einen unbeheizten Dachraum grenzt und nicht bereits einen grundlegenden Wärmeschutz aufweist. Das Gesetz fordert einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von maximal 0,24 W. Eigentümer können alternativ das darüber liegende Dach dämmen, falls ein späterer Ausbau des Dachgeschosses beabsichtigt ist. Bei Holzbalkendecken genügt zumeist das lückenlose Verlegen von 12 bis 16 Zentimetern gängiger Mineralwolle oder Zellulose, um die Norm präzise zu erfüllen.

    Die Pflicht zur Rohrleitungsdämmung betrifft ungedämmte, zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen sowie zugehörige Armaturen in unbeheizten Räumen. Typische Anwendungsbereiche sind unbeheizte Kellerräume, Durchfahrten oder Speicher. Durch das Überziehen passgenauer Dämmschalen aus Polyethylenschaum oder Steinwolle gemäß Anlage 8 des GModG lässt sich der Wärmeverlust im Leitungsnetz minimieren.

    Interaktiver Check: Welche Pflichten treffen Ihre Immobilie?

    Wählen Sie Ihre Situation aus, um den gesetzlichen Handlungsbedarf nach dem GModG 2026 direkt anzuzeigen:

    Handlungsbedarf: 2 gesetzliche Pflichten innerhalb von 2 Jahren

    Sie müssen innerhalb von 24 Monaten nach Grundbucheintrag die oberste Geschossdecke dämmen (U-Wert ≤ 0,24 W/(m²K), § 35 GModG) und freiliegende Rohre im Kaltbereich isolieren (§ 69 GModG). Ein Kesseltausch allein wegen 30 Betriebsjahren ist seit Juli 2026 nicht mehr verpflichtend.

    Homeday-Empfehlung:

    Prüfen Sie vor Vergabe teurer Aufträge, ob sich eine Modernisierung im Verhältnis zum Marktpreis rechnet. Häufig bringt ein Verkauf im Ist-Zustand eine höhere Liquidität ohne Sanierungsaufwand.

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    Geringer Handlungsbedarf: Nur Rohrleitungen prüfen

    Da die oberste Geschossdecke den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 bereits erfüllt, entfällt die Dämmpflicht für das Dach. Sie müssen lediglich ungedämmte Heiz- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen isolieren (§ 69 GModG). Die Kosten hierfür liegen meist unter 500 Euro.

    Homeday-Empfehlung:

    Nutzen Sie den guten Hüllenzustand für eine vorteilhafte Wertermittlung am Markt.

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    Keine gesetzliche Nachrüstpflicht vorhanden

    Gebäude ab Baujahr Februar 2002 wurden bereits unter den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet. Sie erfüllen die Mindestanforderungen an Dämmung und Rohrleitungen baurechtlich bereits ab Werk. Sie müssen nach dem Kauf nicht nachrüsten.

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    Bestandsschutz: Keine Pflichten solange kein Eigentümerwechsel

    Solange Sie die Immobilie selbst bewohnen, greift die historische Stichtagsregelung. Achtung: Bei einer Übergabe, Schenkung oder Vererbung an Angehörige erlischt dieses persönliche Privileg unwiderruflich, und die neue Eigentümerseite hat zwei Jahre Zeit zur Dämmung.

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    Gibt es Ausnahmen von der Sanierungspflicht?

    Das GModG sieht drei konkrete Sachverhalte vor, bei denen Eigentümer:innen von den Nachrüstpflichten befreit sind oder diese als bereits erfüllt gelten:

    • Vorhandener Mindestwärmeschutz: Erfüllt die oberste Geschossdecke bereits die baulichen Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 (Ausgabe Juli 2013), entfällt die Dämmpflicht nach § 35 GModG vollständig. Dies betrifft vor allem Massivdecken oder bereits vor längerer Zeit gedämmte Hüllflächen.

