Was sind die wichtigsten Baukostenarten?
Die wichtigsten Baukostenarten reichen vom Grundstück über das Bauwerk bis zu Außenanlagen und Baunebenkosten. Eine vollständige Aufstellung ordnet jede Position dem passenden Kostenbereich zu und vermeidet Doppelzählungen.
Für die Planung sind besonders Grundstückskosten, vorbereitende Maßnahmen, Bauwerkskosten, Außenanlagen und Baunebenkosten relevant. Finanzierungskosten werden separat geführt, auch wenn Grundstück und Haus gemeinsam finanziert werden.
Die Kostengruppen 300 und 400 bilden den Kern des Gebäudes ab. Kosten außerhalb dieser Gruppen können dennoch entscheidend für das Budget sein, etwa wenn ein Grundstück vorbereitet, erschlossen oder ein Außenbereich angelegt werden muss.
Baukonstruktionen: zum Beispiel Erdarbeiten am Gebäude, Rohbau, Fassade, Dach und Innenausbau.
Technische Anlagen: zum Beispiel Wärmeversorgung, Sanitär, Lüftung und Elektroanlagen.
Vorbereitende Maßnahmen: zum Beispiel Sicherung, Räumung oder Anpassungen auf dem Grundstück.
Außenanlagen: zum Beispiel Wege, Zufahrten, Entwässerung und Freiflächen.
Baunebenkosten: zum Beispiel Planung, Gutachten, Genehmigungen und Prüfungen.
Bauwerkskosten für Konstruktion und Technik
Bauwerkskosten umfassen die Baukonstruktionen der Kostengruppe 300 und die technischen Anlagen der Kostengruppe 400. Sie betreffen damit sowohl die bauliche Hülle als auch die für Nutzung und Betrieb erforderliche Gebäudetechnik.
Welche Einzelpositionen anfallen, richtet sich unter anderem nach Entwurf, Energieanforderungen, Ausstattungsniveau und Leistungsbeschreibung. Für einen Vergleich sollten diese Merkmale vollständig dokumentiert sein.
Grundstück, vorbereitende Maßnahmen und Außenanlagen
Das Grundstück gehört in der DIN 276 zur Kostengruppe 100 und nicht zu den Bauwerkskosten. Vorbereitende Maßnahmen der Kostengruppe 200 können beispielsweise erforderlich werden, bevor das Gebäude errichtet werden kann.
Außenanlagen und Freiflächen werden der Kostengruppe 500 zugeordnet. Ihre Kosten hängen stark von Topografie, Grundstückszuschnitt, Entwässerung, Zufahrt, Gestaltung und dem vorhandenen Erschließungszustand ab.
Baukosten pro Quadratmeter richtig einordnen
Baukosten pro qm sind ein Kennwert, kein vollständiger Ersatz für eine Kostenberechnung. Ein Quadratmeterwert ist nur vergleichbar, wenn Flächenbezug, enthaltener Kostenumfang, Preisstand, Standort, Bauweise und Ausstattungsniveau offenliegen.
Besonders wichtig ist die verwendete Fläche: Wohnfläche und Brutto-Grundfläche messen nicht dasselbe. Kellerräume, Heizungsräume oder Garagen zählen beispielsweise grundsätzlich nicht zur Wohnfläche, können aber Kosten verursachen.
Für Baukosten Einfamilienhaus sollten daher Angebote auf denselben Leistungsumfang und dieselbe Bezugsfläche zurückgeführt werden. Andernfalls kann ein niedrigerer Kennwert lediglich auf einer anderen Flächendefinition oder ausgelassenen Leistungen beruhen.
Baukosten von Einfamilienhäusern, Holzhäusern und Gewerbebauten vergleichen
Bei Einfamilienhäusern beeinflussen Gebäudeform, technische Ausstattung, Energiestandard und Ausbaugrad die Baukosten pro Quadratmeter erheblich. Ein Massivhaus und ein Holzhaus lassen sich nur bei identischer Planung, Qualität und Leistungsbeschreibung sachgerecht vergleichen.
Für vorgefertigte Einfamilienhäuser in Holzbauweise wird eine eigene Preisindexreihe ausgewiesen. Daraus folgt jedoch kein allgemeiner Preisvorteil oder -nachteil gegenüber konventionell gefertigten Wohngebäuden.
Bei Gewerbebauten kommen Nutzung, Spannweiten, Tragwerk, technische Anforderungen, Logistikflächen und betriebliche Ausstattung als weitere Kostenfaktoren hinzu. Deshalb sind Kennwerte aus dem Wohnbau nicht auf Hallen, Bürogebäude oder andere gewerbliche Projekte übertragbar.