Kapitalwert berechnen: vollständige Formel und Rechenschritte
Für den Kapitalwert werden alle erwarteten Nettozahlungen zeitlich geordnet und abgezinst. Entscheidend sind eine vollständige Zahlungsreihe sowie ein nachvollziehbar gewählter Kalkulationszinssatz.
Um den Kapitalwert zu berechnen, erfassen Sie zunächst alle erwarteten Ein- und Auszahlungen über den Betrachtungszeitraum. Dazu gehören die Anfangsauszahlung zum Kaufzeitpunkt, laufende Netto-Cashflows und gegebenenfalls ein Restwert oder Verkaufserlös am Ende der Haltedauer.
Anschließend wird jeder künftige Cashflow mit dem Kalkulationszinssatz abgezinst. Die abgezinsten Werte werden addiert; die Anfangsauszahlung wird dabei direkt berücksichtigt, weil sie bereits zum Bezugszeitpunkt anfällt.
Bezugszeitpunkt festlegen, meist der Kauf- oder Investitionszeitpunkt.
Anfangsauszahlung einschließlich relevanter Nebenkosten erfassen.
Jährliche oder monatliche Netto-Cashflows planen.
Restwert oder Verkaufserlös der letzten Periode zuordnen.
Alle künftigen Zahlungen mit dem Kalkulationszinssatz abzinsen und addieren.
Die allgemeine Kapitalwertformel lautet: K₀ = Σ von t = 0 bis n über CFₜ / (1 + i)ᵗ. K₀ ist der Kapitalwert zum Bezugszeitpunkt, CFₜ der Netto-Cashflow der Periode t, i der Kalkulationszinssatz und n die Anzahl der Perioden.
Wird die Anfangsauszahlung als positiver Betrag I₀ dargestellt, lässt sich die Formel auch so schreiben: K₀ = -I₀ + Σ von t = 1 bis n über CFₜ / (1 + i)ᵗ. Ein möglicher Verkaufserlös oder Restwert wird als positiver Cashflow in der letzten Periode ergänzt.
Die Formel zukünftige Zahlung / (1 + i)ᵗ beschreibt dagegen nur den Barwert einer einzelnen künftigen Zahlung. Sie ist ein Baustein der Kapitalwertrechnung, aber nicht die vollständige Formel für eine Investition mit mehreren Zahlungszeitpunkten.
K₀: Kapitalwert zum Bezugszeitpunkt.
I₀: Anfangsauszahlung, zum Beispiel Kaufpreis plus Kaufnebenkosten.
CFₜ: Netto-Cashflow einer Periode, also Einzahlungen minus Auszahlungen.
i: Kalkulationszinssatz pro Periode.
n: Anzahl der betrachteten Perioden.
Cashflows, Kalkulationszinssatz und Restwert richtig ansetzen
Ein Cashflow sollte immer als Nettozahlung erfasst werden. Bei einer vermieteten Immobilie können Mieteinnahmen positiv angesetzt werden, während nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltungsreserven oder erwartete Leerstandsverluste den Cashflow mindern.
Der Kalkulationszinssatz bildet die Renditeanforderung für die Rechnung ab. Je höher er gewählt wird, desto niedriger ist der heutige Wert späterer Zahlungen und damit bei sonst gleichen Annahmen der Kapitalwert.
Ein erwarteter Verkaufserlös wird als Einzahlung am Ende der Haltedauer berücksichtigt und ebenfalls abgezinst. Die Anfangsauszahlung zum Zeitpunkt t = 0 wird nicht abgezinst, weil der Abzinsungsfaktor zu diesem Zeitpunkt 1 beträgt.
Laufende Einnahmen und Ausgaben möglichst periodenbezogen planen.
Einmalige Zahlungen der passenden Periode zuordnen.
Restwert oder Verkaufserlös nicht doppelt neben dem letzten Cashflow erfassen.
Die Modelllogik bei Finanzierung und Kalkulationszins einheitlich halten.
Kapitalwert in Excel berechnen
In Excel lässt sich die Zahlungsreihe übersichtlich nach Jahren oder Monaten aufbauen. Erfassen Sie pro Periode zunächst Einzahlungen, Auszahlungen und den daraus resultierenden Netto-Cashflow in getrennten Spalten.
Die Anfangsauszahlung gehört in eine eigene Zeile zum Zeitpunkt t = 0. Sie sollte nicht versehentlich als erste zukünftige Periode behandelt werden, da sie nicht abgezinst wird.
Für jede spätere Periode kann der Barwert mit der Formel Netto-Cashflow / (1 + Zinssatz)^Periode berechnet werden. Addieren Sie anschließend die abgezinsten Cashflows und die Anfangsauszahlung, um den Kapitalwert zu erhalten.
Spalte A: Periode oder Jahr.
Spalte B: Einzahlungen.
Spalte C: Auszahlungen.
Spalte D: Netto-Cashflow.
Spalte E: abgezinster Netto-Cashflow.