    • Wirtschaftliche Unzumutbarkeit (§ 102 GModG): Können die notwendigen Aufwendungen durch die eintretenden Energieeinsparungen innerhalb einer angemessenen Zeitspanne nicht erwirtschaftet werden, erteilt die nach Landesrecht zuständige Behörde auf Antrag eine Befreiung. Ein typischer Fall ist der geplante und nachweisbare Abriss der Immobilie innerhalb der nächsten Jahre.

    • Denkmalschutz (§ 105 GModG): Stehen Belange des Denkmalschutzes oder der baulichen Substanzwahrung einer thermischen Dämmung entgegen, treten die Vorgaben des Gesetzes zurück. Hierfür bedarf es einer formalen Abstimmung und Bestätigung durch die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde.

    Wann gilt die Sanierungspflicht bei einem Hauskauf oder einer Erbschaft?

    Sanierung Isolierung energetische Effizienz

    Die Sanierungspflicht gilt für Häuser, die vor dem 1. Februar 2002 gebaut wurden. Die Gebäude sind in der Regel energetisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Käufer oder Erben sind daher verpflichtet, bestimmte Maßnahmen durchzuführen. Es geht darum, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu senken.

    Erben, die bereits vor dem 1. Februar 2002 in der Immobilie gewohnt haben, sind von der Verpflichtung nicht betroffen. Diese Regelung gilt für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. Bei Mehrfamilienhäusern greift die Ausnahmeregelung nicht.

    Gut zu wissen: Handelt es sich um eine Erbengemeinschaft, sind alle Erben gemeinsam für die energetische Sanierung der Immobilie verantwortlich.

    Erfahrungsbericht aus der Praxis: Geerbtes Elternhaus – Sanierungsdruck oder Verkauf im Ist-Zustand?

    ★★★★★ 5 von 5 Sternen | Verifizierter Immobilienverkauf über Homeday

    „Als meine Schwester und ich das Haus unserer Eltern in Nordrhein-Westfalen geerbt haben, waren wir zunächst völlig überfordert. Das Haus ist Baujahr 1974, der Dachboden war komplett ungedämmt und im Keller lief noch die alte Ölheizung aus den Neunzigern. Im Internet liest man überall von Kesseltausch-Pflichten, Sanierungszwang und Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro. Da wir beide über 200 Kilometer entfernt wohnen und voll berufstätig sind, stand für uns ein monatelanger Sanierungsmarathon mit Handwerkern eigentlich außer Frage.“

    Wie die Homeday-Bewertung Klarheit schuf:

    „Über die kostenlose Immobilienbewertung von Homeday haben wir unseren Makler vor Ort kennengelernt. Er hat uns direkt die größte Sorge genommen: Nach den aktuellen Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) mussten wir die funktionierende Heizung gar nicht sofort für viel Geld austauschen. Die einzige gesetzliche Nachrüstpflicht betraf die Dämmung der obersten Geschossdecke und der freiliegenden Rohre im Keller – ein überschaubarer Materialaufwand von etwa 3.500 Euro. Den wirklichen Unterschied machte für uns jedoch die ehrliche wirtschaftliche Gegenüberstellung:“

    Realer Marktwert im Ist-Zustand: ca. 275.000 Euro
    Geschätzter Wert nach Komplettsanierung: ca. 325.000 Euro

    Zieht man von dieser Differenz die realen Handwerkerkosten, die Fahrzeiten und das finanzielle Baustellenrisiko ab, hätte sich eine Sanierung vor dem Verkauf für uns als Erbengemeinschaft wirtschaftlich niemals gerechnet.

    „Wir haben uns daher entschieden, das Haus genau so im vorgefundenen Zustand anzubieten. Homeday hat eine junge Familie gefunden, die genau diesen Altbau suchte, um ihn nach eigenen Wünschen selbst herzurichten. Nach nur sieben Wochen haben wir den Notarvertrag über 282.000 Euro unterschrieben. Ohne leere Versprechungen, transparent und für uns die absolut stressfreie Lösung.“

    Markus T. & Sabine K.

    Erbengemeinschaft eines Einfamilienhauses (Baujahr 1974)

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    Wie hoch sind die Kosten bei nötigen Sanierungen?

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    Eine pauschale Aussage bezüglich der Kosten bei Sanierungen kann nicht getroffen werden. Schließlich hängen diese von mehreren Faktoren ab, nämlich vom Alter und vom aktuellen Zustand der Immobilie, vom Umfang der Sanierungsmaßnahmen, von den Materialkosten und natürlich von den Kosten für die Handwerker. Darüber hinaus gibt es verschiedene Förderleistungen und Finanzierungsangebote, zum Beispiel vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) sowie von der KfW(Kreditanstalt für Wiederaufbau). Förderprogramme und Finanzierungshilfen gibt es auch auf Landesebene und gegebenenfalls auch auf regionaler Ebene. Sie können helfen, die Kosten im Rahmen der Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel zu senken.

    Welche Finanzierungs- beziehungsweise Fördermöglichkeiten gibt es?

    Eigentümer können gesetzliche Nachrüstpflichten und freiwillige Modernisierungsmaßnahmen über Förderprogramme des Bundes finanzieren. Zuschüsse und Zinsvergünstigungen stehen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereit

    Programm & Institution

    Förderbereich

    Konditionen & Fördersätze

    Voraussetzungen

    BAFA (BEG EM)

    Hüllendämmung (oberste Geschossdecke, Dachflächen)

    15 % Zuschuss; 20 % bei Vorliegen eines Sanierungsfahrplans (iSFP)

    Einbindung Energie-Effizienz-Expert:in (EEE); max. 30.000 € Kostenansatz

    KfW 458

    Freiwilliger Heizungstausch (z. B. Wärmepumpen, Biomasse)

    30 % Grundförderung; bis zu 70 % maximaler Gesamtzuschuss

    Zugelassenes Fachunternehmen; Deckelung auf 30.000 € förderfähige Kosten

    KfW 358 / 359

    Zinsgünstiger Ergänzungskredit für Heizung und Effizienzmaßnahmen

    Zinsverbilligung für selbstnutzende Eigentümer bis 120.000 € Kredit

    Nur in direkter Kombination mit einem BAFA- oder KfW-Zuschussbescheid

    § 35c EStG

    Steuerbonus für energetische Sanierungsmaßnahmen

    20 %

    der Sanierungsaufwendungen (max. 40.000 €) über 3 Jahre verteilt

    Selbstgenutztes Wohneigentum älter als 10 Jahre; keine Doppelförderung

    Quellen: Bundesgesetzblatt (GModG 2026); Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA, BEG EM); Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Merkblätter 458, 358/359); Einkommensteuergesetz (§ 35c EStG). Stand: August 2026.

    Für die Dämmung der obersten Geschossdecke gewährt das BAFA im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) einen Basiszuschuss von 15 Prozent. Sofern die Maßnahme als Bestandteil eines zuvor erstellten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) umgesetzt wird, erhöht sich die Förderquote um einen zusätzlichen Bonus auf 20 Prozent. Die Rohrleitungsdämmung nach § 69 GModG ist aufgrund der geringen Investitionssumme typischerweise als Eigenleistung wirtschaftlicher, da die Einbindung von Energieberater für reine Dämmschalen den Fördernutzen übersteigen kann.

    Sie benötigen einen Sanierungsfahrplan?

    Viele Fördermittel setzen einen individuellen Sanierungsfahrplan (ISFP) voraus. Ein ISFP zeigt Ihnen, welche Maßnahmen sinnvoll sind – und in welcher Reihenfolge sie sich lohnen.

    Was passiert, wenn ich nicht saniere?

    Sanierungsstau und ungedämmte Bauteile wirken sich bei Bestandsbauten unmittelbar auf den erzielbaren Marktpreis aus. Kaufinteressent kalkulieren anstehende Investitionen detailliert in ihr Angebot ein und verlangen zusätzlich Sicherheitsabschläge für unvorhersehbare Preissteigerungen und Modernisierungsrisiken.

    In den Transaktionsdaten und Verkaufsprozessen der Homeday Partnermakler zeigt sich ein konsistentes Marktverhalten: Bei Gebäuden der energetischen Effizienzklassen F, G und H begnügen sich Kaufinteressent selten mit dem einfachen Abzug der reinen Sanierungskosten. Sie verlangen im Durchschnitt einen Risikoabschlag in Höhe von 15 bis 25 Prozent gegenüber vergleichbaren, teilsanierten Objekten. Der bereinigte Verkehrswert im Ist-Zustand ergibt sich aus dem Zielwert nach Sanierung, vermindert um die Summe aus realen Modernisierungskosten und marktüblichem Risikoabschlag.

    Für Eigentümer älterer Bestandsbauten oder Erbengemeinschaften stellt sich daher eine zentrale Rechenaufgabe: Lohnt es sich, privates Kapital und Zeit in Handwerksbetriebe zu investieren, oder führt ein Verkauf im unrenovierten Ist-Zustand zu einer höheren Nettoliquidität ohne Umsetzungsrisiken? Eine genaue Kenntnis des aktuellen Marktwerts bildet das Fundament für diese Entscheidung.

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    Mehrfamilienhaus: Was gilt für die Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel?

    Für ein Mehrfamilienhaus gilt nach einem Kauf oder einer Erbschaft keine pauschale Sanierungspflicht zur Komplettmodernisierung. Die besondere Zwei-Jahres-Frist bei Eigentümerwechsel betrifft grundsätzlich Ein- und Zweifamilienhäuser und ist daher nicht ohne Weiteres auf Mehrfamilienhäuser übertragbar. Unabhängig davon können für Eigentümer bestehende Nachrüstpflichten gelten, etwa zur Dämmung zugänglicher Heizungs- und Warmwasserleitungen oder zur obersten Geschossdecke. Bei einer Eigentumswohnung betreffen Dach, Fassade und zentrale Heizung meist das Gemeinschaftseigentum: Über Maßnahmen entscheidet in der Regel die Wohnungseigentümergemeinschaft. Führt ein Vermieter energetische Modernisierungen durch, kann eine Mieterhöhung nur im Rahmen der mietrechtlichen Vorgaben möglich sein. Wichtig ist außerdem die 10-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes: Sie bezieht sich nicht auf 10 Prozent der gesamten Immobilie, sondern auf die Fläche des jeweils geänderten Außenbauteils. Werden beispielsweise größere Teile einer Fassade erneuert, können für diesen Bauteil energetische Anforderungen ausgelöst werden; kleinere Reparaturen sind davon abzugrenzen und sollten fachlich geprüft werden.

    Sanieren oder verkaufen: Was ist bei alten Gebäuden wirtschaftlicher?

    Die Entscheidung zwischen Sanierung und Verkauf hängt von der Relation zwischen notwendigem Modernisierungsaufwand, künftigen Einsparungen und dem erzielbaren Verkehrswert ab. Die reinen gesetzlichen Nachrüstpflichten schützen zwar vor behördlichen Bußgeldern, beheben bei älteren Gebäuden jedoch keinen umfassenden Instandhaltungsstau.

    Bei vielen Häusern der Nachkriegsjahrzehnte erfordert ein zeitgemäßer energetischer Zustand nicht nur neue Dämmschichten auf dem Dachboden, sondern auch den Austausch alter Fenster, eine Fassadendämmung und die Erneuerung der Heizungsverteilung. Die Gesamtkosten belaufen sich in solchen Fällen schnell auf 100.000 bis 200.000 Euro. Eigentümer, die diese Summen nicht aus Eigenmitteln bestreiten möchten oder das Risiko von Bauverzögerungen scheuen, entscheiden sich häufig für einen Verkauf im Ist-Zustand. Am Markt besteht eine kontinuierliche Nachfrage seitens handwerklich versierter Kaufender und Bauträger, die unsanierte Objekte erwerben. Homeday unterstützt Sie dabei, den Marktwert neutral zu bestimmen, um auf Augenhöhe über Halten oder Verkaufen zu entscheiden.

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    Sanierungspflicht bei Eigentümern - FAQ

    Schützt die Klausel „Gekauft wie gesehen“ vor Nachrüstpflichten?

    Nein, ein zivilrechtlicher Gewährleistungsausschluss im Notarvertrag befreit Sie nicht von gesetzlichen Nachrüstpflichten. Während der Verkäufer für sichtbare Mängel am Gebäude haftungsrechtlich außen vor bleiben kann, gilt das Gebäudeenergierecht als zwingendes öffentliches Recht. Die zuständigen Bauaufsichtsbehörden adressieren Nachrüstanordnungen und etwaige Bußgelder immer an die im Grundbuch eingetragenen Eigentümer:innen. Kaufende haften somit uneingeschränkt für Versäumnisse der Vorbesitzer:innen.

    Wie reagieren finanzierende Banken auf anstehende Sanierungspflichten?

    Kreditinstitute prüfen den energetischen Zustand einer Immobilie vor der Darlehenszusage detailliert. Bei ungedämmten Häusern der Effizienzklassen F bis H ziehen Banken bei der internen Beleihungswertprüfung regelmäßig Sicherheitsabschläge ab. Käufer:innen müssen nachweisen, wie sie die Nachrüstpflichten der ersten zwei Jahre finanzieren. Fehlt ein Sanierungskonzept, fordern Banken höhere Eigenkapitalanteile oder verlangen Zinsaufschläge für das Modernisierungsrisiko.

    Wer prüft die Sanierungspflicht in der Praxis konkret?

    Die operative Erstkontrolle übernimmt in der Regel der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger im Rahmen der turnusmäßigen Feuerstättenschau. Bei der Besichtigung werden zugängliche Rohre im Keller visuell begutachtet. Für die Dämmung der obersten Geschossdecke fordern die Betriebe die Vorlage einer schriftlichen Fachunternehmererklärung. Liegen gravierende Versäumnisse vor oder wird der Nachweis verweigert, ergeht eine Meldung an die zuständige Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises.

    Wer kontrolliert die Sanierungspflicht beim Eigentümerwechsel?

    Die Kontrolle übernehmen die unteren Bauaufsichtsbehörden sowie die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger im Rahmen der regelmäßigen Feuerstättenschau. Schornsteinfegerbetriebe prüfen die Rohrdämmung visuell und verlangen Fachunternehmererklärungen für die oberste Geschossdecke.Lesen Sie hier mehr zur Sanierungspflicht beim Eigentümerwechsel

    Was droht, wenn die Zwei-Jahres-Frist ohne Sanierung verstreicht?

    Das Versäumen der Frist ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 108 GModG. Es drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Zudem können die Baubehörden die Durchführung der Dämmung per Zwangsgeld und behördlicher Nachrüstanordnung erzwingen.

    Gilt die Sanierungspflicht auch für Eigentumswohnungen im Mehrfamilienhaus?

    Ja, die Pflicht gilt für alle Wohngebäude, betrifft bei Eigentumswohnungen jedoch das Gemeinschaftseigentum. Dachboden und Kellerrohre gehören allen Miteigentümer:innen gemeinsam. Einzelne Eigentümer:innen können Maßnahmen nicht autonom beauftragen, sondern müssen WEG-Beschlüsse herbeiführen.

    Muss bei einem Kesseltausch 2026 zwingend eine Wärmepumpe eingebaut werden?

    Nein, es gibt kein Verbot von Öl- oder Gasheizungen. Neue fossile Heizkessel dürfen weiter eingebaut werden, müssen jedoch die progressive Biotreppe (§ 43 GModG) erfüllen: ab 2029 mindestens 10 Prozent und ab 2030 mindestens 15 Prozent erneuerbare Brennstoffe.

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    Hinweis:

    Bitte beachten Sie, dass unsere Ratgeber-Antworten, -Artikel und Musterdokumente keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung darstellen oder ersetzen können. Für Klärung Ihrer rechtlichen bzw. finanziellen Angelegenheiten bitten wir Sie, entsprechende Experten (z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater bzw. Finanzberater) hinzuzuziehen. Trotz großer Sorgfalt und gewissenhafter Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Wir freuen uns und sind dankbar über entsprechende Hinweise, welche wir versuchen, zeitnah umzusetzen.